Tattoo im Urlaub

Vorsicht: So einfach kann man sich mit Hepatitis C anstecken

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Chronische Hepatitis C: Frühzeitige Diagnose und Behandlung kann Lebensqualität und Leber retten.

Hepatitis ist eine Entzündung der Leber, die oft viel zu spät entdeckt wird. Verschiedene Viren können eine Gelbsucht auslösen. Infos zu Hepatitis A, B, C, D und E.

"Die Leber leidet stumm", sagen Mediziner. Und es stimmt: Durch Hepatitis-Viren ausgelöste Leberentzündungen bleiben oft unentdeckt. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass in Deutschland jeweils etwa 400.000 bis 500.000 Menschen eine chronische Hepatitis B oder C haben, die beiden häufigsten Varianten. Das Erstaunliche: "Die wenigsten wissen davon", schreibt die Deutsche Leberhilfe in Köln.

Frühsymptome wie Fieber, Gliederschmerzen, Übelkeit oder Müdigkeit kann man auch für Grippe halten. Und selbst solche Warnzeichen bleiben oft jahrelang aus. Manchmal fallen bei einer Routineuntersuchung erhöhte Leberwerte auf, "was jedoch oft ignoriert wird", beklagt die Selbsthilfeorganisation. Unentdeckt können beide Infektionen zu Leberzirrhose und -krebs führen.

So kann man sich mit Hepatitis C anstecken

Wer vor 1991 ein Bluttransfusion bekam, einmal Drogen konsumiert hat, sich im Urlaub ein Tattoo stechen ließ und alle Menschen mit unklar erhöhten Leberwerten sollten sich auf Hepatitis-Viren testen lassen, so die Deutsche Leberhilfe.

Vorsicht: Sehen Ihre Augen so aus? Dann schnell zum Arzt!

Hepatitis A, B, C, D und E im Überblick

Hepatitis A

  • Übertragung von Mensch zu Mensch sowie über verunreinigte Nahrung und Wasser
  • Impfung gegen die "Reisegelbsucht", auch in Kombination gegen Typ B
  • keine spezielle Therapie, Alkohol ist tabu

Hepatitis B

  • Hohe Ansteckungsgefahr über Blut (etwa über verunreinigte Spritzen, Piercing) und andere Körperflüssigkeiten, zum Beispiel beim Sex
  • Impfung möglich
  • antivirale Therapie für Patienten mit chronischer Erkrankung

Hepatitis C

  • Übertragung meist über Kontakt mit Blut
  • keine Impfung
  • oft chronisch (bis zu 85 Prozent der Fälle)
  • antivirale Therapie

Hepatitis D

  • tritt nur mit einer Infektion mit Typ B auf, Übertragung über Blut - Schutz durch Hepatitis-B-Impfung
  • oft schwere chronische Verläufe
  • keine wirksame antivirale Therapie

Hepatitis E

  • Virus wird ausgeschieden und etwa über Wasser übertragen - keine Impfung
  • akute Leberentzündung, die bei den meisten Patienten von selbst zum Stillstand kommt; besonders gefährlich für Schwangere.
  • Bislang galt Hepatitis E als eine in den Tropen verbreitete Lebererkrankung. Doch auch hierzulande steigt die Zahl der Infizierten. Experten haben herausgefunden, dass die Übertragung durch den Verzehr von kontaminierten Schweine- und Wildfleisch möglich ist.

Gefährliche Krankheiten: Deuten Sie diese Alarmsignale auf Ihrer Haut richtig.

dpa

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