Die Pollen fliegen wieder! Was tun?

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Es ist wieder soweit: Allergiker aufgepasst! Die Pollen sind los!

Landkreis - Der Winter geht zu Ende und die Sonne gewinnt an Kraft. "Endlich Frühling!" Doch für Allergiker beginnt jetzt die schlimmste Zeit im Jahr. Was hilft wirklich gegen Heuschnupfen und Konsorten!?

Für die meisten Menschen hat der Winter nun lange genug gedauert. Sie freuen sich auf die warme Jahreszeit! Doch nicht alle können sich so unbeschwert über die frühlingshaften Temperaturen freuen. Denn für viele Allergiker beginnt jetzt die Leidenszeit: Rote Augen, triefende Nasen und ein schlappes Körpergefühl!

Wir haben uns für Sie bei den Apotheken im Landkreis umgehört und herausgefunden was wirklich gegen Pollenallergien aller Art hilft.

Aktueller Pollenflug

Durch den abrupten Temperaturanstieg der letzten Tage explodieren die Blüten förmlich. Nicht zeitversetzt erfolgt jetzt die Streuung der Pollen, sondern sie gleicht eher einem "Erdrutsch". Das hält die Blütenstaubkonzentration in der Luft auf einem extrem hohen Niveau. Erschwerend kommt in den nächsten Tagen hinzu, dass nur vereinzelte Regenschauer für eine natürliche Klärung der Luft sorgen.

Besonders aktiv sind zur Zeit die Blüten der Haselnuss, der Erle, der Ulme sowie der Eibe. Menschen die speziell allergische gegen  diese Blütentypen sind, sollten nach Möglichkeit einen weiten Bogen um größer Ansammlungen dieser Bäume machen.

Welche Medikamente helfen wirklich?

Auch unter den Allergikern gibt es Unterschiede: Manchen läuft nur die Nase, andere wiederum kämpfen mit permanent brennenden Augen und manche haben das volle Programm inklusive Schlappheitsgefühl und Hautirritationen.

Ebenso vielfältig wie die Symptome der Allergien sind, gibt es Möglichkeiten dagegen vorzugehen. Wenn nur einzelne Symptome auftreten, wie etwa triefende Nase oder juckende Augen, empfiehlt es sich lokal zu behandeln. Besonders Nasensprays und Augentropfen eignen sich für diese Art der Behandlung. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht alle Sprays und Tropfen antiallergische Wirkstoffe beinhalten. Äußerst häufig kommen die Wirkstoffe Antihistaminika (z.B. Cetirizin) und Kortison zum Einsatz.

Kortison ist in jedem Falle die stärkere Alternative, aber in der Regel verschreibungspflichtig. Es ist sowohl in Salben, Nasensprays und Augentropfen enthalten. Antihistaminika sind etwas schwächer in der Wirkung, aber sehr gut verträglich. Nur noch in zehn Prozent der Anwendungsfälle kommt es zu Nebenwirkungen wie z.B. Müdigkeit. Diesen Wirkstoff gibt es sowohl in Tablettenform sowie als Augen- und Nasentropfen. Der Wirkstoff Cromoglyzin ist für starke Allergiker nur bedingt empfehlenswert, da er nur äußerst schwach die Symptome bekämpft.

Apotheken empfehlen beispielsweise die Medikamente

  • Loratadin
  • Rhinopront Kombi

sowie die verschreibungspflichtigen Medikamente

  • Aerius
  • und Telfast.

In jedem Fall gilt es, die Hinweise in der Verpackungsbeilage zu befolgen bzw. Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker zu halten.

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Alternative Behandlungsmöglichkeiten

Stark im Kommen sind auch homöopathische Behandlungsmethoden. Hier gilt die Devise: Beratung ist alles! Jeder Mensch ist anders und genau darauf zielen diese Methoden ab. Durch eine gute Beratung und eine individuelle Abstimmung können so die Schwachpunkte gezielt isoliert und behandelt werden.

Aber natürlich gibt es auch hier "Fertigmischungen", die ebenfalls gute Erfolge bei der Therapie erzielen. Die gängigsten homöopathischen Mittel sind:

  • Klosterfrau Allergin
  • DHU Heuschnupfenmittel
  • und Thermalwasserspray für die Augen.

Vorbeugende Maßnahmen

Immer mehr Allergiker entscheiden sich vor der Pollenflugsaison für eine Hypersensibilisierung. Dies ist ein langer Prozess, in dem der Patient in regelmäßigen Abständen von einem Arzt die entsprechenden Allergene unter die Haut gespritzt bekommt, um so die überschießende Reaktion des Immunsystems zu verhindern. Im besten Fall tritt die allergische Reaktion gar nicht mehr auf, zumindest wird sie aber zuverlässig verringert.

Aber man kann auch selber vorbeugend aktiv werden:

  • Meiden Sie Wiesen und Felder
  • Verfolgen Sie den Pollenflugkalender und die momentane Pollenbelastung in der Luft
  • Verzichten Sie auf ausgiebige Aufenthalte im Freien bei warmen, trockenem und windigem Wetter (halten Sie auch die Fenster geschlossen)
  • Raucher sind besonders anfällig aufgrund der trockenen Schleimhäute
  • Planen Sie ihren Urlaub nach dem Pollenkalender
  • Achten Sie bei der Wahl ihrer Garten- und Balkonpflanzen auf mögliche Allergien
  • Putzen und saugen Sie regelmäßig "Staubfänger"
  • Waschen Sie ihre Haare vor dem Schlafengehen und ziehen Sie ihre Kleidung bereits vor dem Schlafzimmer aus
  • Schließen Sie beim Autofahren die Fenster
  • Lassen Sie einen Pollenfilter einbauen
  • Spülen Sie regelmäßig ihre Nase mit einer Nasendusche aus
  • Lüften Sie am Abend die Wohnung/das Haus.

Generell gilt: Probieren Sie gezielt Medikamente, Behandlungsmethoden und vorbeugende Maßnahmen aus! Nur so können Sie selber die optimale Kombination für sich herausfinden!

Christian Kleih

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