11. Februar ist "Tag des Notrufes"

Landkreis - Seit 2009 ist der 11. Februar europaweit der Tag des Notrufs 112. In allen 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) hilft diese einheitliche Rufnummer Leben zu retten.

Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung als Betreiber der Integrierten Leitstelle Traunstein erinnert am heutigen Tag an die Vorteile der vorwahl- und gebührenfreien Notrufnummer 112.

Nach der Inbetriebnahme der Integrierten Leitstelle Traunstein als zuständige Leitstelle für alle Bereiche der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr in den Landkreisen Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf a. Inn und Traunstein im Jahr 2010 hat sich das neue System mittlerweile sehr gut etabliert.

Der Zweckverband unter Vorsitz des Traunsteiner Landrats Hermann Steinmaßl ist zuständig für die Sicherstellung des Rettungsdienstes im Verbandsgebiet und betreibt die Leitstelle Traunstein als kommunalen Betrieb seit 2009.

Die Leitstelle Traunstein ist zuständig für ein Gebiet, das mit fast 3.800 km² 1,5 x größer ist als das Bundesland Saarland. Die enorme Größe sowie die geographischen Besonderheiten stellen höchste Anforderungen an das Personal der Integrierten Leitstelle Traunstein. In der ILS Traunstein müssen jährlich bayernweit die meisten Berg- und Wasserrettungseinsätze bearbeitet werden. Eine fundierte Ortskenntnis von den Berchtesgadener Alpen bis nach Egglkofen an der Grenze zum Landkreis Landshut (somit in der Nord/Süd-Ausdehnung über 100 km) ist neben den beiden Berufsausbildungen „Rettungsassistent“ und „Hauptbrandmeister der Berufsfeuerwehr“ eine Grundvoraussetzung für jeden Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle Traunstein. Auch gemessen an den Gesamteinsatzzahlen liegt die ILS Traunstein neben den städtischen Leitstellen Nürnberg, München, Augsburg und Würzburg an der bayernweiten Spitze.

Anlässlich des „Tag des Notrufs“ möchten die Verantwortlichen der ILS Traunstein die Gelegenheit nutzen, die Bevölkerung nochmals auf die hohe Bedeutung der richtigen Notrufnummer hinzuweisen. „Der Polizei-Notruf 110 ist den Bürgern seit Jahrzehnten bekannt und fest im Gedächtnis der Bevölkerung verankert. Das wollen wir auch für den europaweit gültigen Notruf für Feuerwehr und Rettungsdienst 112 erreichen“, sagt Geschäftsführer Josef Gschwendner.

Durch die sofortige Anwahl des richtigen Notrufs wird ein Zeitverlust durch notwendige Weitervermittlungen ausgeschlossen, was sowohl bei medizinischen als auch bei feuerwehrspezifischen Notlagen Leben retten und weitreichende Schäden verhindern kann. „Als Betrieb mit einem zertifizierten ISO 9001:2008 Qualitätsmanagement ist es uns wichtig, die Qualität fortlaufend zu erhöhen“, stellt Gerhard Jäkel als stellv. Leiter der ILS und QM-Beauftragter fest. So wurde beispielsweise im Jahr 2012 ein System zur „Telefonreanimation“ in der ILS Traunstein eingeführt. Hierbei geben die Mitarbeiter der Leitstelle nach festgelegten Algorithmen dem Anrufer Handlungsanweisungen zur Durchführung der Herz-Druck-Massage bei reanimationspflichtigen Patienten. Das sog. „therapiefreie Intervall“ bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes kann somit überbrückt werden. Laut Gerhard Jäkel wurde dieses System bereits bei mehreren Patienten derart erfolgreich angewandt, dass diese später ohne bleibende Schäden die Klinik wieder verlassen konnten.

Wie gut sich die Notrufnummer 112 nach knapp 3 Jahren bereits etabliert hat, lässt sich an der gewaltigen Zahl von über 200.000 eingegangenen Notrufen im Jahr 2012 darstellen.  Mit dem System der Integrierten Leitstellen wurden die bestmöglichen Voraussetzungen für eine schnelle und effektive Hilfeleistung von Feuerwehr und Rettungsdienst geschaffen.

Nichtsdestotrotz appelliert Josef Gschwendner an die Bevölkerung, die Ersthelferkenntnisse regelmäßig aufzufrischen, „denn viele Menschen trauen sich Maßnahmen wie die stabile Seitenlage oder die Herzdruckmassage nicht mehr zu – diese Erfahrung machen wir tagtäglich bei der Bearbeitung der eingehenden Notrufe. Bei einem reanimationspflichtigen Patienten verringert sich pro Minute, die bis zum Beginn der Herzdruckmassage verstreicht, die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa 10%. Bereits nach 5 Minuten sind in der Regel schwerste Gehirnschäden die Folge. Da die Frist bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zumeist bei über 5 Minuten liegt, sind die Maßnahmen von anwesenden Laien für das Überleben des Patienten entscheidend“, stellt Gschwendner fest.

Pressemeldung LRA Mühldorf

Rubriklistenbild: © dpa

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