Pfefferspray ohne Wirkung

Polizist schießt zwei Mal auf Asylbewerber: Er ging mit Eisenstange auf Beamte los

+
Nach einer gewaltsamen Auseinandersetzung in Stade hat die Polizei den jungen Angreifer erschossen.
  • schließen

Stade - Aufgrund eines Streits in einem Mehrparteienhaus rückten zwei Streifen der Polizei zum Ort des Geschehens aus. Weil sich einer der Beamten nicht mehr zu helfen und zu schützen wusste, zückte er seine Waffe und schoss auf einen Anfang 20-jährigen Asylbewerber. 

Update, 13.05 Uhr: Neue Details bekannt

Bei dem getöteten Asylbewerber soll es sich laut Bild-Informationen um den 20-jährigen Aman A. aus Afghanistan handeln. Nachdem der junge Mann mit einer Eisenstange auf die Polizisten losgegangen war, feuerte ein Beamter seine Dienstwaffe ab. Ein Nachbar erklärte gegenüber bild.de: "Ich hörte es zweimal krachen". 

Erstmeldung:

Am Samstagabend, 17. August, um kurz vor 19.45 Uhr wurde der Polizei über Notruf eine Auseinandersetzung zwischen zwei Personen in einem Mehrparteienhaus in Stade-Bützfleth gemeldet. 

Da es sich bei einem der Kontrahenten um einen, der Polizei bereits aus anderen Vorfällen bekannten, Anfang 20-jährigen jungen Asylbewerber aus Afghanistan handelte, wurden vorsorglich zwei Streifenwagen zum Tatort entsandt.

Als die erste Streife an der Erdgeschosswohnung des Mannes eintraf, reagierte dieser nicht. Trotz eines offen stehendem Fenster war eine Kontaktaufnahme nicht möglich, berichtet die Polizei.

Pfefferspray ohne Wirkung

Die zweite Streifenbesatzung betrat deshalb die Wohnung, wo der junge Mann mit einer Hantelstange aus Eisen auf die Beamten wartete. Um die Angriffe des Asylbewerbers abwehren zu können, setzten die Beamten Pfefferspray ein - allerdings ohne Wirkung, wie die Polizei in einer Pressemeldung mitteilt. 

Ein Polizist sah sich dadurch gezwungen seine Dienstwaffe zu ziehen. Er schoss auf den Mann aus Afghanistan und verletzte diesen dabei schwer. Trotz sofort eingesetzter Notärztin und Reanimationsversuchen konnte die Rettungswagenbesatzung dem jungen Mann nicht mehr helfen. Wie die Polizei bestätigt, erlag der Mann kurze Zeit später seinen Verletzungen. Wie viele Schüsse der Beamte abgab, ist derzeit noch unklar.

Die Polizeiinspektion Cuxhaven hat die Ermittlungen in dem Fall übernommen. Die Ermittler versiegelten den Tatort und sicherten Spuren. Die fünf anderen Bewohner des Hauses wurden in anderen Unterkünften untergebracht.

War es Notwehr?

Die Staatsanwaltschaft leitete routinemäßig ein Ermittlungsverfahren wegen Totschlags ein. „Wir werden ein besonderes Augenmerk darauf richten, ob der Polizeibeamte in Notwehr gehandelt hat“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade.

mz/dpa/ Pressemeldung der Polizeiinspektion Stade

Zurück zur Übersicht: Deutschland

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT