Krebsrisiko: Bald Verordnung für Solarien?

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Eine aktuelle Untersuchung stuft Solarien und andere UV-Bräunungsgeräte in die höchste Krebsrisiko-Kategorie

Osnabrück - Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, hat eine UV-Verordnung für Solarien gefordert. Nur so sei das Krebsrisiko für die Nutzer zu senken.

König will die Solariumsbetreiber so zur Einhaltung festgelegter Schutzmaßnahmen verpflichten. Das bisher freiwillige Zertifizierungsverfahren für Solarien sei weitgehend gescheitert, sagte König der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Freitagausgabe).

Die UV-Schutzverordnung sollte so gestaltet sein, dass ein Solariumbesucher mit Hilfe einer einfachen Checkliste die Qualität eines Sonnenstudios und die Einhaltung der Schutzkriterien bewerten könne, forderte der Präsident des Bundesamtes. Seine Behörde habe bereits einen entsprechenden Entwurf ausgearbeitet. Das geplante Solarienverbot für Minderjährige sei noch nicht ausreichend: "Der Schutz muss über den für Kinder und Jugendliche hinausgehen."

Nach einem vor kurzem verabschiedeten Gesetz dürfen sich in Deutschland Jugendliche unter 18 Jahren ab Anfang 2010 nicht mehr im Sonnenstudio bräunen. Die Regelung war notwendig geworden, weil sich nicht alle Solariumsbetreiber an die freiwillige Selbstverpflichtung hielten, unter 18-Jährige nicht auf die Sonnenbank zu lassen.

Eine Untersuchung der Internationalen Krebsagentur (IARC) hatte die Diskussion über Gefahren durch Solarien neu entfacht. Sie stuft Solarien und andere UV-Bräunungsgeräte in die höchste Krebsrisiko-Kategorie ein, wie die Fachzeitschrift "The Lancet Oncology" berichtete.

ap

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