Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Meinungsbild sieht Scholz vorne - Söder hat andere Meinung

Corona, Klima, Steuern, Sicherheit: Die wichtigsten Aussagen der Kandidaten im TV-Triell

TV-Duell Triell Laschet Bärbock Scholz - Markus Söder
+
Die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Annalena Baerbock (Bündnis 90/Die Grünen) und Olaf Scholz (SPD) stehen bei der Sendung im Fernseh-Studio in Berlin-Adlershof (von links). Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (rechts) sah Laschet als „klaren Sieger“.

Berlin/München - Das erste TV-Triell ist Geschichte. Am Sonntagabend (29. August) beharkten sich die Kanzlerkandidaten Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) knapp zwei Stunden live bei RTL. Die Zuschauer hatten hinterher eine klare Meinung - und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine ganz andere.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ist laut einer ersten Zuschauerbefragung Gewinner des TV-Triells. Das ergab eine Forsa-Umfrage am Sonntagabend unter etwas mehr als 2500 Zuschauern im Auftrag von RTL und ntv. 36 Prozent gaben demnach an, dass Scholz die TV-Debatte „alles in allem gewonnen“ habe. 30 Prozent votierten für Grünen-Kandidatin Baerbock als Siegerin des Schlagabtauschs, Unionskanzlerkandidat Armin Laschet landete mit 25 Prozent der Stimmen auf Platz drei. Für keinen der Drei entschieden sich neun Prozent (Live-Ticker zum Nachlesen).

Noch klarer fiel die Entscheidung der Zuschauer auf die Frage „Wem trauen Sie am ehesten zu, das Land zu führen?“ aus. Hier votierten 47 Prozent für Olaf Scholz, 24 Prozent für Armin Laschet und 20 Prozent für Annalena Baerbock. Ähnlich das Ergebnis auf die Frage „Wen fanden Sie am sachkundigsten und kompetentesten?“. Scholz lag hier mit 46 Prozent deutlich vor Unionskandidat Laschet mit 26 Prozent. Baerbock kam auf 24 Prozent.

Auch meiste Sympathiepunkte für Scholz

Auch die meisten Sympathiepunkte konnte der SPD-Kanzlerkandidat für sich verbuchen. Auf die Frage „Wen fanden sie alles in allem am sympathischsten“ antworteten 38 Prozent der Befragten mit „Olaf Scholz“. Knapp dahinter mit 37 Prozent landete die Grünen-Kandidatin Baerbock. Die niedrigsten Sympathiewerte unter den insgesamt 2520 Zuschauern erreichte der Unionskandidat Laschet mit 22 Prozent.

TV-Triell mit Laschet, Scholz und Bärbock bei RTL

Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa
Wahl-Triell - TV-Diskussion Kanzlerkandidaten in Berlin
TV-Triell bei RTL. © Michael Kappeler/dpa

CSU-Chef Markus Söder bewertete das erste große TV-Triell ganz anders. Bayerns Ministerpräsident sprach gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) von einem „starken Auftritt und klaren Sieg von Armin Laschet“. Der CDU-Kandidat habe das Triell eindeutig für sich entschieden, betonte Söder.

Das sagten die Kandidaten zu den wichtigsten Themen:

  • Corona: Alle drei Kanzlerkandidaten sprachen sich dafür aus, erneute weitreichende Alltagsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie zu vermeiden. Scholz sagte, es seien jetzt so viele geimpft, dass man sehr klar sagen könne und müsse: „Es wird keinen neuen Lockdown geben.“ Auch Laschet sprach sich dafür aus, alles dafür zu tun, dass es nicht mehr zu einem Lockdown komme. „Ich halte das auch für realistisch.“ Baerbock erklärte: „Stand heute ist es so, dass wir keinen neuen Lockdown brauchen.“ Alle drei Bewerber wollen die Impfquote weiter erhöhen.
  • Steuerpolitik: Die Steuerpolitik war eines der umstrittensten Themen des Triells. Laschet griff Scholz und Baerbock scharf an - und warf ihnen vor, „immer wenn man kann“ Steuern zu erhöhen. Scholz wandte sich strikt gegen Steuersenkungen: „Ich bin dafür, dass wir unser Steuersystem etwas besser austarieren, indem Leute, die in meiner Einkommenskategorie oder da drüber liegen, etwas mehr zahlen, gar nicht so viel.“ Auch Baerbock plädierte dafür, dass stärkere Schultern auch stärker belastet werden sollten. Sie nannte es zutiefst ungerecht, dass in Deutschland jedes fünfte Kind in Armut lebe. Unter ihrer Kanzlerschaft würde eine Alleinerziehende mit zwei Kindern 2000 Euro im Jahr einsparen.
  • Klima: Baerbock warf Union und SPD „Nichtstun“ in der Klimapolitik vor. Sie versprach, künftig „keine halben Sachen“ mehr machen zu wollen. So wolle sie etwa eine Pflicht durchsetzen, für Neubauten Solarpanele auf Dächern zu installieren. Laschet warf den Grünen im Gegenzug vor, „der Industrie Fesseln anlegen“ zu wollen. Er bekräftigte seine Position, Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen, etwa um den Ausbau von Windenergie voranzutreiben. Auch Scholz versprach, Bürokratie abbauen und Planungssicherheit für die Industrie schaffen zu wollen - etwa beim Strombedarf. Den zusätzlichen Strombedarf Deutschlands, um klimaneutral zu werden, wolle er per Gesetz festlegen.
  • Sicherheitspolitik: Nach dem Desaster beim Abzug der Nato aus Afghanistan forderten Laschet, Scholz und Baerbock übereinstimmend eine Stärkung der sicherheitspolitischen Rolle Deutschlands. Laschet bekräftigte seine Forderung nach einem Nationalen Sicherheitsrat, angebunden an das Kanzleramt. „Wir werden unsere Bundeswehr besser ausstatten müssen“, sagte er. Baerbock warf der Bundesregierung vor, sich in Afghanistan weggeduckt zu haben. Scholz, dessen Parteifreund Heiko Maas an der Spitze des Auswärtigen Amtes steht, forderte, die internationale Zusammenarbeit zu stärken und auch künftig Bundeswehrsoldaten für Einsätze zum Schutz von Frieden und Sicherheit bereitzustellen.
  • Innere Sicherheit: Laschet sprach sich für eine verstärkte Videoüberwachung des öffentlichen Raums gegen Kriminalität und Gewalttaten aus. Frauen fühlten sich am unsichersten in Unterführungen, Tunneln und Parks, sagte er. Baerbock hielt ihm entgegen: „Am unsichersten sind leider Frauen in den eigenen vier Wänden.“ Sie wies auf Übergriffe von Partnern und Ex-Partnern hin. SPD-Kandidat Scholz sagte, Videoüberwachung sei eine Möglichkeit, von der schon Gebrauch gemacht werde und die er befürworte.

mw (mit Material von dpa)

Kommentare