Bekommen Sie eine Kur? Ihre Fragen und die Antworten

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Unsere Kur-Experten: Rudolf Weinberger (oben linkns), Claudia Hofer (oben rechts), Dr. med. Holger Dittmann (unten links) und Klaus Holetschek (unten rechts)

Landkreis - Haben Sie Anspruch auf eine Kur? Zahlreiche Userinnen und User haben an unsere Experten ihre Fragen geschickt. Hier sind die Antworten.

Was tun, wenn mein Kur-Antrag abgelhnt worden ist? Welche kur eignet sich für welches Leiden? Fragen wie diese stellten unseren Userinnen und User unserem vierköpfigen Experten-Gremium. Klaus Holetschek, Vorsitzender des Bayerischen Heilbäder-Verbandes, Rudolf Weinberger, Geschäftsführer des Bayerischen Heilbäder-Verbandes, Claudia Hofer, Geschäftsstellen-Leiterin des Bayerischen Heilbäder-Verbandes, und Dr. med. Holger Dittmann, Ärztlicher Direktor der Simssee Klinik in Bad Endorf, haben sie kompetent beantwortet.

Magen-OP und Rückenbeschwerden - was steht mir zu?

DIE FRAGE: Frau L. aus Obing:  "Ich sollte am 14.02.2013 einen Magenschlauch bekommen, doch die OP wurde abgebrochen wegen Komplikationen. Jetzt bekomme ich einen Magenballon gesetzt zur Vorbereitung auf die dann folgende OP. Ich möchte oder würde gerne eine Reha oder Kur machen, die mich noch zusätzlich unterstützt, weil ich ja auch gerne wieder am Arbeitsleben teilnehmen möchte. Ich brauche auch dringend Bewegungstherapie für meinen Rücken wegen einer Bandscheibenvorwölbung. Was steht mir zu?

DIE ANTWORT: Eine Rehabilitation unterstützt Sie bei der Genesung nach einer Erkrankung und hilft, Rückfälle und Folgeprobleme zu verhindern oder zu vermindern. Eine besondere Form der Rehabilitation ist eine Anschlussheilbehandlung, die in direktem Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt durchgeführt wird. Sprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt oder auch dem Sozialdienst des Krankenhauses, ob eine solche Maßnahme im Anschluss an die geplante Operation vorgesehen ist. Bei einer Anschlussheilbehandlung müssen Sie eine Selbstbeteiligung von 10 Euro je Tag für höchstens 28 Tage bezahlen. Zuzahlungen, die im laufenden Kalenderjahr bereits an eine andere Krankenanstalt geleistet wurden, werden hier angerechnet. Wegen der Bewegungstherapie für Ihren Rücken sprechen Sie bitte ebenfalls mit Ihrem Arzt. Er kann Ihnen hier entsprechende Leistungen wie Massagen, Krankengymnastik etc. verordnen oder je nach Schwere des Krankheitsbildes zu einer ambulanten oder stationären Kur raten. 
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

 

Ambulante oder stationäre Kur?

DIE FRAGE: Herr. B. aus Rosenheim: Wir sind 73 und 81 Jahre alt. Ich bin 100% Schwerbehindert. Seit Jahren werden die Kuren immer wieder abgelehnt. Wir haben jetzt wieder eine stationäre Kur beantragt, diese wurde wieder abgelehnt. Begründung: Eine ambulante Kur reiche aus. Wir sind beide seit vielen Jahren wegen Rückenbeschwerden bei einem Orthopäden in Behandlung, der uns eine stationäre Kur empfohlen hat. Der Medizinische Dienst der AOK lehbnt die Kuren immer ab. Also müssen wir wieder zur ambulanten Kur nach Franzensbad/Cz fahren, diese wurde jetzt bewilligt

DIE ANTWORT: Wenn Sie noch ausreichend gehfähig sind, sind Sie mit einer ambulanten Badearztkur im Grundsatz besser bedient, so wie ich ihr Anliegen verstehe. Die stationäre Kur ist eine Rehabilitation, diese ist aktiv ausgerichtet, gruppenorientiert. Sie werden also kaum Packungen, Massagen oder dergleichen vorfinden, so wie ich Ihre Erwartung einschätze. Dass jetzt eine Kur in Franzensbad genehmigt wurde, ist kulant.
- beantwortet von Dr. med. Holger Dittmann, Simssee Klinik

Wer ist für Kur-Anträge zuständig?

DIE FRAGE: Frau T. aus Bad Feilnbach: "Ich hatte 2010 einen Glatteisunfall und habe mir dabei meinen linken Oberschenkelhals und mein linkes Handgelenk gebrochen. Im Oberschenkel habe ich nach einer Not-OP 3 Schrauben und im Handgelenk eine Platte. Danach wurde mir zur Wiedereingliederung im Arbeitsprozess eine Reha verordnet. Nun wollte ich nachfragen, ob ich die rechtliche Voraussetzung erfülle, eine weitere Kur zur Besserung bzw. Linderung meiner noch immer bestehenden Schmerz-Probleme zu bekommen. Was muss ich dafür unternehmen, wer ist dafür zuständig, wohin muss ich mich wenden bzw. habe ich überhaupt Chancen eine Kur zu bekommen? Ich bin berufstätig und arbeite 35 Stunden in der Woche und versuche selbst in der einen oder anderen Weise meine Beweglichkeit und Schmerzen durch regelmäßigen Sport zu mindern. Aber das ist nicht immer so einfach, weil mein linkes Bein durch den Einsatz der Schrauben ca. 2 cm verkürzt ist und dadurch nun auch noch erhebliche Rückenschmerzen dazu kommen."

 DIE ANTWORT: Eine Rehabilitationsmaßnahme kann laut § 40 Abs. 3 SGB V frühestens nach vier Jahren erneut durchgeführt werden, es sei denn, eine vorzeitige Wiederholung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich. Ihr Arzt müsste diese Dringlichkeit entsprechend begründen, da Ihr Unfall und die darauf folgende Rehabilitation zur Wiedereingliederung ins Arbeitsleben noch keine vier Jahre zurückliegen. Vielleicht besteht auch die Möglichkeit, eine ambulante Vorsorgeleistung nach § 23 Abs. 2 SGB V zu beantragen. Diese Maßnahmen helfen, die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen und verhindern, dass Krankheiten entstehen, fortschreiten oder sich verschlimmern. Der Schwerpunkt einer ambulanten Kur liegt nicht nur auf der ärztlichen Behandlung, sondern auch auf der Anwendung von ortsgebundenen Heilmitteln, auf Maßnahmen zur Verbesserung des Allgemeinzustandes und auf Gesundheitsberatung. Eine ambulante Vorsorgeleistung kann alle drei Jahre genehmigt werden. Sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, ob eine dieser Maßnahmen für Sie in Frage kommt. Die entsprechenden Antragsformulare erhalten Sie gegebenenfalls von Ihrem Arzt oder auch von der Krankenkasse.
- beantwortet von Rudolf Weinberger, Bayerischer Heilbäder-Verband e. V.

Wie widerspricht man einen Kur-Ablehnung?

DIE FRAGE: Frau B.-F. aus Kolbermoor: Seit 01.01.13 bin ich Rentnerin mit Hinterbliebenen- sowie vorgezogener Altersrente. Mit Unterstützung meines Hausarztes und diverser Fachärzte hab ich jetzt einen Kurantrag an meine Krankenversicherung gestellt. Wie kann ich bei Ablehnung gezielt widerprechen? Welche gavierenden Ansprüche habe ich?

DIE ANTWORT: Wichtig für den Kurantrag ist die Begründung der medizinischen Notwendigkeit durch Ihren Hausarzt oder Fachärzte. Sollte der Kurantrag dennoch abgelehnt werden, haben Sie einen Monat Zeit, Widerspruch einzulegen. Bitten Sie dabei Ihren Hausarzt oder Fachärzte um Hilfestellung. Eine nochmalige ärztliche Stellungnahme zur Dringlichkeit und der medizinischen Notwendigkeit einer Kur erhöht die Aussicht auf Erfolg. Gegebenenfalls sollte der Arzt in seiner Stellungnahme auch darauf hinweisen, dass die Möglichkeiten am Wohnort bereits ausgeschöpft sind. Ihr Widerspruchsschreiben sollte beispielsweise folgende Sätze enthalten: - Ich bin mit der Ablehnung meines Kurantrages nicht einverstanden. - Hiermit lege ich Widerspruch gegen Ihre Ablehnung vom … für meinen Antrag vom … ein. - Ich bitte Sie, den damals beigefügten Arztbericht und die neuerliche Stellungnahme noch einmal genau zu überprüfen. - Ich mache Sie darauf aufmerksam, dass es sich um eine Leistung der Krankenkasse handelt, die alle drei/vier (je nach Art der Maßnahme) Jahre gewährt werden kann. In vielen Fällen werden zunächst abgelehnte Kuranträge dann doch noch von den Krankenkassen genehmigt.
- beantwortet von Rudolf Weinberger, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Bin ich reif für eine Kur?

DIE FRAGE: Herr. B. aus Rosenheim: Ich habe das ganze Jahr Rückenbeschwerden. Von einem Orthopäden wurde mir ein spezieller Gürtel verschrieben, der aber gar nichts bringt. Ich bin Maurer, 52 Jahre alt und habe bisher noch keine Kur bekommen. Wäre es da sinnvoll mal eine einzureichen?
DIE ANTWORT: Sie sprechen genau dasThema an: ja. Der Begriff Kur ist für die Vorsorge reserviert. Dies sehe ich bei Ihnen schwerer, "das ganze Jahr" Rückenbeschwerden. Hier kommt der Begriff der Rehabilitation ins Spiel. Diese Behandlungsform wird in Rehabilitationskliniken oder ambulanten Rehazentren geleistet. Natürlich können Sie Orte wählen, die ein ortsgebundenens Heilwasser haben, also z.B. eine Therme. Dies sind dann Kurorte, wo viele Rehabilitationskliniken angesiedelt sind. Zuständig als Kostenträger der Rehabilitation ist bei Ihnen, wenn man noch arbeitet, die Deutsche Rentenversicherung. Einen Antrag hierzu stellen Sie, Ihr behandelnder Arzt ergänzt die medizinischen Angaben, gerade wenn die Arbeitsschwere und die Beschwerden im Missverhältnis stehen. Ziel der Behandlung ist es, Ihre Arbeitsfähigkeit und letztlich Erwerbsfähigkeit zu erhalten. Was ist zu tun (therapeutisch), was können Sie tun und nachhaltig dazu beitragen, dass es weiter geht. Das wird in diesen Rehabilitationseinrichtungen vermittelt.
- beantwortet von Dr. med. Holger Dittmann, Simssee Klinik

Mit 26 zur Asthma-Kur?

DIE FRAGE: Herr C. aus Tuntenhausen: Ich habe seit meiner Geburt Asthma und bin jetzt 26 jahre alt. Gibt es bei mir eine Möglichkeit, eine Kur zu machen?

DIE ANTWORT: Grundsätzlich können Sie eine Kur beantragen. Bitte sprechen Sie hierzu mit Ihrem behandelnden Arzt. Es ist Sache des Arztes, die medizinische Notwendigkeit der Kurmaßnahme zu begründen. Je nach Schwere des Krankheitszustandes wird Ihnen der Arzt zu einer ambulanten oder stationären Kur raten.
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Übergewicht durch Kur korrigieren?

DIE FRAGE: Frau K. aus Töging: Ich bin 43 Jahre alt und seit meinem 17 Lebensjahr vollzeit berufstätig. Meine zwei mittlerweile erwachsenen Söhne habe ich mit Vollzeitbeschäftigung allein großgezogen. Bei meinem Hausarzt stoße ich auf taube Ohren bei der Anfrage auf eine Kur,ich würde ja mein Leben gut im Griff haben. Allerdings sollte ich abnehmen, 105 kg bei 1,63 cm und erhöhte Cholesterin-Werte. An wen kann ich mich noch wenden, wenn ich eine Kur beantragen möchte? Muss ich einen Arztwechsel in Betracht ziehen? Immerhin muss ich für mich selbst sorgen und würde ja gerne dem Arbeitsmarkt lange zur Verfügung stehen.

DIE ANTWORT: Antragsformulare für Kuren erhalten Sie nicht nur von Ihrem Arzt sondern auch von der Krankenkasse. Es ist allerdings Sache des Arztes, die medizinische Notwendigkeit einer Kurmaßnahme zu bescheinigen und eine Maßnahme mit geeigneten Therapiekonzepten zu empfehlen. Suchen Sie deshalb noch einmal das Gespräch mit Ihrem Hausarzt. Sollte er Ihr Anliegen weiterhin nicht unterstützen, können Sie einen Arztwechsel in Erwägung ziehen.
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Als Privatpatientin den Kurantrag richtig stellen

DIE FRAGE: Frau S. aus Raubling: Als Beamtin bin ich privatversichert mit 30 % Krankenkasse und 70 % Beihilfe. Nach einem für mich schweren privaten Schicksalschlag - ich war in psychatischer ambulanter Behandlung - wollte ich in einer Psychosomatischen Klinik einen stationären Aufenthalt. Ich hatte ein Attest vom Hausarzt und vom Gesundheitsamt ein Gesundheitszeugnis. Von der Beihilfe bekam ich sofort die Zusage, von der Krankenkasse bekam ich die Zusage für die Behandlung aber nicht für Unterkunft und Verpflegung (lt. Aussage der Krankenkasse sehen sie nicht die Notwendigkeit). Trotz mehrfach eingelegtem Widerspruch kam ein Kuraufenthalt für mich nicht zustande. Ich habe sogar an meine "Wunschklinik" die Zusageschreiben von Krankenkasse und Beihilfe geschickt mit der Bitte, mir mitzuteilen, welchen Anteil ich mit diesen Zusagen zu tragen hätte. Da wurde mir mitgeteilt, dass ich als Selbstzahler mit 2.000,-- € (für 2 Wochen) aufgenommen werden würde. Da sich zwar mein psychischer Gesundheitszustand etwas gebessert hat, wäre ich auch jetzt noch sehr froh, wenn ich einen Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik - oder auch eine Erholungskur - bekommen würde. Wie muss ich als Privatpatientin eine Kur richtig beantragen, damit die Kosten übernommen werden?

DIE ANTWORT: Sie sprechen von einer Erholungskur. Wir gehen davon aus, dass Sie damit eine ambulante Vorsorgeleistung nach § 23 Abs. 2 SGB V meinen. Diese Maßnahme hilft, die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen und verhindert, dass Krankheiten entstehen, fortschreiten oder sich verschlimmern. Die Kostenübernahme für ambulante Vorsorgeleistungen ist im Vorfeld ebenfalls mit der Beihilfestelle und der Krankenkasse abzusprechen. Erfahrungsgemäß entstehen den Krankenkassen bei dieser in der Regel dreiwöchigen Maßnahme für ärztliche Behandlung, physikalische Therapie und gegebenenfalls Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung maximal Kosten in Höhe von 530 Euro. Bei einer ambulanten Vorsorgeleistung können Sie Kurort und Unterkunft gemeinsam mit Ihrem Arzt weitgehend frei wählen. Die Beantragung dieser Maßnahme erfolgt über ein Formular, das Sie von Ihrer Krankenkasse erhalten. Es besteht einerseits aus dem Patientenfragebogen, den Sie selbst ausfüllen können. Andererseits ist die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme von Ihrem Arzt (Haus- oder Facharzt) zu bestätigen.
- beantwortet von Rudolf Weinberger, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Problem mit der HWS - Kur möglich? 

DIE FRAGE: Frau S. aus Palling: Seit Jahren leide ich an Problemen an der HWS. Massagen und Fango haben nichts gebracht. Eine Freundin meinte, in meinem Alter (50) bräuchte ich gar nicht um eine Kur anfragen, ich bekäme sowieso keine. Meine Beschwerden äußern sich mit Kopfschmerzen, steifem Nacken bis hin zum Schwindel. Kann ich trotzdem eine Kur beantragen, wo und in welcher Form?

DIE ANTWORT: Vielleicht hat Ihre Freundin schon selbst schlechte Erfahrungen mit einem Kurantrag gemacht… Dennoch gilt: Sie können eine Kur beantragen. Die Krankenkasse ist beim Thema „Kur“ stets Ihr Ansprechpartner. Dort oder bei Ihrem Arzt erhalten Sie alle nötigen Auskünfte sowie die Antragsformulare. Es ist Sache des behandelnden Arztes, die medizinische Notwendigkeit einer Kur zu bescheinigen und eine entsprechende Maßnahme mit geeigneten Therapiekonzepten zu empfehlen. Gegebenenfalls sollte der Arzt darauf hinweisen, dass die Maßnahmen am Wohnort bereits ausgeschöpft sind. Je nach Schwere Ihres Krankheitszustandes wird Ihnen Ihr Arzt zu einer ambulanten oder stationären Kur raten. Es gibt verschiedene Kurformen: Ambulante Vorsorgeleistungen nach § 23 Abs. 2 SGB V helfen, die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen und verhindern, dass Krankheiten entstehen, fortschreiten oder sich verschlimmern. Bei dieser Maßnahme können Sie den Kurort und die Unterkunft gemeinsam mit Ihrem Arzt weitgehend frei wählen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der ärztlichen Behandlung und 90 Prozent der Kurmittelkosten. Zu den übrigen Kosten wie Unterkunft, Verpflegung, Fahrtkosten und Kurbeitrag zahlen einige Krankenkassen ein Zuschuss von bis zu 13 Euro pro Tag. Bitte erkundigen Sie sich schon im Vorfeld einer solchen Maßnahme bei Ihrer Krankenkasse, da dies unterschiedlich gehandhabt wird. Die Kur als ambulante Vorsorgeleistung ist von den Leistungen zur medizinischen Rehabilitation abzugrenzen. Eine Rehabilitation ist eine Maßnahme zur Genesung nach einer Erkrankung, um Rückfälle und Folgeprobleme zu verhindern bzw. zu vermindern. Die Rehabilitation kann sowohl in ambulanten als auch in stationären Einrichtungen erfolgen. Pro Tag hat der Patient eine Selbstbeteiligung von 10 Euro zu bezahlen. Sollte Ihr Kurantrag abgelehnt werden, gehen Sie unbedingt in Widerspruch. Viele zunächst abgelehnte Kuranträge werden dann doch noch von den Krankenkassen genehmigt.
- beantwortet von Klaus Holatschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Gesucht: Kurort für Gelenkerkrankungen

DIE FRAGE: Herr S. aus Raubling: Welche Kurorte sind für Beschwerden des Bewegungsapparates am erfolgverspechensten. Es handelt sich um Athrose im Sprunggelenk, Knorpelschaden im Knie und LWS-Syndrom.

DIE ANTWORT: Für die Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparats kommen verschiedene Heilbäder und Kurorte in Betracht. Beispielsweise lindert schwefelhaltiges Wasser Gelenkbeschwerden, Moorbäder werden zur Behandlung von Rückenleiden eingesetzt. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Haus- oder Facharzt, welche Therapie für Ihr Krankheitsbild am besten geeignet ist. Die Adressen und Indikationen der bayerischen Heilbäder und Kurorte sind in der kostenlosen Broschüre „Hier ist Ihre Gesundheit in besten Händen“ zusammengefasst. Diese Broschüre können Sie im Internet unter www.gesundes-bayern.de bestellen. Dort finden Sie auch unseren Gesundheitsfinder, mit dem Sie nach geeigneten Einrichtungen und den entsprechenden Leistungserbringern suchen können. 
- beantwortet von Claudia Hofer, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Auf Kur mit einem Kleinkind?

DIE FRAGE: Frau N. aus Altenmarkt: Ich bin 55 Jahre, seit 7 Jahren Pflegemutter von vier Kindern im Alter von 19, 17 und 16 und fünf Jahren, zwei Kinder haben FAS. Vor allem in den letzten Monaten merke ich, dass meine Batterien zu Ende gehen, neu aufgeladen werden müssten. Ich bin nicht krank, nur ausgepowert. Eine Kur ohne unsere 5-jährige ist nicht möglich.

DIE ANTWORT: Nach §§ 24 und 41 SGB V haben Mütter oder Väter spezielle Rechtsansprüche auf bedarfsgerechte Kuren, wenn die medizinischen Voraussetzungen gegeben sind. Seit dem 1. August 2007 sind Eltern-Kind-Leistungen Pflichtleistungen der Krankenkassen. Nähere Auskünfte erhalten Sie vom Müttergenesungswerk sowie den kirchlichen und gemeinnützigen Trägern wie beispielsweise der Caritas oder der Diakonie. Vereinbaren Sie zunächst ein Beratungsgespräch. Von der jeweiligen Beratungsstelle erhalten Sie das notwendige Attestformular für Ihren Kurantrag. Anschließend gehen Sie zu Ihrem behandelnden Arzt und besprechen, ob die medizinische Voraussetzung für eine Kurmaßnahme gegeben ist. Liegt die Bestätigung der medizinischen Notwendigkeit vor, bereiten Sie gemeinsam mit der Beratungsstelle Ihren Kurantrag vor. Die Beratungsstelle unterstützt Sie bei der Suche nach einer passenden Einrichtung. Falls die Krankenkasse Ihren Antrag ablehnt, sollten Sie unbedingt Widerspruch einlegen. Auch hierbei hilft Ihnen die jeweilige Beratungsstelle. Wird die Maßnahme genehmigt, so übernimmt die Krankenkasse die vollständige Kostenerstattung. Sie haben nur einen Eigenanteil von 10 Euro pro Tag zu bezahlen. Kinder sind immer zuzahlungsfrei.
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Wann ist man "zu fit" für eine Kur?

DIE FRAGE: Herr B. aus Rosenheim: Ich bin 50 Jahre alt, arbeite als Intensivpfleger mit Nacht- und Wechselschicht und den Expositionen einer Intensivstation. Ich habe seit Jahren Herzrythmusstörungen, leichtes, mittleres Übergewicht ( 1,77m/98kg) sowie Knie- und Schulterprobleme; das übliche halt. Ich nehme Betablocker und ASS, mache Sport Fitnesstudio, Bergwandern, "Garteln etc.). Mein Hausarzt lacht nur, wenn ich wegen einer Kur anfrage, und sagt, dass ich zu fit sei. Die Orthopädischen "Zipperlein" habe ich mit dem Fitnessstudio relativ gut im Griff. Den Besuch eines Orthopäden vermeide ich soweit wie möglich. Sehen Sie eine reele Chance für eine Kur? Ich würde gerne etwas für meine kardiale Baustelle und damit verbunden gegen mein Übergewicht tun.

DIE ANTWORT: Ambulante Kuren nach § 23 Abs. 2 SGB V sind zielgerichtete und komplexe medizinische Leistungen. Neben der ärztlichen Behandlung spielen ortsgebundene natürliche Heilmittel, Maßnahmen zur Verbesserung des Allgemeinzustandes und Gesundheitsberatung eine wichtige Rolle. Entscheidend für den Erfolg einer Kur ist, dass die Maßnahme in der richtigen Phase des Krankheitsverlaufs in die Behandlung integriert wird, um so die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen und zu verhindern, dass Krankheiten entstehen, fortschreiten oder sich verschlimmern. Die körpereigenen Heilkräfte sollen aktiviert und krankheitserregende Faktoren des Lebens im Alltag durch Aufklärung und Training minimiert werden. Sprechen Sie bitte noch einmal mit Ihrem Hausarzt, da er die Kurmaßnahme empfehlen und entsprechend begründen muss. Sollte er eine Kur nicht befürworten, können Sie entweder einen Facharzt aufsuchen oder einen Arztwechsel in Erwägung ziehen.
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Dürfen Selbständige auf Kur?

DIE FRAGE: Herr K. aus Essen: Habe ich auch als Selbständiger Anspruch auf eine Kur? Ich bin freiwilliges Mitglied der BKK RWE.

DIE ANTWORT: Auch als Selbständiger können Sie als Versicherter der BKK RWE eine Kur beantragen. Ihre Krankenkasse ist hierfür immer der Ansprechpartner. Dort oder von Ihrem Arzt erhalten Sie alle Auskünfte und Antragsformulare. Der Arzt ist es auch, der eine Kurmaßnahme zu empfehlen und medizinisch zu begründen hat. Je nach Krankheitsbild wird er sich für einen ambulanten oder stationären Aufenthalt aussprechen.
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Schlimme Kreislaufproblem - kann ich zu Kur?

DIE FRAGE: Frau K. aus Reichertsheim: Mich würde interessieren ob mir eine Kur zustehen würde und ob ich die volle Kostenübernahme bekommen würde bzw was sowas überhaupt kosten würde. Ich bin Mutter von drei Kindern. die im Schul- und Kindergartenalter sind. Ich lebe mit meinem Mann auf dem Hof der Schwiegereltern. Ich helfe dort mit, habe mir eine Arbeitsstelle suchen müssen und seit November 2012 muss ich ein Medikament gegen Depressionen nehmen, weil ich mit dem Druck des "Nichts recht machen" nicht mehr klar kam. Es äusserte sich durch massive Kreislaufprobleme, die schön langsam wieder kommen.

DIE ANTWORT: Die Kur in staatlich anerkannten Heilbädern und Kurorten ist eine komplexe, ärztlich geleitete Übungsbehandlung zur Vor- und Nachsorge. Kuren helfen, die Gesundheit zu erhalten oder wiederherzustellen, Krankheiten zu vermeiden oder zu lindern. Hierfür psychisch und physisch vorteilhaft ist auch der Wechsel von Ort, Klima und Milieu. Der Begriff „Kur“ umfasst ein weit verzweigtes System unterschiedlicher Maßnahmen: Hierzu zählen unter anderen die ambulanten Vorsorgeleistungen nach § 23 Absatz 2 SGB V. Bei dieser Maßnahme können Kurort und Unterkunft entsprechend der Indikation weit gehend frei gewählt werden. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten der ärztlichen Behandlung und 90 Prozent der Kurmittelkosten. Ob die Krankenkasse Zuschüsse für Unterkunft und Verpflegung bezahlt, ist im Vorfeld abzuklären. Hierfür gibt es keine einheitliche Regelung. Als Kur wird oftmals auch eine Rehabilitationsleistung bezeichnet. Die Rehabilitation erfolgt zur Genesung nach einer Erkrankung. Oftmals dient sie auch der Wiedereingliederung in das Arbeitsleben. Eine Rehabilitation kann sowohl ambulant als auch stationär erfolgen. Pro Kurtag hat der Patient eine Selbstbeteiligung von zehn Euro zu leisten. Alle anderen Kosten trägt die Krankenkasse. Wenn Ihr Arzt Ihren Wunsch nach einer Kur unterstützt, wird er Ihnen eine entsprechende Maßnahme mit passendem Therapiekonzept empfehlen und zu einem ambulanten oder stationären Aufenthalt raten. Da Sie Mutter von drei Kindern sind, ist auch zu prüfen, inwieweit eine Mütter-Kur oder eine Mutter-Kind-Kur für Sie in Frage kommt. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie vom Müttergenesungswerk unter der Telefonnummer 030/33002929 oder kirchlichen und gemeinnützigen Einrichtungen wie der Caritas oder der Diakonie. 
- beantwortet von Rudolf Weinberger, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Depressionen: Wie komme ich an eine Folge-Kur?

DIE FRAGE: Frau A. aus Kastl: Ich leide seit vielen Jahren an Depressionen, die mit Venlafaxin 150mg behandelt werden. Ich war 2007 für neun Wochen in Reha, habe zwischenzeitlich wieder drei Anträge auf Reha gestellt, die immer wieder abgelehnt wurden. Meine Krankenkasse verweist mich immer wieder an die Rentenkasse für einen Antrag auf Reha. Ich würde sehr gerne noch einmal eine Reha machen, weiß aber nicht, was ich noch machen kann, um wieder eine zu bekommen. Damals war ich in der Inntalklinik in Simbach am Inn, dort würde ich sehr gerne wieder hingehen. Vielleicht können Sie mir helfen.

DIE ANTWORT: Eine Rehabilitation dient der Genesung nach einer Erkrankung, um Rückfälle und Folgeprobleme zu verhindern oder zu vermindern. Die Maßnahme erfolgt stationär oder ambulant und kann in der Regel frühestens nach vier Jahren wiederholt werden. Ansprechpartner ist die Krankenkasse, unabhängig davon ob die Rehabilitation von der Krankenkasse oder der Rentenversicherung getragen wird. Wichtig ist, dass Ihr Arzt Sie unterstützt und die Notwendigkeit der Maßnahme ausführlich begründet. Wird die Rehabilitation genehmigt, empfiehlt der Kostenträger dem Patienten eine entsprechende Vertragseinrichtung. Der Kostenträger trägt die Kosten für Arzt und Anwendungen. Der Patient hat sich mit 10 Euro pro Kurtag an den Kosten zu beteiligen. Seit April 2007 besitzen Versicherte ein gestärktes Wahlrecht bei der Auswahl der Rehabilitationseinrichtung nach § 40 SGB V, die zugelassen und entsprechend zertifiziert sind. Das bedeutet, Sie müssen nicht die Ihnen zugewiesene Einrichtung aufsuchen, sondern können Ihre Maßnahme auch in einer von Ihnen gewählten Einrichtung, also beispielsweise der Inntalklinik in Simbach am Inn, absolvieren. Fallen dabei Kosten an, die höher sind als in der von der Krankenkasse empfohlenen Vertragseinrichtung, sind die Mehrkosten von Ihnen selbst zu tragen. Bitte beachten Sie, dass die Krankenkasse im Rahmen ihres pflichtgemäßen Ermessens auch weiterhin NICHT dem Wunsch des Versicherten entsprechen muss. Diese Frage sollte deshalb bereits im Vorfeld mit der Krankenkasse besprochen werden.

- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbänder-Verband e.V.

Parkinson: Wohin zur Kur?

DIE FRAGE: Herr W. aus Ruhpolding: Ich bin 62 Jahre alt und leide seit neun Jahren an Parkinson. Vor ca. fünf Monaten mussten wir Tabletten umstellen und seitdem ist vieles im Argen. Ich kann mich täglich mehrere Stunden nicht bewegen und nicht gehen. Mein Hausarzt sagt, dass er für eine Kurverschreibung nicht zuständig ist, sondern der Arzt, bei dem ich für Parkinson in Behandlung bin. Dieser Arzt ist der Meinung, das bringt sowieso nix, und verschreibt mir keine Kur. Nun würde ich gerne wissen, wo ich mich hinwenden muss, um in meinen Augen eine notwendige Kur zu bekommen und einen geeigneten Kurort zu finden.

DIE ANTWORT: Es ist schade, dass der Facharzt Ihren Wunsch nach einer Kur nicht unterstützt und der Hausarzt sich hierfür nicht zuständig fühlt. Kuren sind ein wirksames Instrument, um zu verhindern, dass Krankheiten entstehen, fortschreiten oder sich verschlimmern. Antragsformulare für Kuren erhalten Sie nicht nur von Ihrem Arzt, sondern auch von der Krankenkasse. Allerdings ist für einen erfolgreichen Kurantrag die Bestätigung der medizinischen Notwendigkeit durch den behandelnden Arzt notwendig. Suchen Sie deshalb bitte noch einmal das Gespräch mit Ihrem Haus- oder Facharzt. Sollten beide an ihren Positionen festhalten, können Sie einen Arztwechsel in Betracht ziehen oder Sie führen die Behandlung als Selbstzahler auf eigene Kosten durch.
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Mit Sohn auf die Kur?

DIE FRAGE: Frau M. aus Tittmoning: Mein Sohn (14) hat, seit er Kleinkind war, Asthma. Kann ich mit ihm zusammen noch auf Kur fahren und dürfen meine beiden anderen Kinder (15 und 12) auch mitfahren? Da ich alleinerziehend bin: Wird das von der krankenkasse getragen?

DIE ANTWORT: Für die Teilnahme an einer Mutter-Kind-Kur wird im Regelfall für das Kind eine Altersgrenze bis zum 12. Geburtstag, in Ausnahmefällen bis zum 14. Geburtstag, festgelegt. Bitte erkundigen Sie sich nach den entsprechenden Regelungen bei Ihrer Krankenkasse. Darüber hinaus sollten Sie Kontakt zu einer der Beratungsstellen des Deutschen Müttergenesungswerks aufnehmen. Dort erhalten Sie die entsprechende Unterstützung. Das Deutsche Müttergenesungswerk erreichen Sie telefonisch unter 030/330029-29.
- beantwortet von Rudolf Weinberger, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Kur nach Magen-OP möglich?

DIE FRAGE: Herr B. aus Rosenheim: Ich hatte vor einigen Jahren eine Magen-OP und wollte fragen, ob man da auch eine Kur beantragen kann?

DIE ANTWORT: Sie können eine Kur beantragen, wenn die medizinische Notwendigkeit gegeben ist und vom Arzt bescheinigt wird. Ihr Arzt kennt den Krankheitsverlauf und wird Ihnen deshalb eine bestimmte Kurform, zum Beispiel eine ambulante Vorsorgeleistung nach § 23 Absatz 2 SGB V, empfehlen.
- beantwortet von Claudia Hofer, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Kurort bei Schuppenflechte gesucht

DIE FRAGE: Herr. M. aus Übersee: Ich bin 41 Jahre alt und arbeite hauptberuflich im Rettungsdienst. Vor zehn Jahren war ich an der Ostsee auf Kur wegen meiner Schuppenflechte. Gibt es in Bayern auch Kurorte für Hauterkrankungen? Wie oft kann man eine solche Kur beantragen? Läuft dies dann über den Hausarzt oder über den Hautarzt?

DIE ANTWORT: Eine ambulante Vorsorgeleistung nach § 23 Absatz 2 SGB V (früher: offene Badekur) kann alle drei Jahre beantragt werden. Das entsprechende Antragsformular erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse oder Ihrem Arzt. Da die medizinische Notwendigkeit ausschlaggebend für die Bewilligung der Kur ist, sollten am besten beide Ärzte (Haus- und Hautarzt) die Maßnahme befürworten und eine entsprechende Stellungnahme verfassen. Auch in Bayern gibt es Heilbäder und Kurorte, die Hautkrankheiten wie Schuppenflechte behandeln. Hierzu gehören beispielsweise Sibyllenbad/Neualbenreuth, Oy-Mittelberg, Oberstaufen, Bad Reichenhall, Weißenstadt oder Bad Windsheim. Nutzen Sie den Gesundheitsfinder auf unserer Internetseite www.gesundes-bayern.de, um weitere Informationen zu den einzelnen Orten und deren Leistungserbringer abzurufen. 
- beantwortet von Claudia Hofer, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Erneute Reha nur, wenn alles schlechter geworden ist?

DIE FRAGE: Frau G. aus Bad Endorf: Ich (Rentnerin) leide seit ca. 15 Jahren am Sjögren-Syndrom und diversen Folgeerkrankungen (u.a. andere Kollagenosen, Polyarthritis, Fibromyalgie, Polyneuropathie, Arteriosklerose). Vor etwa 1,5 Jahren wurde zudem ein Mantelzelllymphom festgestellt. Mein Arzt bemüht sich, dass ich alle zwei Jahre zur Reha in die auf diese Krankheit(en) spezialisierte Wendelsteinklinik in Bad Aibling komme. Mein diesjähriger Antrag ist wie auch der anschließende Widerspruch von der TKK abgelehnt worden mit den Begründungen "Falsche Heilmittelangabe durch den Arzt" (Antrag) bzw. "Keine Verschlechterung des Gesamtzustandes" (Widerspruch). Der Fehler aus dem Antrag wurde beim Widerspruch korrigiert. Dass sich mein Zustand nicht verschlechtert habe, ist nachweislich falsch. Was kann ich tun, um doch noch die von mir so dringend benötigte Reha zu erhalten?

DIE ANTWORT: § 40 SGB V regelt Leistungen zur medizinischen Rehabilitation. Unter Absatz 3 heißt es, dass „Leistungen nach den Absätzen 1 und 2 nicht vor Ablauf von vier Jahren nach Durchführung solcher oder ähnlicher Leistungen erbracht werden können, deren Kosten auf Grund öffentlich-rechtlicher Vorschriften getragen oder bezuschusst worden sind, es sei denn, eine vorzeitige Leistung ist aus medizinischen Gründen dringend erforderlich.“ Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt und stellen Sie dann gemeinsam erneut einen Antrag auf Rehabilitation, in dem die medizinische Notwendigkeit und Dringlichkeit der Maßnahme von Ihrem Arzt ausführlich begründet und dargestellt wird. Sobald der Antrag beim Kostenträger eingegangen ist, prüft dieser, ob die entsprechende Maßnahme bewilligt werden kann. Oft erfolgt diese Begutachtung durch den Medizinischen Dienst oder Amtsarzt anhand der Krankenakte und auf schriftlichem Wege. Es kann jedoch auch eine persönliche Untersuchung angeordnet werden. Wenn Sie eine Ablehnung des Kurantrags ohne vorherige persönliche Untersuchung erhalten, sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt Widerspruch einlegen. Hierfür haben Sie einen Monat Zeit. In vielen Fällen wird dem Widerspruch stattgegeben und die Maßnahme doch noch genehmigt.
- beantwortet von Rudolf Weinberger, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Mindestalter für eine Kur?

DIE FRAGE: Herr V. aus Söchtenau: Mich würde interessieren, ob es ein bestimmtes "Mindestalter" gibt, das man haben muss, damit eine Kur genehmigt wird. Meine Frau und ich sind beide erst 31. Wir haben zwei Kinder (2 und 4), der Große ist hyperaktiv. Meine Frau ist nervlich angeschlagen und "einfach fertig". Käme hier eine Mutter-Kind-Kur in Frage? Ich habe Rücken- und Gelenkprobleme. Ich muss in der Arbeit erst drei Stunden stehen und danach sechs Stunden lang ca. 200x aus dem Auto aus- und wieder einsteigen. Ich bin seit über zwölf Jahren Brief- und Paketzusteller auf dem Land.

DIE ANTWORT: Ein gesetzlich vorgeschriebenes Alter für eine Kur gibt es nicht. Entscheidend ist allein die medizinische Notwendigkeit der Maßnahme. Welche Kurformen für Sie und Ihre Frau geeignet sind, besprechen Sie bitte mit Ihrem jeweiligen Arzt. Je nach Schwere der Gesundheitsgefährdung wird er Ihnen zu einer ambulanten oder stationären Kur raten. Erschöpfungszustände, Unruhe, Nervosität, Angst, Schlafstörungen und Kopfschmerzen sind typische Beispiele für Gesundheitsprobleme von Müttern. Die Kurangebote des Müttergenesungswerks sind medizinische Maßnahmen, die frauenspezifisch und ganzheitlich auf die Stärkung der Gesundheit von Müttern ausgerichtet sind. Am besten wäre es, wenn Ihre Frau einen Beratungstermin mit einer der über 1.400 bundesweiten Beratungsstellen des Müttergenesungswerks vereinbaren würde. Dort erhält Sie Unterstützung bei der Antragsstellung und Sie erfährt alles Wissenswerte über den Ablauf solcher Maßnahmen. Die Kontaktdaten der Beratungsstellen können im Internet unter www.muettergenesungswerk.de abgerufen werden.
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

Mutter-Kind-Kur mit gleichzeitiger Arthrose-Behandlung?

DIE FRAGE: Frau M. aus Passau: Ich bin alleinerziehend mit zwei Kindern im Grundschulalter, berufstätig. Gibt es irgendwo eine Art Mutter-Kind-Kur, mit zusätzlichen Möglichkeiten, meine schwere Arthrose zu behandeln bzw. zu verbessern? Oder ist eine solche Kombination nicht möglich?

DIE ANTWORT: Sie als Mutter von zwei Kindern im Grundschulalter haben nach §§ 24 und 41 SGB V Anspruch auf Mütterkuren und Mutter-Kind-Kuren. Die medizinische Notwendigkeit dieser Maßnahme müssen Sie sich von Ihrem Arzt attestieren lassen. Informationen erhalten Sie von Ihrer Krankenkasse. Darüber hinaus empfiehlt sich ein Beratungsgespräch mit einer Beratungsstelle des Deutschen Müttergenesungswerks. Die Beratungsstelle, deren Kontaktdaten Sie unter www.muettergenesungswerk.de abrufen können, händigt Ihnen die entsprechenden Formulare aus und unterstützt Sie bei der Antragstellung sowie der Suche nach einer geeigneten Einrichtung. Hier können Sie darauf achten, dass das Haus in einem Heilbad oder Kurort liegt, der auch Behandlungsmöglichkeiten für Arthrose bietet.
- beantwortet von Klaus Holetschek, Bayerischer Heilbäder-Verband e.V.

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