Grippe im Karneval

Jecken sollten auf ihr Immunsystem achten

Rosenmontag war die Stimmung noch gut, Aschermittwoch folgt das böse Erwachen - vor allem, wenn man dann krank im Bett liegt. Wer das verhindern will, sollte ein paar einfache Tipps beachten.

Köln (dpa/tmn) - Es wird geherzt und geschunkelt, gedrängelt und geknutscht: Für Grippeviren und Krankheitserreger ist der Karneval ein idealer Nährboden. Davon müssen sich Jecken und Narren nicht den Spaß verderben lassen. Gleichzeitig sollten sie aber darauf achten, ihr Immunsystem nicht allzu sehr zu schwächen, warnt der Hausärzteverband Nordrhein.

Eine Gefahrenquelle sind zum Beispiel zu luftige Kostüme und zu viel Alkohol beim Straßenkarneval: Dadurch kühlt der Körper schnell aus, Influenza und Co. haben dann leichteres Spiel gegen das Immunsystem. Schlafmangel und Zigaretten können die Abwehrkräfte ebenfalls schwächen.

Anzeichen einer Grippe

Die Grippe beziehungsweise Influenza ist im Gegensatz zur Erkältung keine harmlose Erkrankung. Größtes Unterscheidungsmerkmal für Betroffene ist, dass Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Schüttelfrost ganz plötzlich ausbrechen und sich nicht langsam anschleichen. Spätestens dann sollte es mit der Feierei vorbei sein.

Eine Impfung gegen die Influenza ist auch mitten in der Grippesaison noch möglich und sinnvoll. Wer sie jetzt noch nachholt, sollte sich beim Karneval aber nicht darauf verlassen: Bis die Impfung optimal wirkt, vergehen etwa zwei Wochen.

Die Grippe ist sehr ansteckend und wird von Erkrankten etwa über Tröpfchen beim Niesen, Husten oder Sprechen übertragen. Auch über Türklinken oder Haltegriffe in Bussen und Bahnen kann das Virus weitergetragen werden. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen gilt daher als hilfreich, um einer Ansteckung vorzubeugen.

Zahlen zur Grippewelle in Deutschland

Die Grippewelle in Deutschland hat an Dynamik gewonnen. Insgesamt 79 263 im Labor bestätigte Fälle sind seit Herbst erfasst worden, davon etwa die Hälfte allein in den vergangenen zwei Meldewochen. Das geht aus dem aktuellen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin hervor. 130 Menschen sind dem Bericht zufolge in dieser Saison bereits nachweislich an einer Infektion mit dem Influenzavirus gestorben. Insgesamt wurden bisher knapp 13.300 Erkrankte in Klinken behandelt.

Die gemeldeten Grippefälle zeigen nur einen Ausschnitt des tatsächlichen Geschehens. Mehrere Zehntausend Tote in Deutschland werden bei einer heftigen Grippesaison angenommen. Bei der schweren Welle im Winter 2017/18 gingen RKI-Schätzungen zufolge zehn Millionen Arztbesuche in Deutschland auf das Konto der Grippe.

Zu Ausbrüchen mit mehr als fünf Fällen kam es laut Bericht etwa in Kindergärten (92), Krankenhäusern (43) und Schulen (25).

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