Hausmittel versus Medizin?

Diese heilende Wirkung wird Honig nachgesagt - neue Studie lässt nun aufhorchen

Honig wird aus einem Glas gelöffelt
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Honig ist lecker und gesund. Kann er auch bei Erkältungskrankheiten helfen?

Honig ist nicht nur lecker, sondern angeblich auch gesund. Bei Husten und Erkältung könne er manchmal sogar mehr bewirken als ein Antibiotikum - behauptet ein Forscherteam.

  • Honig ist nicht nur ein Süßungs-, sondern auch ein beliebtes Hausmittel.
  • Ihm wird nachgesagt, dass er zum Beispiel als Hustenstiller helfen kann. Ist das wirklich so?
  • Ein Forscherteam der Oxford-Universität hat jetzt neue Erkenntnisse zum Honig in der Medizin gewonnen. Lesen Sie hier mehr über die jüngst erschienene Studie.

Dem Honig* wird gern eine heilende Wirkung nachgesagt. Zumindest als Hausmittel muss er in manchen Haushalten herhalten. Viele schwören auf Honig zum Beispiel bei Husten. Ob er wirklich hilft?

Wissenschaftler der Oxford-Universität kommen nun zu dem Ergebnis, dass Honig ein geeignetes Mittel bei der symptomatischen Behandlung von Atemwegserkrankungen sein könnte, wie es unter anderem in einem Beitrag von Deutschlandfunk Nova geschildert wird. Zuvor hatte der Guardian über die Studie des besagten Forscherteams aus Großbritannien berichtet.

Vor allem, wenn Patienten Husten hätten, könne Honig manchmal sogar wirksamer sein als Mittel, die üblicherweise bei Husten oder Erkältung verabreicht würden, behauptet das Forscherteam der Oxford-Studie den Berichten zufolge. Die Studie besage aber deshalb noch lange nicht, dass Honig per se wirksamer sei als ein Antibiotikum, stellt deutschlandfunknova.de kritisch fest. Nachzulesen sind die Ergebnisse der genannten Studie nun in der Fachzeitschrift „BMJ Evidence-Based Medicine“.

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Medizin: Honig manchmal besser als Antibiotika?

Helfen oder nötig sein können Antibiotika bei bakteriellen Infektionen. Habe sich hingegen ein Erkältungsvirus eingenistet, seien Antibiotika „der falsche Weg“, heißt es in einem Beitrag auf apotheken-umschau.de, der sich auch mit möglichen sanften Behandlungsmethoden von Erkältungsbeschwerden ganz grundsätzlich befasst. Antibiotika hingegen also „nur gegen Bakterien, - die sich bei angegriffenen Schleimhäuten jedoch leicht festsetzen“, heißt es in dem Beitrag ganz allgemein.

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Studie: Hilft Honig gegen Husten?

Für die nun so viel zitierten Ergebnisse aus Großbritannien hätten die Forscher wissenschaftliche Studien gesichtet, die den Effekt von Honig oder einer Zubereitung daraus mit anderen gängigen Arzneimitteln bei Husten und Erkältung verglichen, darunter Hustenlöser und -stiller, Antihistaminika und Schmerzmittel, berichtet das Portal aponet.de.

Insgesamt hätten die Forscher 14 geeignete Studien mit 1.761 Teilnehmern verschiedenen Alters einbezogen. Aber, so heißt es auch in diesem Bericht kritisch: „Die Wissenschaftler geben jedoch zu bedenken, dass Honig kein standardisiertes Produkt ist, sondern ein Naturprodukt mit einer Vielzahl von Inhaltsstoffen. Und nur in zwei Studien sei zudem gegen Placebo getestet worden. Daher sehen die Forscher ihre Folgerungen auch noch nicht als final an.“

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Als Hausmittel ist Honig durchaus beliebt - auch, wenn sich über seine Wirkung streiten lässt. Nach Erfahrungen mancher Ärzte könnte Honig den Hustenreiz etwa bei Kindern zumindest mildern. Allerdings eignet sich dieses Hausmittel nur für Kinder, die älter als ein Jahr sind, wie zum Beispiel die Apotheken Umschau berichtet. Bei Babys bestehe die Gefahr, dass Bakterien, die aus der Umwelt in Bienenhonig gelangt sein können, eine lebensbedrohliche Erkrankung auslösen – den sogenannten Säuglingsbotulismus.

Auch bei Erwachsenen gilt: Welches Medikament bei welchen Symptomen im Einzelfall hilft, muss ein Arzt entscheiden. (ah) *Merkur.de gehört zum deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk

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Globuli: Was hinter homöopathischen Arzneien steckt

In den meisten homöopathischen Globuli ist kein Wirkstoff mehr nachweisbar. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
In den meisten homöopathischen Globuli ist kein Wirkstoff mehr nachweisbar. © Franziska Gabbert
Für den Hausgebrauch kann man verschiedene Globuli in fertigen Sets kaufen. Die Apotheken verkaufen jährlich homöopathische Mittel im Wert von mehr als 500 Millionen Euro. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Für den Hausgebrauch kann man verschiedene Globuli in fertigen Sets kaufen. Die Apotheken verkaufen jährlich homöopathische Mittel im Wert von mehr als 500 Millionen Euro. © Franziska Gabbert
Mehr als jeder zweite Deutsche hat schon mal homöopathische Arzneien wie diese Kügelchen genommen. Viele berichten, dass sie ihnen zumindest manchmal helfen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Mehr als jeder zweite Deutsche hat schon mal homöopathische Arzneien wie diese Kügelchen genommen. Viele berichten, dass sie ihnen zumindest manchmal helfen. © Franziska Gabbert
Sich selbst bei leichten Beschwerden mit Globuli wie diesen zu behandeln, halten Experten in Deutschland für unbedenklich. Die Arzneien werden strengen Kontrollen unterzogen. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn
Sich selbst bei leichten Beschwerden mit Globuli wie diesen zu behandeln, halten Experten in Deutschland für unbedenklich. Die Arzneien werden strengen Kontrollen unterzogen © Franziska Gabbert
Natalie Grams hat selbst jahrelang Menschen homöopathisch behandelt. Heute kritisiert sie ihre ehemaligen Kollegen. Etwas Gutes hat die Homöopathie für sie aber nach wie vor. Foto: Gudrun-Holde Ortner/dpa-tmn
Natalie Grams hat selbst jahrelang Menschen homöopathisch behandelt. Heute kritisiert sie ihre ehemaligen Kollegen. Etwas Gutes hat die Homöopathie für sie aber nach wie vor. © Gudrun-Holde Ortner
Manfred Schedlowski ist Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen. Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Placeboeffekt. Foto: Manfred Schedlowski/dpa-tmn
Manfred Schedlowski ist Direktor des Instituts für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie am Universitätsklinikum Essen. Er beschäftigt sich unter anderem mit dem Placeboeffekt. © Manfred Schedlowski

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