76 Millionen Euro für einen Rechner

Dank Supercomputer: Uni Stuttgart absolute Weltspitze

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Am Höchstleistungsrechenzentrum in Stuttgart wurde ein neuer Supercomputer vorgestellt.

Gestern stellte die Universität Stuttgart ihren neuen Supercomputer Hawk vor. Der Rechner gehört zu den schnellsten der Welt.

  • Am Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart wurde gestern ein neuer Supercomputer vorgestellt.
  • Der neue Supercomputer Hawk ist einer der schnellsten Rechner weltweit.
  • 76 Millionen Euro hat der neue Supercomputer Hawk gekostet.

Stuttgart - Der Supercomputer "Hawk" gehört zu den schnellsten Rechnern der Welt. Er steht in Baden-Württemberg, genauer: an der Universität Stuttgart. Im Höchstleistungsrechenzentrum können Dank "Hawk" ab April komplexe Simulationen für Wissenschaft und Industrie durchgerechnet werden.

So schnell wie Hawk ist weltweit nur noch ein Rechner in München, wie merkur.de* berichtet. In Stuttgart löst der neue Rechner, der gestern vorgestellt wurde, den alten "Hazel Hen" ab, wie echo24.de* berichtet. Hawk bringt die 3,5-fache Leistung des alten Rechners in Stuttgart. Wissenschaftler und Ingenieure hoffen dadurch immer größere und komplexere Phänomene erforschen zu können.


Supercomputer Hawk an der Uni Stuttgart ist das neue Flaggschiff in Baden-Württemberg

"Mit Hawk wird die schon heute exzellente Forschungsinfrastruktur an der Universität Stuttgart um ein weiteres Flaggschiff ergänzt. Er ermöglicht akademische und industrielle Spitzenforschung überall dort, wo Simulationen und Big Data eine wichtige Rolle spielen. Damit leistet der neue Höchstleistungsrechner einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der Vision ‚Intelligente Systeme für eine zukunftsfähige Gesellschaft‘ der Universität Stuttgart", freut sich Professor Wolfram Ressel, Rektor der Universität Stuttgart.

Der neue Supercomputer Hawk ist von Hewlett Packard Enterprise und hat rund 38  Millionen Euro gekostet. Dabei hat das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst die Hälfte der Kosten getragen. Die andere Hälfte übernahm das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Uni Stuttgart: Supercomputer Hawk ist gut für Wissenschaft UND Wirtschaft

"Mit Hawk können wir in Schlüsselbranchen unseres Landes, in der Mobilität, im Maschinenbau sowie in der Gesundheitsbranche in neue Simulations-Welten vorstoßen. Einer der schnellsten Rechner einer öffentlichen Einrichtung weltweit, der auch der Industrie zur Nutzung offensteht, ist eine kluge Investition in die Zukunft unseres Wissenschafts- und Wirtschaftsstandorts", sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann bei der Vorstellung des neuen Supercomputers.

In Zukunft soll der Supercomputer Hawk helfen, Windkraftanlagen und Motoren von Kraftwerken zu optimieren. Auch die Aerodynamik von Flugzeugen und Autos kann durch den Supercomputer verbessert werden. Als absolute Neuheit könnte Hawk dann auch die Lärmentwicklung eines Flugzeugs detailliert simulieren. Bei einem Blick in die Zukunft und die Herausforderungen, die bald anstehen, kann Hawk auch ganz präzise Klimamodelle simulieren und so detaillierte Klimavorhersagen berechnen.

Unterstützung deutschlandweit: Supercomputer Hawk rechnet nicht nur für die Uni Stuttgart

Doch Hawk wird nicht nur die Wissenschaft unterstützen, sondern auch zehn Prozent seiner Rechenzeit der Wirtschaft in Baden-Württemberg und Deutschland zur Verfügung stellen. Das wird ein entscheidender Standortvorteil für Baden-Württemberg und Stuttgart sein. Auch Heilbronn kann sich nun durch ein besonderes Bildungszentrum als Universitätsstadt bezeichnen.

Das Höchstleistungsrechenzentrum der Universität Stuttgart (HLRS) wurde 1996 als erstes Bundeshöchstleistungsrechenzentrum Deutschlands gegründet. Als Einrichtung der Universität Stuttgart und Mitglied des Gauss Centre for Supercomputing stellt das HLRS seine Rechenkapazitäten Nutzern aus Wissenschaft und Industrie zur Verfügung. Das HLRS betreibt modernste Höchstleistungsrechensysteme und -technologien, bietet erstklassige Weiterbildung in den Bereichen Programmierung und Simulation und forscht an wegweisenden Fragestellungen und Technologien rund um die Zukunft des Höchstleistungsrechnens (HPC). Die HLRS-Expertise umfasst unter anderem die Bereiche wie  die parallele Programmierung, Datenanalytik und künstliche Intelligenz. Die Nutzer seiner Systeme forschen auf ganz unterschiedlichen Forschungsgebieten mit dem Schwerpunkt auf Ingenieurwissenschaften und angewandte Wissenschaften.

*echo24.de und merkur.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerkes

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