Tragischer Todesfall im Harz

Tot im Schnee gefunden: Demenzkranke (81) erfriert vor Türen von Seniorenheim - bei minus 17 Grad

Blick auf den Eingang und das Hauptgebäude der Senioren-Residenz „Alloheim“
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Blick auf den Eingang und das Hauptgebäude der Senioren-Residenz „Alloheim“

Der tragische Todesfall einer demenzkranken Seniorin beschäftigt die Staatsanwaltschaft. Die 81-Jährige ist offenbar bei eisigen Minusgraden vor den Türen ihres Pflegeheims in Herzberg am Harz erfroren. 

Herzberg am Harz - Eine demenzkranke Frau ist vor den Türen ihres Pflegeheims in Herzberg am Harz erfroren. Die 81-Jährige sei am frühen Morgen im Schnee tot aufgefunden worden, sagte Oberstaatsanwalt Andreas Buick aus Göttingen am Mittwoch. Vieles spreche dafür, dass die Seniorin erfroren sei. Am vergangenen Sonntag, als die Leiche der Frau gefunden wurde, herrschten in der Nacht eisige Minusgrade im Harz.

Wie Bild berichtet, wollte die 81-Jährige vermutlich am Abend ihre Schwester besuchen. Aufgrund ihrer Erkrankung habe sie jedoch vergessen, dass die Schwester rund 240 Kilometer entfernt wohne und es für einen Besuch bereits viel zu spät sei. Wie es im Bericht weiter heißt, habe die nur rund 30 Kilo schwere Frau gegen Mitternacht das Haus verlassen wollen, eine Nachtschwester habe sie auf dem Weg zur Tür noch zurück ins Bett geschickt. Doch dann soll die 81-Jährige stattdessen das Seniorenheim durch den Notausgang verlassen haben, dieser habe direkt neben dem Zimmer der Frau gelegen.

Obduktionsergebnis der Frau liegt vor

Da der Notausgang jedoch nur von innen geöffnet werden kann, sei für die 81-Jährige der Weg zurück ins Pflegeheim versperrt gewesen. Den Haupteingang der Einrichtung könnte die demenzkranke Frau eventuell aus eigener Kraft nicht gefunden haben, so das Blatt. Gegen 6.30 Uhr am Morgen soll die Leiche der nur leicht bekleideten Frau dann gefunden worden sein.

Eine angeordnete Obduktion ergab, dass die Frau an einem schwachen Herz litt. In Verbindung mit einer einsetzenden Unterkühlung habe dies relativ schnell zum Tod geführt. Das sagte ein Sprecher der Göttinger Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Die 81-Jährige war dement und orientierungslos. Das Pflegeheim, in dem sie wohnte, war der Staatsanwaltschaft zufolge keine geschlossene Station für Demente, sondern eine offene Einrichtung. Beschäftigte des Heims sollten vernommen werden, hieß es. „Wir prüfen, ob jemanden ein Verschulden trifft“, sagte Buick. „Wir gehen auch der Frage nach, inwieweit eine Pflicht vonseiten des Pflegepersonals bestand, nachts ein Auge auf die Patienten zu werfen“, sagte der Oberstaatsanwalt.

mh

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