Macht jetzt Fasten eigentlich gesund?

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Landkreis - Nach dem Feiern im Fasching kommt das Fasten. Aber was bringt's für die Gesundheit? ** Zum Lachen: Fasten-Song von Otto Waalkes ** Leckere Fisch-Rezepte **

So verzichten die Deutschen:

Nach einer DAK-Umfrage würden 64 Prozent beim Fasten am ehesten auf Alkohol verzichten. Danach werden Süßigkeiten (59 Prozent) und Zigaretten (39 Prozent) genannt.

Nur jeder Vierte würde über Wochen Computer oder Internet auslassen. 15 Prozent wären bereit, das Auto stehen zu lassen und auf alternative Verkehrsmittel umzusteigen.

Frauen sind generell eher als Männer bereit, für eine bestimmte Zeit Genussmittel und Konsumgüter zu streichen. Den jüngeren Befragten würde vor allem der Verzicht auf das Internet schwerfallen.

Immer mehr so genannte "Lifestyle-Medikamente" gegen Potenzstörungen, Haarausfall und Dickleibigkeit kommen auf den Markt. Gegenüber diesen Arzneimitteltherapien gibt es aber auch klassische Naturheilverfahren. Dazu gehört das Fasten, das als alternative Behandlungsmöglichkeit bei einigen Erkrankungen gilt. Wir haben bei Hella Thomas, Ernährungsberaterin der DAK nachgefragt, um näheres über diese natürliche Methode zu erfahren.

Fasten von Otto Waalkes:

Wenn ich krank bin, gehe ich zum Arzt und lasse mir das entsprechende Medikament verschreiben. Ähnlich gehen wohl die meisten Patienten vor. Jetzt kommen Sie und sagen Kommando zurück, die Natur ist die Mutter aller Heilverfahren. Wie paßt das denn zusammen?

Hella Thomas: Selbstverständlich erhalten die Patienten nach wie vor ihre notwendigen Medikamente. Beim Fasten geht es vielmehr um einen Ansatz aus der klassischen Naturheilkunde, der das Entschlacken und Entgiften des Körpers zum Ziel hat.

Entschlacken und Entgiften ganz ohne tägliche Pillen-Ration? Wie soll das funktionieren? 

Fasten entlastet und regeneriert den Stoffwechsel bei allergischen Erscheinungen. Es stärkt das Immunsystem und wirkt den Hauptursachen für Herz- und Kreislaufkrankheiten entgegen. Fasten läßt den Fastenden belastbarer für innere und äußere Prozesse werden. Gerade bei Übergewichtigen führt Heilfasten dazu, daß diese ihr Sättigungsgefühl wieder besser wahrnehmen. 

Wo liegen die geschichtlichen Wurzeln des Heilfastens?

Die Ursprünge liegen in der Religion. Früher war das religiöse Fasten in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostern weit verbreitet. Heute lebt es in erster Linie als freiwilliger und therapeutischer Nahrungsverzicht wieder auf.

Bei welchen Beschwerden und Erkrankungen kann es aus medizinischer Sicht sinnvoll sein zu fasten?

Da sind einige zu nennen: Chronische Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Bluthochdruck und Durchblutungsstörungen gehören zu den Krankheitsbildern, die durch eine Fastenkur behandelt werden können. Aber auch für Übergewichtige kann das Fasten ein erster Schritt zu einem neuen Eßverhalten sein.

Worauf sollten Leute, die fasten möchten unbedingt achten?

Gesund essen - leckere Fischrezepte:

Kaviar-Kartoffeln

Safran-Fischsuppe

Matjes in Dill

Gebackener Karpfen

Generell sollten Interessierte keine Fastenkur angehen, ohne vorher mit dem Hausarzt zu sprechen. Dieser kann - vor dem Hintergrund des jeweiligen Gesundheitszustandes - am besten entscheiden, ob eine Fastenkur überhaupt sinnvoll ist. Als Grundregel gilt: Niemand sollte ohne ärztlichen Rat länger als 24 Stunden auf Nahrung verzichten. Abgesehen davon gehören Ruhe und Abstand vom Alltag zu einem erfolgreichen Nahrungsverzicht dazu. Ebenso Bewegung und ausreichendes Trinken. Bei sehr langen Fastenperioden raten Experten dazu, neben der Flüssigkeitszufuhr auch Vitamine und einige Mineralstoffe zu sich zu nehmen. Sehr lange Phasen des Nahrungsverzichts sollten aber ohnehin nie ohne ärztliche Begleitung durchgeführt werden.

Wie sieht es nach Beendigung der Fastenkur aus? Können die Betroffenen dann gleich wieder alles essen?

Nach Beendigung der Fastenkur gleich wieder auf die alten Ernährungsgewohnheiten umzusteigen, wäre völlig falsch. Vielmehr empfiehlt es sich zunächst einige Tage leichte Kost und wenig Ballaststoffe zu sich zu nehmen.

Gibt es auch Personengruppen die auf das Fasten verzichten sollten?

Die gibt es in der Tat. Vor allem Diabetikern, HIV-Patienten und Personen mit Schilddrüsenüberfunktion raten wir von einer Fastenkur dringend ab. Beim Fasten schüttet das Gehirn verstärkt das “Glückshormon” Endorphin aus, was nach einigen Tagen zu einer euphorischen Stimmung führt. Hierin liegt eine gewisse Suchtgefahr begründe, die beispielsweise zu dauerhaften Eßstörungen führen kann.

Es gibt ja verschiedene Ansätze beim Fasten. Welche sind das?

Jede Fastenschule bietet eine andere Formen des Nahrungsverzichts an: Beim Buchinger-Fasten werden neben Gemüsebrühe, Obstsäfte und Honig, bei F.X. Mayr Milch und Semmeln und bei Schroth-Kuren Getreidebrei gegeben. Andere Varianten beinhalten Molke, Ahornsirup und Zitrone.

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