Auch in der Region werden immer wieder welche abgebaut

Der "Friedhof" der Telefonzellen: Für 450 Euro können Sie eine kaufen

Telefonzelle
+
Der "Friedhof" der Telefonzellen: In Micheldorf bei Berlin stehen rund 3.000 alte Telefonhäuschen herum.

Berlin - Das Artikelbild zeigt ein Feld in Micheldorf, rund 20 Kilometer südwestlich von Berlin gelegen. Dort stehen fein säuberlich aufgereiht - wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten - rund 3.000 alte Telefonzellen.

Früher gab es an fast jeder Straßenecke eine Telefonzelle. Seit der flächendeckenden Einführung von Handys und dann von Smartphones sinken die Zahlen von aktiven "Straßensprechstellen" jedoch rapide. In Berlin waren es zuletzt nur noch 1.232 Stück, bundesweit noch rund 17.000, wie eine letzte Erhebung laut einem Bericht der Bild-Zeitung jetzt ergeben hat.

Auch in unserer Region gab es in den letzten Monaten und Jahren immer wieder Meldungen über die Schließungen beziehungsweise den Abbau von Telefonzellen. So sind unter anderem die Häuschen in Prien und Aschau im Chiemgau bereits demontiert worden. In Bernau/Chiemsee wurde die Umwandlung in einen "Bücherschrank" diskutiert. In Nußdorf am Inn lehnte der Gemeinderat die Pläne für eine Demontage der letzten Fernsprechzelle am Ort jedoch ab.

In Waldkraiburg wurde das Telefonzellen-Angebot verringert, in Neumarkt St. Veit gab es "Zank" zwischen der Telekom und der Stadt wegen des nach Ansicht des Betreibers zu geringen Umsatzes an der letzten in der Stadt verbliebenen Telefonzelle.

Doch wann ist der Betrieb einer Telefonzelle eigentlich "unwirtschaftlich"? "Die Telekom darf Städte und Gemeinden wegen eines Abbaus ansprechen, wenn auf deren Gebiet extrem unwirtschaftliche öffentliche Fernsprecher mit einem Umsatz von weniger als 50 Euro im Monat stehen", sagte Telekom-Sprecher Georg von Wagner.

Telefonzelle für 450 Euro zu kaufen

Wenn das dann passiert, schließt sich der Kreis und die Häuschen landen oftmals auf dem eingangs beschriebenen "Friedhof der Telefonzellen". Aber das muss nicht zwangsläufig die letzte "Ruhestätte" sein. Einerseits dienen die Fernsprecher zum Teil als Ersatzteillager für noch in Betrieb befindliche Telefonzellen. Andererseits werden die Häuschen auch an Privatpersonen verkauft. 

"Man kann die gebrauchten magenta- und grau-farbenen Telefonhäuschen kaufen. (...) Eines kostet 450 Euro plus Mehrwertsteuer", sagt Telekom-Sprecherin Betina Kückels-Viehl der Bild-Zeitung. Für den Transport sei der Kunde jedoch selbst zuständig, hieß es abschließend.

mw

Kommentare