Lieber frisches Obst als Smoothies!

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Hamburg - Sie sind schneller runtergeschlürft als eine Kiwi, die man erst schälen muss: Smoothies - dickflüssig püriertes Obst und Gemüse in Flaschen. Aber sie ersetzen nicht den Biss in den Apfel!

Vor allem bei Kindern kommen die zerdrückten Äpfel, Erdbeeren und Bananen gut an. Besonders süße Obstmischungen haben viele Hersteller speziell auf den kindlichen Geschmack ausgerichtet und schmecken deshalb auch den größten Obstmuffeln. Und Eltern haben ein gutes Gewissen – decken die Getränke doch angeblich den gesamten täglichen Vitaminbedarf mit wenigen Schlucken.

Ein Trugschluss wie DAK-Expertin und Ernährungswissenschaftlerin Silke Willms findet: „Die dickflüssigen Obst- und Gemüsebreie sind weder durstlöschend noch ersetzen sie frisches Obst oder decken den Vitaminbedarf eines Kindes. Smoothies bestehen zwar aus ganzen Früchten, Schale und Kerne werden jedoch nicht mitverarbeitet.“ Insbesondere bei Äpfeln stecken auch in und direkt unter der Schale viele Vitamine und Nährstoffe. Insgesamt ist der Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen bei frischem Obst und Gemüse wesentlich höher als bei Smoothies. Und weil ganze Früchte noch gekaut werden müssen, ist auch der Sättigungseffekt besser als beim schnellen Schluck aus der Flasche.

Auch für die Zähne schlecht

„Es gibt Kinder, die in ihrem Leben noch nie richtig abbeißen oder kauen mussten. Das wirkt sich natürlich auch auf die Kiefermuskulatur aus“, warnt Willms. Denn ein Stück Apfel oder eine Möhre haben neben dem guten Geschmack eine positive Wirkung auf die Sprachentwicklung und Zahngesundheit. „Durch das Kauen trainiert ein Kind seine Kiefermuskulatur, die Zunge und die Lippen“, erklärt Silke Willms.

Auch für die Zähne sind die süßen Pürees pures Gift: Smoothies schaden den Zähnen stärker als etwa ganze Früchte. Denn die Kombination von Zucker und Säure in Smoothies kann den Zahnschmelz angreifen. Beim Essen ganzer Früchte wird mehr Speichel produziert und dieser schützt vor Säure und Fruchtzucker. Außerdem bieten Obst und Gemüse geschmackliche Abwechslung, die bei den Smoothies verloren geht. „Dennoch kann ein Smoothie gelegentlich bis zu zwei Portionen Obst oder Gemüse am Tag ersetzen, wenn frische Produkte nicht zur Verfügung stehen“, so die Expertin.

Quelle: DAK

Rubriklistenbild: © pa

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