Akuter Blinddarm: Notfall oder warten?

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Blinddarm-Entzündung: Patienten warten laut der Studie, sechs bis zwölf Stunden auf die Operation.

Chicago - Die einen haben ihn ein Leben lang,  die anderen sind ihn plötzlich los: Der Blinddarm gehört zu den häufigsten Notfall-Eingriffen. Oft wird diese Operation verschoben, zu Recht?

Bei einer akuten Entzündung des Blinddarms gefährdet ein mehrstündiger Aufschub der Operation den Behandlungserfolg nicht. Selbst nach einer mehr als zwölfstündigen Verzögerung genesen Patienten einer großen Studie zufolge ähnlich gut wie bei einer früheren Operation.

Die Entfernung des Blinddarms ist weltweit der häufigste chirurgische Notfall-Eingriff. Aber oft unterziehen Ärzte Patienten vorher einer Antibiose oder klären medizinische Fragen ab. Zudem stehen Chirurgen bei Personalknappheit oft vor der Frage, ob sie andere Notfälle dringender behandeln müssen.

Nicht der Blinddarm selbst, sondern der Wurmfortsatz, ein Anhängsel an seiner Rückseite, ist bei einer Entzündung betroffen.

Mitarbeiter des amerikanischen Chirurgenverbands (ACS) in Chicago untersuchten daher an fast 33.000 Patienten, ob mehrstündige Verzögerungen des Eingriffs die Prognose gefährden. Die meisten Teilnehmer wurden binnen sechs Stunden nach Einlieferung in die Klinik operiert, zehn Prozent aber erst nach mehr als zwölf Stunden.

Für die Genesung der Patienten spielte dies kaum eine Rolle. Zum späteren Zeitpunkt dauerte der Eingriff lediglich etwas länger, im Mittel 55 statt 51 Minuten.

Die Dauer des Krankenhausaufenthalts stieg von 1,8 auf 2,2 Tage. Komplikationen traten aber nicht häufiger auf, wie die Mediziner in der Zeitschrift “Archives of Surgery“ betonen. (Quelle: “Archives of Surgery“, Vol. 145, S. 886-892)

dapd

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