Jeder Dritte geht nicht zum Zahnarzt

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Jetzt steht es fest: Vor allem jüngere Männer haben größere Angst vor dem Zahnarztbesuch als Frauen

München - Haben Männer mehr Angst vorm Zahnarzt als Frauen? Gehen Bayern öfter zur Vorsorge als Pfälzer? Antworten auf diese Fragen bringen die Ergebnisse des großen Behandlungsreports der Barmer GEK.

Fakt ist: Jeder dritte Bundesbürger geht trotz aller Appelle zur Vorsorge innerhalb eines Jahres nicht ein einziges Mal zum Zahnarzt. Männer, junge Erwachsene und Westdeutsche lassen die Vorsorge überproportional oft schleifen, wie der neue Zahnreport der größten deutschen Krankenkasse Barmer GEK zeigt. Die interessantesten Details aus dem Report, der auf den Daten der rund acht Millionen Versicherten aus dem Jahr 2009 basiert:

Wie oft gehen die Deutschen jährlich zum Zahnarzt?

Im Schnitt zweimal pro Jahr. Demgegenüber stehen sieben Behandlungen beim Allgemeinmediziner. Im Jahr 2009 hatten 69,2 Prozent der Bevölkerung mindestens einen Zahnarztkontakt. Dementsprechend hatten 30,8 Prozent das ganze Jahr keinerlei Kontakt zur zahnärztlichen Versorgung. „Hier stellt sich schon die Frage: Ist es individuelle Zahnarztangst oder schrecken die größer werdenden privaten Finanzierungsanteile ab?“, gibt der stellvertretende Vorstandschef der Barmer GEK, Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, zu bedenken.

Haben Frauen weniger Angst vor dem Zahnarzt als Männer?

Scheint so. Denn bei der Behandlungsrate, den Kontakten und den Ausgaben im vertragszahnärztlichen Bereich liegen Frauen mit im Schnitt 2,3 Arztkontakten pro Jahr vor den Männern (1,99). Als besonders zahnarztscheu erwiesen sich junge Männer in der Altersgruppe der 20- bis 24-Jährigen: Hier waren nur 55 Prozent 2009 einmal beim Dentisten. Bei den Frauen dieses Alters waren es hingegen 67 Prozent. Erst ab einem Alter von 45 Jahren werden die Männer tapferer und holen bei den Zahnarztbesuchen auf.

Welche Bundesbürger besuchen am häufigsten eine Zahnarztpraxis?

Sachsen, Thüringer und Mecklenburger sind pro Jahr mit je 2,4 Zahnarztbesuchen je Versichertem am fleißigsten, gefolgt von den Brandenburgern (2,3) und Berlinern (2,2). Dann folgen die Bayern mit 2,1 Kontakten. Schlusslichter sind die Saarländer mit nur 1,8 Zahnarztvisiten.

Wie oft gehen die Bundesbürger zur Vorsorgebehandlung?

68,6 Prozent der Sechs- bis unter 18-Jährigen nahmen 2009 zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen in Anspruch, schon bei den Zwei- bis Fünf-Jährigen lag der Anteil bei 31,8 Prozent. Insgesamt erhielten 52 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal im Jahr Prophylaxe-Leistungen, 47,6 Prozent ließen sich mindestens einmal im Jahr den Zahnstein entfernen. Seit 1989 finanzieren die gesetzlichen Krankenversicherungen Gruppen- und Individualprophylaxe bei Kindern und Jugendlichen.

Welche Behandlungen waren am häufigsten?

29 Prozent der Bundesbürger bekamen 2009 mindestens eine Füllung. Erschreckend: Fast sechs Prozent aller Füllungen entfallen auf Milchzähne. Rund neun Prozent der Bürger wurde mindestens ein Zahn gezogen.

Uwe Fajga

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