Vorsicht Zecken: Blutsauger sind aktiv

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Durchimpfungsrate gegen Zecken in Bayern

Rosenheim - Mit den steigenden Temperaturen krabbeln auch wieder die Zecken aus ihrem Versteck. Das Gesundheitsamt zeigt jetzt dazu eine Ausstellung und warnt gleichzeitig.

Zecken werden immer im Uhrzeigersinn herausgedreht, das ist einer von vielen hartnäckigen Irrtümern, die über die Blutsauger kursieren. Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim möchte weitere Mythen und Halbwahrheiten in einer Ausstellung entlarven.

Was hingegen kein Mythos ist: Der gemeine Holzbock ist die häufigste Zeckenart in Stadt und Landkreis Rosenheim. Das Insekt ist jetzt wieder aktiv, von März bis November dauert die eigentliche Zeckensaison. Erst bei Temperaturen unter sieben Grad Celsius fällt das Spinnentier in eine Art Winterstarre und verkriecht sich unter der Laubstreu. In sehr warmen Wintern kann die Zecke sogar das ganze Jahr über aktiv sein.

Da es auch den Menschen an schönen Frühlings-, Sommer- oder Herbsttagen ins Freie zieht, kann es immer wieder zu Begegnungen mit den Blutsaugern kommen. Die können mitunter schwere Folgen haben: Wer sich durch einen Zeckenstich mit der Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) infiziert, dem drohen unter anderem dauerhafte Lähmungen sowie Schluck- und Sprechstörungen. Je älter der Patient, desto höher ist das Risiko für bleibende Beeinträchtigungen. Schlimmstenfalls kann die FSME sogar tödlich enden.

Die FSME ist die am weitesten verbreitete und durch Zecken übertragene Virusinfektion. FSME-Viren sitzen in den Speicheldrüsen der Zecke und werden daher übertragen, sobald das Spinnentier zusticht. Ab diesem Zeitpunkt können auch Medikamente nichts mehr ausrichten.

In Stadt und Landkreis Rosenheim sind zwischen 70 und 80 Prozent der Menschen nicht ausreichend geschützt. Die vorbeugende Impfung, die zu jeder Zeit möglich ist, ist der einzig wirksame Schutz vor einer FSME. Wenn es ganz schnell gehen muss, sorgen schon zwei Impfungen im Abstand von zwei Wochen für einen guten Saisonschutz. Regulär werden die ersten beiden Impfungen im Abstand von vier Wochen verabreicht. Eine dritte Impfung nach fünf bis zwölf Monaten schließt in beiden Fällen die sogenannte Grundimmunisierung ab und verleiht einen Langzeitschutz für mindestens drei Jahre. Regelmäßige Auffrischimpfungen alle drei bis fünf Jahre durch eine einzelne Impfdosis sorgen dafür, dass der Schutz dauerhaft bestehen bleibt.

Etwas anders verhält es sich mit der Borreliose, der häufigsten von Zecken übertragenen Erkrankung. Obwohl hier kein Impfstoff verfügbar ist, hat die Medizin die Erkrankung meist gut im Griff: Eine Borreliose lässt sich mit Antibiotika ursächlich behandeln. Wichtig ist vor allem, bei einer großflächigen Rötung im Bereich der Einstichstelle, sofort einen Arzt aufzusuchen. Diese so genannte „Wanderröte“ ist das Leitsymptom einer Borreliose.

Genauso wichtig ist es, Zecken am Körper schnell zu entdecken und zu entfernen. Da Borreliose-Erreger 12 bis 24 Stunden brauchen, um in den menschlichen Organismus zu gelangen, lässt sich die Erkrankung auf diese Art in den meisten Fällen verhindern. Im Übrigen, Zecken können mit Vorsicht sowohl mit als auch gegen den Uhrzeigersinn herausgedreht werden.

Die Ausstellung im Foyer des Staatlichen Gesundheitsamtes in der Prinzregentenstraße 19 in Rosenheim kann bis 30. Mai zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden. Diese sind von Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 12 Uhr sowie von Montag bis Mittwoch von 13.30 Uhr bis 15.45 Uhr und Donnerstag von 13.30 Uhr bis 17 Uhr.

Pressemeldung Landratsamt Rosenheim

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