Shampoo, Duschgel & Co.

Arzt warnt: Darum ist der "Reinigungswahn" der Deutschen so gefährlich

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Zu viel Duschgel, Shampoo & Co. kann trockene Haut belasten.

Anhänger der "No Poo"-Bewegung schwören darauf: Das Waschen nur mit Wasser soll für Haut und Haare viel gesünder sein. Das sagt ein Experte zum Trend.

Duschgel, Shampoo und Körperpeeling: Heutzutage auf Social-Media-Kanälen findet man sie zuhauf: die Jünger des neuesten Beauty-Trends "No (Sham)Poo". Diese verzichten auf Tenside in Duschgels, Shampoo oder Seifen, da sie der Meinung sind, dass letztere den natürlichen Säureschutzmantel der Haut zerstören würden.

Sie schwören dagegen darauf, so wenig wie nötig Haut und Haare zu reinigen - und wenn, dann nur mit Wasser. Doch ist das wirklich so gesund? Experte Dr. Ernst Tabori, Direktor des Deutschen Beratungszentrums für Hygiene des Universitätsklinikums Freiburg (BZH), klärt auf.

"No Poo": Warum zu viel Duschen und Einseifen die Hautflora zerstört

Der kann in vielen Punkten den "No Poo"-Anhängern nur Recht geben: "Sauber wird man auch mit Wasser", sagt der Hygieneexperte gegenüber T-Online. "Je weniger man an die Haut lässt, desto weniger wird sie in ihrer natürlichen Funktion gestört."

Daher reiche es aus, vor allem jetzt in der kalten Jahreszeit, nur alle zwei bis drei Tage unter die Dusche zu springen. Schließlich greife jedes Duschen und Einseifen tatsächlich den so wichtigen Schutzmantel der Haut an. Zudem schwitze man nun nicht mehr so viel und könne auch ruhig mal auf Duschgel & Co. verzichten.

Der Grund dafür: Jede Dusche entfernt nicht nur Schweiß, Schmutz und Talg, sondern auch gesunde Hautfette. Mit der Folge, dass das Bakterien-Gleichgewicht der Haut gestört wird. Doch nur eine gesunde Hautflora könne Krankheitserreger davon abhalten, in den Körper einzudringen, so Tabori weiter.

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Leiden Sie unter trockener oder fettiger Haut? Dann probieren Sie es mal mit milden Reinigungsprodukten

Besonders Menschen, die unter einer trockenen Haut leiden, sollten daher so wenig Reinigungsmittel wie möglich an ihre Haut lassen. Das verringert das Risiko für Juckreiz oder sogar Allergien und Ausschläge. Wenn Sie zum Beispiel nach dem Sport besonders stark schwitzen, reicht es, die betroffenen Hautstellen mit einem unparfümierten, alkoholfreien Duschöl einzuseifen.

"Es ist wichtig, auf das zu verzichten, was die Haut reizt", erklärt der Experte. So empfehle er generell, eher zu milden, seifenfreien Produkten mit einem pH-Wert von 5,5 bis 7 zu greifen. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, die Hautstellen, die vermehrt zum Schwitzen neigen, darunter den Intimbereich, Achseln und die Fußsohlen im Zuge einer "Katzenwäsche" morgens und/oder abends ganz einfach zu reinigen.

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Wer allerdings mit fettiger (Kopf-)Haut zu kämpfen hat, dem ist die "No Poo"-Bewegung eher abzuraten, meint Tabori. "Es muss klar sein, dass fettige Partikel nicht wasserlöslich sind und Wasser allein die Haare nicht von Fett befreien kann." Zwar schütze der Talg Haare und Haarwurzel, doch strähnige Haare können schnell als ungepflegt wahrgenommen werden, so der Experte weiter.

Seife beim Händewaschen ist in der Grippezeit Pflicht

Wo Sie allerdings immer zur Seife greifen sollten, ist beim regelmäßigen Händewaschen, empfiehlt der Experte. "Das Waschen der Hände ist das Beste, was man im Kampf gegen Infektionen tun kann und da ist Seife ein absolutes Muss."

Gerade jetzt, wo es wieder kälter wird und grippale Infekte umgehen, ist dieser Tipp wichtiger denn je. Am besten halten Sie hierzu Ihre Hände mindestens 30 Sekunden unter den Wasserstrahl. Diese dabei gründlich einseifen und reiben. Gut zu wissen: Dabei ist es nicht wichtig, ob das Wasser warm oder kalt ist.

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jp

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