Wickel, Fango, Muskeln stärken

Knieschmerzen behandeln: Diese Ursachen sind möglich - und wie Sie gegen den Schmerz angehen

Ihre Knie machen nicht mehr mit? Gelenkschonende Sportarten stärken die Muskulatur. Ist der Schmerz bereits da, helfen folgende Maßnahmen.
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Ihre Knie machen nicht mehr mit? Gelenkschonende Sportarten stärken die Muskulatur. Ist der Schmerz bereits da, helfen folgende Maßnahmen.

Verletzungen oder Verschleiß: Die beiden häufigsten Ursachen für Knieprobleme. Erfahren Sie hier, was hinter Knieschmerzen stecken kann - und welche Behandlung geeignet ist.

  • Die Kniegelenke zählen zu den größten Gelenken im Körper.
  • Egal, ob beim Treppen erklimmen, spazieren gehen oder wenn Sie morgens aus dem Bett steigen: Die Knie werden ständig gefordert - und sind somit anfällig für Verschleißerscheinungen.
  • Auch Verletzungen können Kniearthrose begünstigen - eine der häufigsten Ursachen für Knieschmerz.

Je nachdem, wie der Schmerz sich äußert und in welchen Situationen er auftritt, teilen Mediziner Knieprobleme in verschiedene Kategorien ein. Je nach Ursache variieren auch die Therapieempfehlungen. Ein Überblick über die häufigsten Ursachen, die hinter Knieproblemen stecken können:

  • Kniearthrose
  • Kniescheibenarthrose
  • Knie-Instabilität
  • Kniescheiben-Instabilität (Patella-Luxation)
  • Kreuzbandriss
  • Meniskusriss

Ein Knorpelschaden (Arthrose) ist häufig Folge von Verschleiß, so leiden viele ältere Menschen an Gelenksarthrose. Neben Verschleißerscheinungen zählen Verletzungen wie ein Kreuzband- oder ein Meniskusriss zu den häufigsten Auslösern von Knieschmerzen.

Physiotherapie, Wärme, Kälte oder Bandagen: Konservative Therapien bei Knieschmerzen

Um die geeignete Therapie einzuleiten, muss zuerst die Ursache für die Beschwerden festgestellt werden. Dies kann nur durch einen Facharzt geschehen, ein Orthopäde ist hier der richtige Ansprechpartner. Je nachdem, wie dessen Diagnose ausfällt, wird er die entsprechende Behandlung empfehlen. In einem ersten Schritt wird der behandelnde Arzt eine konservative Therapie empfehlen. Dazu zählen:

  • Physiotherapie
  • Verwendung von Schuheinlagen oder Bandagen
  • physikalische Therapien wie Wärme- oder Kälteanwendungen, Elektrotherapie oder Balneotherapie wie Moorbäder oder Fango
  • Einnahme von Medikamenten

Erzielt die konservative Behandlung keinen Erfolg, wird in letzter Konsequenz eine Knie-Operation nötig. Dabei stehen je nach Ursache verschiedene OP-Methoden zur Verfügung wie etwa minimal invasive Techniken oder klassische Operationen. Mit letzteren Verfahren werden etwa Gelenkversteifungen durchgeführt oder kompletter Gelenkersatz.

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Was Sie selbst gegen Knieschmerzen tun können

Knieprobleme müssen nicht zwangsläufig auf eine Arthrose oder eine schwerwiegende Verletzung hinweisen. Auch Überanstrengung wie etwa eine lange Wanderung kann die Ursache sein. Falls die Beschwerden allerdings länger anhalten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Um die Beschwerden in einem ersten Schritt zu lindern, können Sie folgende Maßnahmen versuchen:

  • Knie ruhig stellen: Nach Überanstrengung* kann es bereits helfen, das betroffene Knie zu schonen.
  • Kühle Quark-Wickel: Bei akuten Schmerzen hilft in der Regel Kälte gegen den Schmerz, da diese entzündungshemmend wirkt.
  • Warme Wickel mit Bockshornklee gegen Arthrose und Rheuma: Vermischen Sie Bockshornkleepulver mit heißem Wasser zu einer zähen Paste, streichen Sie diese auf eine Kompresse und legen sie eine weitere Kompresse darauf. Fixieren Sie die Kompresse im Anschluss mit einer Binde am Gelenk und lassen Sie sie bis zu zwei Stunden wirken.
  • Schmerzcreme selbst herstellen: Gegen Gelenkschmerz kann man sich dem NDR-Format Visite zufolge die schmerzlindernde und durchblutungsfördernde Wirkung von Senfmehl zunutze machen. Dazu einen kleinen Tiegel mit Trägercreme aus der Apotheke füllen und eine Messerspitze Senfmehl einrühren.

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Gelenkproblemen vorbeugen

Wer seine Gelenke pfleglich behandelt, senkt das Risiko für verschleißbedingte Probleme. Unter anderem folgende Maßnahmen halten die Gelenke gesund:

  • Muskulatur stärken: Eine starke Muskulatur rund um das Gelenk beugt Arthrose und anderen verschleißbedingten Problemen vor, da das Gelenk so entlastet wird. Zielgerichtetes Training an Geräten ist am effektivsten.
  • Das richtige Schuhwerk: Wer häufig hohe Schuhe trägt, belastet die Kniegelenke enorm. Besser zu flachen Schuhen mit guter Sohle greifen - und so oft wie möglich ohne Schuhe gehen. Das trainiert die Fußmuskulatur, was sich positiv auf das gesamte Skelett auswirkt.
  • Sportarten meiden, die die Knie belasten: Squash, Tennis oder Fußball - alle Sportarten, die mit ruckartigen Stopp-Bewegungen verbunden sind, schaden den Gelenken. Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking dagegen gelten als gelenkschonende Sportarten*.
  • Generell viel Bewegung: Wer rastet, der rostet - dieser Spruch kann auf die Gelenke übertragen werden. Eine gute Durchblutung des Knorpels wird durch Bewegung gefördert, was essentiell wichtig ist für ein gesundes Gelenk.

Mehr Quellen: www.apotheken-umschau.de; www.ethianum-klinik-heidelberg.de

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jg

Wie Frauen ihre Muskeln richtig trainieren

Von Krafttraining in nüchternem Zustand raten Experten ab - der Körper benötigt Energie für das Training. Graham Morris/Fitness First Foto: Graham Morris
Von Krafttraining in nüchternem Zustand raten Experten ab - der Körper benötigt Energie für das Training. Graham Morris/Fitness First Foto: Graham Morris © Graham Morris
Krafttraining findet nicht nur an Geräten statt. Kurze Sprints etwa verbessern auch Ausdauer und Kraft. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn
Krafttraining findet nicht nur an Geräten statt. Kurze Sprints etwa verbessern auch Ausdauer und Kraft. Foto: Monique Wüstenhagen/dpa-tmn © Monique Wüstenhagen
Frauen sprechen auf Muskeltraining genauso gut an wie Männer. Wichtig ist eine fachkundige Anleitung. Foto: Tobias Hase/dpa-tmn
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Im Fitnessstudio ist der Stepper eine gute Wahl, wenn neben Ausdauer auch Muskeln beansprucht werden sollen. Foto: Marius Becker/dpa-tmn
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Pierre Geisensetter ist Unternehmenssprecher von McFit. Foto: Chris Gonz/McFit/dpa-tmn
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Wilhelm Bloch ist Leiter der Abteilung Molekulare und zelluläre Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Foto: DGSP/dpa-tmn
Wilhelm Bloch ist Leiter der Abteilung Molekulare und zelluläre Sportmedizin an der Deutschen Sporthochschule Köln. Foto: DGSP/dpa-tmn © DGSP

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