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Mehr als ein Bewegungsmelder: Hightech für Demenzkranke

Laborwohnung an der TU in Chemnitz: Auf der Cebit wollen die Forscher ihr Smart-Sensor-Netzwerk vorstellen, das die Pflege von Menschen mit Demenz unterstützen soll. Foto: Hendrik Schmidt
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Laborwohnung an der TU in Chemnitz: Auf der Cebit wollen die Forscher ihr Smart-Sensor-Netzwerk vorstellen, das die Pflege von Menschen mit Demenz unterstützen soll. Foto: Hendrik Schmidt

Chemnitz (dpa) - Demenzkranke brauchen vor allem Hilfe von Angehörigen und Pflegern. Doch auch moderne Technik kann ihr Leben erleichtern. Auf der Cebit in Hannover wird es einiges hierzu zu sehen geben.

Demenzkranke Menschen sollen mit Hilfe von Hightech künftig länger in ihren eigenen Wohnungen leben können. Die Technische Universität Chemnitz will auf der Cebit in Hannover (16. bis 20. März) ein System auf Basis sogenannter 3-D-Sensoren vorstellen, das Patienten in deren Wohnung lokalisieren und auch an bestimmte Dinge erinnern kann.

Nach Angaben der Uni arbeitet es bildlos und kommt ohne Kameras aus. Das sei bei Technik für Demenzkranke bisher der Knackpunkt. Denn: Um eine Wohnung von außen zu überwachen, müssen Bilder von innen an eine Zentrale übermittelt werden. Damit greift man aber in die Privatsphäre ein.

Das Smart-Sensor-Netzwerk aus Chemnitz wird derzeit in einer Laborwohnung der Uni getestet. Die gesammelten Daten müssten dabei die Wohnung nicht verlassen, erklärte Forscherin Julia Richter. Sitzt der Wohnungsinhaber beispielsweise stundenlang vor dem Fernseher oder benutzt am Morgen das Bad nicht, erhalte er ein akustisches Signal.

Die Sensoren können aber auch dazu dienen, Pfleger oder Angehörige zu informieren. «Wenn der Patient Bildübertragungen ausdrücklich wünscht, ist das gleichfalls möglich», sagte Richter. Es gehe darum, alle Aktivitäten des täglichen Lebens zu erfassen und zu analysieren: «Der Sensor informiert darüber, ob die Leute ausreichend Wasser trinken, sich bewegen oder ihrer persönlichen Hygiene nachkommen.»

Die Deutsche Alzheimer-Gesellschaft befürwortet die Entwicklung von technischen Assistenzsystemen, die Menschen mit Demenz möglichst lange ein selbstständiges Leben zu Hause ermöglichen. «Allerdings sind beim Einsatz ethische Fragen zu beachten und es ist zu klären, ob die Menschen ein solches Hilfsmittel auch wollen», sagt Geschäftsführerin Sabine Jansen. Solche Systeme könnten sicherlich nicht den menschlichen Kontakt in jeder Hinsicht ersetzen.

Nach Schätzungen sind derzeit weltweit etwa 44 Millionen Menschen von Demenz betroffen sind - Tendenz steigend. Auch in Deutschland lässt die demografische Entwicklung immer mehr Kranke erwarten, da die Wahrscheinlichkeit einer Demenz mit dem Lebensalter steigt. Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft rechnet damit, dass die Zahl bis zum Jahr 2050 auf etwa drei Millionen steigt.

Webseite zur Cebit