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Die wichtigsten Tipps

Pollenflug: Was Ihr alles wissen solltet

Es fliegt was in der Luft heißt es jedes Jahr, wenn die Frühlingssonne die Bäume zum Blühen bringen. Millionen Pollen sind dann unterwegs und lösen zum Teil heftige allergische Reaktionen aus. Jeder  Fünfte leidet in Deutschland daran. Tendenz steigend. Wir sind den Gründen nachgegangen, erklären die häufigsten Symptome, zeigen auf, was helfen kann und haben für Sie einen regionalen Pollenkalender zusammengestellt. 

Von Raphaela Kreitmeir

Über die genauen Gründe spekuliert selbst die Wissenschaft. Man geht davon aus, dass es nicht nur eine einzige Ursache gibt, sondern mehrere Faktoren zusammenspielen. Zugrunde liegt eine irrtümliche Alarmreaktion des Immunsystems.

Die Folgen reichen von juckenden Augen und Schnupfen über Hals- und Kopfschmerzen sowie Abgeschlagenheit bis hin zu Asthma und Atemnot. Neben einer genetischen Veranlagung werden Umweltfaktoren ebenso wie die Klimaerwärmung angeführt, wenn es um die konstante Zunahme allergischer Reaktionen geht. Denn die steigende CO2-Konzentration in der Luft regt die Pflanzen zu früherer und stärkerer Pollenproduktion an.

Zudem führen die milderen Temperaturen dazu, dass Pflanzen früher blühen. Inzwischen gibt es eigentlich nur noch zwei pollenfreie Monate im Jahr: November und Dezember. Denn los geht‘s vielerorts bereits im Januar mit Hasel und Erle. Die erste Haupt-Allergie-Saison startet dann im Frühling. 

Menschen in Städten betroffener

Gelitten wird mehr in der Stadt als auf dem Land. So ist in Europas Städten, berichtete ein internationales Forscherteam, die Blütenstaubmenge in den letzten Jahren um drei Prozent gestiegen, auf dem Land, das sich nicht so stark erhitzt, aber immerhin noch um ein Prozent. Grundsätzlich erreicht die Pollenbelastung in der Stadt ihren Höhepunkt in den Abendstunden, während sie auf dem Land schon mit den Morgenstunden einhergeht. Daher sollte die Wohnung nach Möglichkeit nachts gelüftet werden und Fenster am Tage verschlossen bleiben. Ein Fensterschutz gegen Pollenflug entschärft diese Gefahrenquelle.

Aktuelle Temperaturschwankungen können Auswirkungen auf diese Prognose haben.

Rund 25 Millionen Pollenallergiker zählt die Statistik derzeit in Deutschland. Bei ihnen werden die an sich harmlosen Pollen vom Körper als gefährliche Fremdkörper wahrgenommen, die bekämpft werden müssen. Also reagiert er mit einer Abwehrreaktion, indem er eine Entzündung einleitet und dabei jede Menge an Histaminen freisetzt. Das führt dazu, dass die Bindehaut der Augen anschwillt, die Augen tränen, die Nase läuft und Niesattacken einsetzen. Das sind die sichtbaren Folgen, die von Nichtbetroffenen häufig mit einem Schulterzucken abgetan und unterschätzt werden. Denn zu den offensichtlichen Symptomen summieren sich viele, die das Leben der Allergiker nachhaltig negativ beeinflussen. Dazu zählen Schlafstörungen, Dauererschöpfung und ein geschwächtes Immunsystem und damit eine erhöhte Infektanfälligkeit.

Birken besonders aggressiv 

Der Pollen ist das männliche pflanzliche Erbgut und wird durch den Wind schnell verteilt. Schon eine Ähre Roggen enthält zwischen zwei und vier Millionen Pollenteilchen und diese können, bei entsprechenden Wetterbedingungen, bis zu über 200 Kilometer weit getragen werden. Der Blütenstaub des Birkenpollens verbreitet sich gemäß Polleninformationsdienst besonders überfallartig und gehört zu den Hauptauslösern von Asthma. Etwa 40 Prozent aller Allergiker in Deutschland reagieren auf solche Baumpollen. Weitere 40 Prozent haben Allergien gegen Gräser- und Roggenpollen und die restlichen 20 Prozent haben gemäß Pollenflugkalender Probleme mit Kräuterpollen.

Aber nicht nur die Menge der Pollen nimmt stetig zu, stellt das Institut für Meteorologie an der Freien Universität Berlin fest, sondern auch ihre Aggressivität. Das hat mit dem erhöhten Gehalt an Umweltschadstoffen in der Luft zu tun.

Diagnose & Kreuzallergie 

Hauttests geben Aufschluss darüber, ob eine Pollenallergie vorliegt. Dabei werden Pollenextrakte auf die Haut getropft. Durch den Tropfen wird dann mit einer speziellen Nadel kurz oberflächlich in die Haut gestochen oder geritzt, damit die Flüssigkeit in die Haut gelangt. Besteht eine Allergie, kommt es zu einer Hautreaktion, sonst passiert an der entsprechenden Hautstelle nichts. Ergänzend kann eine Blutuntersuchung erfolgen, bei der spezifische Antikörper gegen die jeweiligen Pollen nachgewiesen werden. Ein sogenannter Provokationstest, bei dem die verdächtigen Pollen beispielsweise auf die Nasenschleimhaut aufgebracht und damit die Symptome provoziert werden, wird fallweise zur Sicherung der Diagnose eingesetzt.

Bis zu 60 Prozent der Pollenallergiker reagieren übrigens auch auf Lebensmittel. Diese Kreuzallergie zeigt sich beispielsweise nach dem Verzehr eines Apfels, der zu Kribbeln, Juckreiz und Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute führen kann. Als „Faustregel“ gilt: Wer auf Frühblüher reagiert, verträgt in der Regel Nüsse, Äpfel, Birnen, Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen und Mandeln nicht. 

Therapiemöglichkeiten

Auch wenn es schön wäre, Pollenallergien sind nicht heilbar. Als einzige Therapie, die an die Ursache geht, gilt die spezifische Immuntherapie, bekannt auch als Desensibilisierungs- oder Hyposensibilisierungstherapie. Dabei wird die Reaktion des Immunsystems durch wiederholte Gabe des Allergens abgeschwächt. Falls dieser Prozess erfolgreich ist, kann er für beschwerdefreie Jahre sorgen. Um die Symptome einer Allergie abzuschwächen, gibt es eine Reihe rezeptfrei erhältlicher Produkte wie Nasensprays oder Augentropfen mit Wirkstoffen wie Azelastin und Levocabastin. Sie sind bei akuten Beschwerden wie Fließschnupfen, Juckreiz oder tränenden Augen sinnvoll. Das Spülen mit Salzlösungen hat eine reinigende Wirkung auf die Schleimhäute und ist gut verträglich. Präparate mit ätherischen Ölen aus Myrte oder Eukalyptus eignen sich gut, um zähen und festsitzenden Schleim zu lösen und die Sekretbildung zu normalisieren. Daneben halten Apotheken etliche verschreibungspflichtige Medikamente mit Antihistaminen bereit, die gegebenenfalls vom behandelnden Arzt verordnet werden. Damit es gar nicht erst zu schweren Konsequenzen kommt, ist es für Allergiker hilfreich, die Pollenbelastung im Alltag möglichst gering zu halten. 

Tipps, um Pollenbelastung gering zu halten:

  • Fenster tagsüber geschlossen halten, auf dem Land zwischen 19 und 24 Uhr lüften, in der Stadt zwischen 6 und 8 Uhr.
  • Teppiche und Teppichboden gegen Laminat oder Parkett austauschen.
  • Täglich Nasenduschen machen
  • Jeden Tag vor dem Zubettgehen Haare waschen.
  • Regelmäßig Bettwäsche waschen.
  • Straßenkleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen und aufbewahren.
  • Mehrmals täglich Gesicht waschen.
  • Nach Regengüssen ins Freie gehen und pollenfreie Luft genießen. 

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Dieser Artikel erschien erstmals in der Frühjahrsausgabe 02/2021 der Rosenheimerin und Chiemgauerin.

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Rubriklistenbild: © Symbolbild/Unsplash/Lukasz Szmigiel

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