DRK dementiert Meldung aus Pforzheim

Tödlicher Unfall auf A8: Haben Gaffer die Tür eines Krankenwagens geöffnet? 

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Einsatzkräfte sichern eine Unfallstelle auf der A8 bei Pforzheim. Ein Lastwagenfahrer ist mit einem Sattelzug auf ein Stauende aufgefahren. Er verstarb noch an der Unfallstelle.
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Pforzheim - Am Mittwoch kam es zu einem tödlichen Verkehrsunfall auf der A8 bei Pforzheim (Baden-Württemberg). Gaffer sollen dabei sogar die Tür eines Krankenwagens geöffnet haben. Nun gibt es Zweifel an der Darstellung der Polizei.

Nach bisher vorliegenden Erkenntnissen fuhr am Mittwochvormittag ein 59 Jahre alter deutscher Lkw-Fahrer aus bisher ungeklärter Ursache an einem Stauende auf einen weiteren Lkw auf. Durch die Wucht des Aufpralls kippte das Zugfahrzeug des vorderen Lkw-Gespanns auf die Seite, wobei sich der betreffende Lkw-Fahrer noch selbst aus dem Wrack befreien konnte. Er wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus transportiert.

Der mutmaßliche Unfallverursacher wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und musste durch die herbeigeeilten Rettungskräfte geborgen werden. Aller dings kam für den 59-Jährigen jede Hilfe zu spät. Er verstarb noch an der Unfallstelle, wie das Polizeipräsidium Karlsruhe mitteilte.

Gaffer sollen Tür des Krankenwagens geöffnet haben

Im Zuge der ärztlichen Versorgung kam ein Rettungshubschrauber zum Einsatz. Die A8 musste für die Unfallaufnahme und aufgrund der Landung des Rettungshubschraubers voll gesperrt werden. Erste Schätzungen bezüglich der Schadenshöhe belaufen sich auf rund 160.000 Euro.

Unschöne Szenen haben sich an einem Krankenwagen ereignet, in welchem einer der beteiligten Fahrer behandelt wurde, wie das Polizeipräsidium Karlsruhe in einer Pressemitteilung berichtete. Hier haben nach bisherigem Kenntnisstand Schaulustige gar die Türe des Rettungswagens geöffnet, um den Verletzten aus der Nähe zu betrachten und möglicherweise auch fotografieren zu können. Da die Rettungskräfte alle Hände voll zu tun hatten, konnten die Personen vor Ort nicht mehr festgestellt werden. Die Polizei bittet daher um sachdienliche Hinweise. 

DRK äußert sich zu dem Vorfall

Laut der Pressesprecherin des Kreisverbandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Pforzheim-Enzkreis, Daniela Kneis, kamen Gaffer einem Rettungswagen - in dem ein Verletzter behandelt wurde - zwar nahe, es habe aber niemand versucht, die Tür des Fahrzeugs zu öffnen. Vielmehr hätten Gaffer versucht, von einer Anhöhe neben der Autobahn Blicke in den Rettungswagen zu werfen.

Die Polizei hielt jedoch am Donnerstagmorgen an ihrer Darstellung vom Mittwoch fest. Wie ein Sprecher der Polizei in Karlsruhe am Morgen sagte, hatte eine Rettungsassistentin an der Unfallstelle einem Beamten von diesem Vorfall berichtet. Da die Rettungskräfte "alle Hände voll zu tun hatten", sei es nicht gelungen, die Personen vor Ort festzustellen, hieß es. Bislang hätten sich auch keine Zeugen dazu gemeldet, sagte der Polizeisprecher. Beamte hatten gegen Gaffer Platzverweise ausgesprochen, als diese durch die Unfallstelle liefen, um Fotos und Videos zu machen.

Die Polizei will nun klären, wie genau sich der Vorfall an dem Rettungswagen zugetragen hat. Laut DRK-Sprecherin Kneis könnte es während der Rettungsarbeiten möglicherweise zu einem Missverständnis gekommen sein. 

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mz/jg/Pressemeldung Polizeipräsidium Karlsruhe/dpa

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