Neu: Mini-Eingriff beim "Grünen Star"

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Etwa eine halbe Million Bundesbürger haben einen erhöhten Augeninnendruck - die meisten merken davon nichts. Dabei kann der Druck den Sehnerv zerstören.

Berlin - Das Glaukom, auch “Grüner Star“ genannt, ist die zweithäufigste Erblindungsursache in Deutschland. Jetzt gibt es eine neue Methode 800.000 Patienten zu helfen.

Bei der Erkrankung gehen - in der Regel durch einen zu hohen Augeninnendruck verursacht - die Nervenfasern des Sehnervs zugrunde. Eine minimal- invasive Operation mit dem sogenannten Trabektom gilt als eine schonende Möglichkeit, den Augeninnendruck langfristig zu senken, wie die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) anlässlich ihres Jahreskongresses im September in Berlin erklärte.

In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen an einem Glaukom. In den meisten Fällen gelingt es, mit Augentropfen den Druck im Augeninneren zu senken und so das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten. Reicht die medikamentöse Behandlung nicht aus, wird das Auge operiert. Als Standardverfahren gilt dabei die sogenannte Trabekulektomie: Dabei wird die Bindehaut aufgeschnitten, um darunter einen künstlichen Abflussweg für das Kammerwasser zu schaffen. “Die Operation ist sehr effektiv, aber mit gewissen Risiken verbunden. Zudem erfordert sie eine intensive Nachbehandlung“, erklärt Jens Jordan von der Universitäts-Augenklinik Freiburg.

Eine Alternative könnte die Operation mit dem Trabektom sein: Damit können die Augenärzte durch einen nur 1,6 Millimeter breiten Schnitt in der Hornhaut das sogenannte “Trabekel-Maschenwerk“ im Auge entfernen. Denn häufig ist eine Verhärtung dieses Geflechts der Grund dafür, dass das Kammerwasser nicht ungehindert abfließt und der Augeninnendruck steigt. Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und dauert etwa zehn Minuten.

dapd

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