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Neue Herbstwelle befürchtet

Neuer Omikron-Impfstoff: Wer sich jetzt impfen lassen sollte

Coronavirus - Impfaktion Bielefeld
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Symbolbild Corona-Impfung

Der angepasste Corona-Impfstoff steht in den Startlöchern. Die EMA hat eine Empfehlung ausgesprochen, bereits ab dieser Woche wird es in der Region möglich sein, sich gegen die Omikron-Variante BA.1. boostern zu lassen. Wir klären, für wen eine Impfung jetzt infrage kommt.

Berlin –Ich gehe davon aus, dass wir ab Oktober Schwierigkeiten bekommen werden“, so die Aussage von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) Ende August. Klar ist, neben einer im Raum stehenden, wieder ausgeweiteten Maskenpflicht bleibt die Impfung eines der stärksten Werkzeuge im Kampf gegen das Virus.

Das sagen Experten

Nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA eine Empfehlung für zwei neue, angepasste Impfstoffe ausgesprochen hat, gab es auch seitens der Europäischen Kommission eine entsprechende Zulassung für die Präparate von Biontech/Pfizer und Moderna. Die bivalenten mRNA-Präparate versprechen Schutz vor dem ursprünglichen Sars-CoV-2 und vor der Omikron-Sublinie BA.1. Diese Variante spielt hierzulande keine Rolle mehr. Experten gehen jedoch davon aus, dass die neuen Impfstoffe auch Vorteile gegen den derzeit dominierenden Subtyp BA.5 bringen.

Der Impfstoffexperte der Berliner Charité Leif Sander plädiert dafür, den aktuellsten verfügbaren Impfstoff für den größtmöglichen Nutzen zu nehmen. Sollte demnächst ein an die derzeit vorherrschenden Sublinien angepasstes Vakzin auf den Markt kommen, präferiere er dieses. „Man muss aber auch sagen: Es gibt wahrscheinlich keine riesengroßen Unterschiede zwischen den Impfstoffen.“

„Die neuen angepassten Impfstoffe kommen für die Gruppen infrage, denen die ständige Impfkommission (Stiko) bereits eine zweite Booster-Impfung empfiehlt. Das sind Personen über 60, Gruppen mit Risikofaktoren und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, die bislang noch keine vierte Impfung bekommen haben“, zitiert die dpa Sander, Mitglied des Corona-Expertenrates der Bundesregierung.

Diese Omikron-Varianten sind vorherrschend

  • Omikron-Subtyp BA.5: BA.5 ist ansteckender als seine Vorgänger-Varianten, wodurch sich BA.5 in vielen Ländern gegen andere Virusvarianten durchsetzen konnte – auch in Deutschland. Jedoch wurden bei den meisten Infizierten keine schweren Krankheitsverläufe verzeichnet.
  • Omikron-Subtyp BA.1: Die erste bekannte Omikron-Variante. Diese war der Apotheken Umschau zufolge von Ende Dezember 2021 bis Ende Februar 2022 die vorherrschende Virusvariante in Deutschland. Abgelöst wurde sie von der Virusvariante BA.2, die bis Anfang Juni 22 dominant war. Seitdem weisen Forschende vermehrt Ansteckungen mit dem Subtyp BA.5 nach.

Empfohlen bislang nur für Ältere und Risikopatienten

Laut Bundesgesundheitsministerium, Robert-Koch-Institut und impfdashbord.de sind mittlerweile mehr als 76 Prozent der Menschen in Deutschland grundimmunisiert, rund 62 Prozent sind mindestens einmal geboostert. Dazu kommt, dass nach mittlerweile mehr als zwei Jahren Pandemiegeschehen viele Menschen genesen sind. Auch Geimpfte wurden während der Omikron-Welle infiziert, besitzen also einen Impf- und Genesenen-Schutz. Es ist fraglich, wer also überhaupt für eine weitere Immunisierung in Betracht kommt. Stand 29. August empfiehlt die Ständige Impfkommission eine vierte Corona-Impfung für Risikopatienten sowie Personen ab 60 Jahren. Eine offizielle Einschätzung der Stiko zu den kommenden, angepassten Impfstoffen steht jedoch noch aus.

Aus Sicht von Leif Sander wird es immer schwieriger, einzelne Impfentscheidungen durch generelle Empfehlungen der Stiko abzudecken: „Es kann viele individuelle Gründe geben, dass jemand, der nominell nicht unter die Stiko-Empfehlung fällt, sich doch für eine vierte Impfung entscheidet - und das kann man auch machen.“
Biontech-Chef Uğur Şahin spricht sich im Tagesspiegel für eine Covid-19-Impfung in einem Abstand von sechs bis acht Monaten aus. Wer sich noch nicht mit der Omikron-Variante infiziert habe, könne diesen Abstand vermutlich verkürzen, erklärt Şahin.

Für wen ist der neue Impfstoff geeignet?

  • Personen über 60 Jahren
  • Risikopatienten sowie Pflegeheimbewohner
  • Mitarbeiter im Gesundheitswesen, ohne vierte Impfung

Auch für jüngere, gesunde Menschen können die neuen Impfstoffe interessant werden, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Liegt bei diesen die letzte Impfung bereits mehrere Monate zurück, könnten auch diese Personen ihren Immunschutz nochmals steigern. Auch mit Blick auf potenzielle Langzeitfolgen nach einer Corona-Erkrankung erscheint eine Boosterimpfung nach einiger Zeit sinnvoll. Momentan empfiehlt die Stiko einen Abstand von sechs Monaten. Möglicherweise wird beim Omikron-Booster ein ähnlicher Zeitraum veranschlagt.

fl/dpa

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