Spektakulärer Unfall nach Geisterfahrt in Schleswig-Holstein

Mutter (29) und Baby rasen mit Audi in Wohnhaus: Polizei hat schlimmen Verdacht

Auto kracht in Bungalow in Ratekau - Kreis Ostholstein
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Ein spektakulärer Unfall in Ratekau (Kreis Ostholstein) endete im Gästezimmer eines Bungalows.

Lübeck/Ratekau - Spektakulärer Unfall im Kreis Ostholstein: Dort ist am Sonntagmorgen (11. April) eine Autofahrerin zusammen mit ihrem Baby mit einem Audi in ein Wohnhaus gerast. Vorausgegangen war eine Geisterfahrt auf der A1. Jetzt gibt es einen schlimmen Verdacht:

Update, 13.35 Uhr - Polizei hat schlimmen Verdacht

Am Montag (12. April) hat die Polizei nun erste Ermittlungsergebnisse zur Unfallursache präsentiert. Demnach gäbe es Hinweise darauf, dass sich bei der Unfallfahrt um einen versuchten Suizid der 29-Jährigen gehandelt haben könnte. Da bei dem Unfall auch das elf Monate alte Baby der Dänin getötet hätte werden können, ermitteln Staatsanwaltschaft und die Mordkommission nun wegen versuchten Totschlags. Laut Medienberichten wurde die Mutter in einer geschlossenen Abteilung einer Klinik untergebracht. Angeblich konnte sie bislang nicht vernommen werden.

Anmerkung der Redaktion: Generell berichten wir nicht über (versuchte) Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Eine Berichterstattung findet nur dann statt, wenn die Umstände eine besondere öffentliche Aufmerksamkeit erfahren. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bietet auch der Krisendienst Psychiatrie für München und Oberbayern unter 0180-6553000. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.

Die Erstmeldung:

Die Rettungskräfte waren gegen 3.40 Uhr am Morgen alarmiert worden, nachdem in einem Wohngebiet in der Ortschaft Ratekau - etwa zehn Kilometer nördlich von Lübeck gelegen - ein Auto in einen Bungalow gerast war. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge war der Audi mit dänischer Zulassung aus noch ungeklärter Ursache von der Straße abgekommen, über den Gehweg gerast und hatte dann die Hauswand durchschlagen. Der Wagen kam nach Angaben der Polizeidirektion Lübeck schließlich im Gästezimmer des Bungalows zum Stehen.

Die 29-jährige Fahrerin, laut Bild-Zeitung eine dänische Staatsbürgerin, und ihr Baby (11 Monate alt) wurden bei dem Aufprall leicht verletzt und kamen in ein Krankenhaus. Die beiden Hausbewohner, ein Ehepaar im Alter von 82 und 83 Jahren, wurde durch einen lauten Knall aus dem Schlaf gerissen und musste anschließend von Seelsorgern betreut werden. Zudem mussten die beiden in eine andere Unterkunft umziehen, da das Haus durch den Unfall erheblich beschädigt wurde.

Zuvor als Geisterfahrerin auf A1 unterwegs

Wie genau es zu dem Unfall kommen konnte, ermittelt nun die Polizei. Dabei soll auch umfassend aufgeklärt werden, was rund drei Stunden zuvor passiert war. Dort war dieselbe Autofahrerin bereits als Geisterfahrerin auf der A1 (Hamburg - Flensburg) aufgefallen. Die 29-Jährige war dort mit dem Audi Q5 in Fahrtrichtung Fehmarn auf der Richtungsfahrbahn, die eigentlich in Richtung Süden (Hamburg) führt, unterwegs. Mehrere Zeugen hatten daraufhin per Notruf die Polizei verständigt. Die Polizei stoppte den Wagen. Da ein Atemalkoholtest und ein Drogenschnelltest bei der Dänin negativ ausfielen, durfte sie nach Hinterlegung einer Sicherheitsleistung ihre Fahrt zunächst fortsetzen. Sie hatte bei ihrer Befragung zudem angegeben, in der Dunkelheit die Auffahrten verwechselt zu haben.

Die Feuerwehr sprach unterdessen in einem Facebook-Beitrag von einem „Horror-Crash“. Selbst erfahrene Einsatzkräfte hätten an der Unfallstelle „ungläubig geschaut“, als sie den Audi im Haus und die zahlreichen Glassplitter und Trümmerteile gesehen hätten, hieß es. Zudem wurden ein Fachberater des Technischen Hilfswerkes (THW) und ein Statiker angefordert, die nun die Standfestigkeit des Bungalows prüfen sollen. „Da nicht ausgeschlossen werden kann, dass das Haus durch die Wucht des Aufpralls und das Durchbrechen der Außenmauer beschädigt wurde“, sagte in Feuerwehrsprecher.

mw

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