Experten: Frühstadium weist keine äußeren Symptome auf / Nachstar-Laserbehandlung ist weitgehend komplikationsfrei

Experten: Grüner Star bleibt lange unbemerkt

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Die Anrufe rissen nicht ab: Dr. Andreas Mohr.

Wie man den grünen und den grauen Star erkennt, was man dagegen tun kann und wie die Heilung verläuft, erklären Experten.

Nach einer Star-Operation können Sehschwankungen auftreten. Bedingt durch die ablaufenden Wundheilungsvorgänge ist es möglich, dass die Sehschärfe ab- und wieder zunimmt – ein Grund zur Besorgnis besteht hier nicht. Informationen zum grünen und grauen Star vermittelten die Experten Dr. Andreas Mohr von der Augenklinik am St. Joseph-Stift Bremen, Roland Ritzel vom Klinikum Bremen Mitte sowie der niedergelassene Facharzt Dr. Clemens Herkert aus Oyten in der Telefonsprechstunde. Hier die Fragen und Antworten:

Keine Operation trotz Diagnose „grauer Star“

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Augentropfen helfen nicht immer

Ein Anrufer berichtet über einen Grauen Star, der bei ihm schon bekannt sei. Trotzdem sei bislang keine Operation durchgeführt worden. Der Grund hierfür liegt nach Angaben seines Augenarztes in einer gleichzeitig bestehenden, angeborenen Hornhauttrübung.
Ritzel: In der Tat gilt es in solchen Fällen, den korrekten Zeitpunkt für eine Kombinationsoperation abzuwarten. Die Hornhauttransplantation und die Grauer-Star-Operation können dann zugleich vorgenommen werden. Bei einer Sehkraft von 40 und 60 Prozent ist eine solche Operation nur in Einzelfällen erforderlich. Man wartet üblicherweise mit jeder komplizierten Kombinationsoperation, bis die Sehkraft auf kleiner gleich 30 Prozent abgefallen ist.

Betrifft der grüne Star immer beide Augen?

Experten im Einsatz: Dr. Andreas Mohr , Roland Ritzel und Dr. Clemens Herkert informierten über Grauen und Grünen Star.

Einige Patienten haben sich danach erkundigt, ob der Grüne Star, wenn er nur ein Auge betrifft, früher oder später auch auf das andere Auge übergeht.
Ritzel: Wenn das Glaukom seit vielen Jahren oder Jahrzehnten nur einseitig auftritt, besteht eigentlich nahezu keine Gefahr für das andere Auge. Ich habe die Patienten deshalb beruhigt.
Gibt es Alternativen bei Unverträglichkeit von Augentropfen?
Weitere Anrufer fragten, ob sich bei möglichen Unverträglichkeiten die Augentropfen austauschen lassen.

Ritzel: Es gibt heutzutage in der Augenheilkunde gegen das Glaukom, also die Erhöhung des Augendrucks, viele verschiedene Präparate. In den meisten Fällen gelingt es, bei beobachteten Unverträglichkeiten gegen bestimmte Präparate hochwirksame Alternativpräparate zu finden. Auch die Möglichkeit der Operation als Alternative bei Tropfenunverträglichkeiten muss aufgezeigt werden.

Wie läuft die Operation des grauen Stars ab?

Manche Anrufer wollten wissen, wie eine Operation des grauen Stars abläuft.
Ritzel: Die Graue Star-Operation ist heutzutage ein Wahleingriff mit einer extrem hohen Erfolgsrate und einem hohen Sicherheitsanspruch, auch der Medizin. Die Operation wird üblicherweise ambulant durchgeführt mit örtlicher Betäubung. Der Patient kann zu Hause schlafen. Am nächsten Tag steht die Kontrolle beim Augenarzt an. Schon nach wenigen Tagen oder Wochen ist meistens mit einer besseren Sehkraft zu rechnen, die auch für den Rest des Lebens anhält.

Die Kunstlinsen, die bei einer Star-Operation eingesetzt werden, halten üblicherweise für den Rest des Lebens. Es gibt verschiedene Modelle von Kunstlinsen, so ähnlich wie es verschiedene Brillenglasqualitäten gibt. Hier ist in jedem Fall eine Detailabsprache mit dem behandelnden Arzt im Vorfeld sinnvoll.

Kann eine OP Jahre nach der Netzhautablösung noch helfen?

Eine Patientin fragt, ob nach einer Netzhautablösung, die vor einigen Jahren mit mehreren Operationen behandelt worden ist, durch weitere Behandlungen im Nachhinein noch eine Verbesserung erfolgen kann.

Ritzel: Einige Jahre nach einer Netzhautablösung kann bei einer schlechten oder unbefriedigenden Sehkraft in den meisten Fällen keine Verbesserung mehr erreicht werden.

Wie hoch ist die Gefahr der Erblindung bei der trockenenn Makula-Degeneration?

Viel gefragt: Dr. Clemens Herkert.

Frau K. (46) aus O. leidet unter trockener Makula-Degeneration, die sich in der letzten Zeit verschlechtert hat. Sie hat Angst, zu erblinden. Im Rahmen einer Beratung sei ihr gesagt worden, dass es keine Erblindungsgefahr gibt, das Sehvermögen sich jedoch verschlechtern kann.
Dr. Mohr: Als Behandlungsoption habe ich ihr vorgeschlagen, dass sie sich über ihren Augenarzt vergrößernde Sehhilfen, beispielsweise eine Fernrohrlupenbrille verschreiben lassen kann. Damit kann sie wieder eingeschränkt lesen und auch am täglichen Leben teilnehmen.

Lesen Sie hier Teil 2 unseres Expertengesprächs.

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