Kosten für Krankenkassen gesunken

Arzneireport: Großes Sparpotenzial entdeckt

Berlin - Erstmals seit Jahren haben die gesetzlichen Krankenkassen im vergangenen Jahr weniger für Arzneimittel ausgeben müssen - trotzdem gibt es aus Expertensicht enorme Sparmöglichkeiten.

Die gesetzlichen Krankenkassen könnten bei den Arzneimitteln ohne Beeinträchtigungen für die Patienten rund 3,1 Milliarden Euro einsparen. Dies geht aus dem am Donnerstag in Berlin vorgestellten Arzneimittelverordnungs-Report 2012 hervor.

Zwar seien die Ausgaben für Medikamente im vergangenen Jahr mit einem Minus von 1,17 Milliarden erstmalig seit 2004 rückläufig, aber insbesondere bei den sogenannten Analogpräparaten gebe es noch erhebliches Einsparpotenzial, sagte Mitherausgeber und Vizechef der AOK Nordwest, Dieter Paffrath. Rund 2,8 Milliarden Euro könnten alleine bei diesen Medikamenten eingespart werden, die keine oder nur geringe Unterschiede zu bereits etablierten Präparaten haben.

Der Rückgang der Kosten sei vor allem auf das sogenannte GKV-Änderungsgesetz zurückzuführen, sagte Paffrath. Denn trotz der sinkenden Ausgaben seien im Jahr 2011 mehr Medikamente verordnet worden. Im GKV-Änderungsgesetz ist ein erhöhter Herstellerabschlag für Arzneimittel und ein gleichzeitiges Preismoratorium bis 2013 festgelegt. Eine weitere Kostensenkung verspreche das bereits eingeführte Gesetz zur Neuordnung des Arzneimittelmarktes (AMNOG), durch das neue Medikamente zunächst auf ihren Nutzen untersucht werden müssen, bevor sie in den Markt eingeführt werden.

Der Arzneimittelverordnungs-Report wird seit 1985 publiziert. Die ihm zugrunde liegenden Daten werden durch das Wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) zusammengestellt.

dpa

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