Badeunfälle: Wenn das Wasser zur Gefahr wird

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Wasserburg am Inn - Sommerliches Badevergnügen endet immer wieder tödlich. Die Johanniter geben Tipps zum richtigen Verhalten bei Badeunfällen.

Durch Leichtsinn, Kreislaufprobleme, Alkohol oder Überschätzung der eigenen Kräfte ertrinken in den Sommermonaten pro Tag durchschnittlich zwei Menschen in Deutschland - im Jahr 2010 waren es insgesamt 438 Personen (Quelle: Statista). Besonders gefährdet sind kleine Kinder: Bei ihnen gehört Ertrinken zu den häufigsten Todesursachen überhaupt. Aber auch ältere Menschen gehören zur Risikogruppe. Wie in vielen lebensbedrohlichen Situationen kommt es auch hier auf schnelle Erste Hilfe an.

Nicht den Eigenschutz vergessen Thomas Fuchs, Erste-Hilfe-Ausbildungsleiter der Johanniter in Wasserburg: "Vor einem Rettungsversuch sollte man unbedingt weitere Personen auf den Notfall aufmerksam machen, die über den Ruf 112 den Rettungsdienst alarmieren können. Der Retter, der den Ertrinkenden aus dem Wasser ziehen will, darf auf keinen Fall den Eigenschutz vergessen. Wenn möglich, reicht man der betroffenen Person einen schwimmenden Gegenstand, um direkten Kontakt zu vermeiden. Denn wenn sich der Ertrinkende in Panik an den Retter klammert, könnte er den Helfenden unter Wasser drücken." An Land muss schnell Erste Hilfe geleistet werden, bis der Rettungsdienst eintrifft. "Ist der Betroffene bewusstlos, wird er in die stabile Seitenlage gebracht. Atmet er nicht mehr, muss der Ersthelfer sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung beginnen", erklärt Thomas Fuchs.

30 Mal drücken, zwei Mal beatmen Dabei geht es nicht darum, Wasser aus Lunge oder Magen herauszudrücken: "Das bringt nichts und kostet nur wertvolle Zeit", sagt Fuchs. Stattdessen macht der Ersthelfer den Oberkörper des Betroffenen frei, sucht die Mitte des Brustkorbs und drückt mit übereinander gelegten Handballen das Brustbein vier bis fünf Zentimeter tief senkrecht Richtung Wirbelsäule. Die Druckmassage sollte eine Frequenz von etwa 100 bis 120 Mal pro Minute haben, also ein bis zwei Mal pro Sekunde. Nach 30 Druckmassagen folgen zwei Atemspenden. Dazu muss der Ersthelfer den Kopf des Betroffenen vorsichtig nach hinten überstrecken. Der Helfer legt seinen geöffneten Mund über den Mund des Patienten und beatmet diesen zwei Mal langsam, bis sich dessen Brustkorb hebt und senkt. Danach folgen wieder 30 Herzdruckmassagen.

Wie man bei Notfällen richtig handelt, kann man bei einem Erste-Hilfe-Kurs der Johanniter lernen. Die nächsten Termine erfährt man unter 08071 95566 oder www.johanniter-wasserburg.de.

Pressemeldung Johanniter Wasserburg

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