War es zweifacher Mord? 

20-Jähriger raste im Jaguar zwei Menschen tot - Angeklagter äußert sich 

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Bei dem Zusammenstoß sind in Stuttgart zwei Menschen ums Leben gekommen.

Ein halbes Jahr nach einem tödlichen Raser-Unfall in Stuttgart muss sich nun ein 20-Jähriger wegen Mordes vor Gericht verantworten. 

  • Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Raser-Crash in Stuttgart muss sich nun der Angeklagte vor Gericht verantworten. 
  • Dem 20-Jährigen wird Mord vorgeworfen. 
  • Bei dem tödlichen Crash kamen zwei Personen in einem Kleinwagen ums Leben. 
  • Die Verteidigung weist den Vorwurf jedoch zurück. 

Update vom 2. Oktober 2019: Im Mordprozess um einen tödlichen Autounfall in Stuttgart hat der Angeklagte am Dienstag erstmals sein Schweigen gebrochen und die Verantwortung übernommen. „Wegen mir sind zwei Menschen gestorben, es gibt nichts zu beschönigen“, ließ der 20-Jährige in einer persönlichen Erklärung von seinem Anwalt verlesen. „Ich weiß auch, dass es viel zu einfach ist, einfach nur zu sagen, dass es mir leid tut.“

20-Jähriger raste im Jaguar zwei Menschen tot - Angeklagter: „Das ging ruckzuck“ 

Ursprungsmeldung vom 11. September 2019: Stuttgart - Ein halbes Jahr nach dem tödlichen Crash mit zwei Toten muss sich nun ein erst 20 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Stuttgart wegen Mordes verantworten. Stundenlang sei der junge Mann mit seinem Jaguar F-Type durch Stuttgart und über die Autobahn gefahren, bis es zu dem verhängnisvollen Zusammenstoß kam. So schildert es die Staatsanwältin am Mittwoch zu Beginn des Prozesses vor der Jugendkammer. 

Den PS-starken Sportwagen hatte sich der 20-Jährige lediglich geliehen, am Abend des verhängnisvollen Unfalls verliert der junge Deutsche dann die Kontrolle über den Jaguar. Ein Gutachten verdeutlicht später: mit Tempo 160 bis 165 raste der Angeklagte auf eine Kreuzung in der Innenstadt zu. Mit durchgedrücktem Gaspedal kann der 20-Jährige nicht mehr ausweichen, als ein anderes Fahrzeug auf die Straße einbiegt. 

Spektakulärer Prozess in Stuttgart: Raser muss sich wegen Mordes verantworten

Mit einer Geschwindigkeit von rund 100 bis 110 Kilometern pro Stunde rammt der 20-Jährige einen stehenden Kleinwagen am Straßenrand. Dessen 25 Jahre alter Fahrer und seine 22 Jahre alte Beifahrerin sterben, der Jaguar-Fahrer und sein Beifahrer bleiben unverletzt. Die beiden Opfer waren erst kurz vorher aus Nordrhein-Westfalen nach Stuttgart gezogen.

Als Grund für die Raserei erklärt der Angeklagte dann, er habe den Sportwagen an seine Grenzen bringen wollen. Und er habe seinen Freunden imponieren wollen. Die Anklagevertreterin ist sich klar, das Schicksal anderer sei ihm dabei gleichgültig gewesen. Nur vom Zufall sei abhängig gewesen, ob es zum Zusammenstoß kommen würde.

Für die Staatsanwaltschaft steht fest: Der Angeklagte muss sich wegen Mordes verantworten. Es ist nicht die erste Anklage dieser Art nach einem Raser-Unfall. 

Nach Raser-Unfall in Stuttgart: Prozess beginnt 

Anfang März hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe erstmals ein Mordurteil gegen einen rücksichtslosen Raser bestätigt. Der Mann hatte 2017 in Hamburg mit einem gestohlenen Taxi einen Menschen getötet und zwei schwer verletzt. Eine rote Linie für eine Mordverurteilung in Raserfällen legten die Karlsruher Richter jedoch nicht fest: „Maßgeblich sind jeweils die Umstände des Einzelfalls“, urteilten die Bundesrichter.

Der Mann soll mit einem Mietwagen mit hohem Tempo unterwegs gewesen sein und prallte in einen Kleinwagen. Dessen Fahrer und die Beifahrerin starben.

So wurde das deutschlandweit erste Mordurteil im Februar 2017 vom BGH kassiert. Die Richter sahen den bedingten Tötungsvorsatz bei den beiden Angeklagten nach einem tödlichen Autorennen in der Berliner Innenstadt nicht ausreichend belegt. Im neu aufgerollten Prozess wurden die Männer im März dann erneut wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Diese Entscheidung ist allerdings noch nicht rechtskräftig.

Raser-Unfall in Stuttgart: Verteidigung weist Mord-Vorwurf zurück 

Die Verteidigung des 20-jährigen Unfall-Fahrers von Stuttgart weist einen Mord-Vorwurf jedoch eindringlich zurück. Der Zusammenstoß sei unfassbar tragisch gewesen. Sein Mandant trage schwer an seiner Verantwortung, er sei zudem nicht vorbelastet gewesen. „Den Vorwurf eines Mordes weisen wir daher entschieden zurück.“

Auf einem Tisch im Gerichtssaal haben Eltern eines Opfers zu Prozessbeginn einen Bilderrahmen aufgestellt. Mit den Fotos der gestorbenen Tochter wollen sie an ihr Kind erinnern. Die Mütter der beiden Getöteten weinen beim Verlesen der detaillierten Anklage, sie schütteln den Kopf bei den Aussagen des Beifahrers aus der Unfallnacht. „Das war eine Sache von 30 Sekunden“, erinnert sich der 20-Jährige an die Momente des Zusammenstoßes. „Das ging ruckzuck.“

In tragisches Unglück ereignete sich vor wenigen Tagen in Berlin. Ein Porsche ist auf einen Gehweg gerast. Der SUV hat dabei vier Menschen in den Tod gerissen. Gegen den Fahrer wird ermittelt.

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