Chancen und Risiken

Studie: So sicher sind Zahnimplantate

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Klinisches Bild einer Implantatkrone zeigt nach zehn Jahren Liegedauer ein funktionell und ästhetisch gutes Behandlungsergebnis.

Bern - Fehlt ein Zahn, gelten Implantate heute als sehr elegante Lösung. Die künstlichen Zahnwurzeln ermöglichen einen festsitzenden Ersatz. Eine Studie hat nun das Risiko für Patienten untersucht.  

Seit einigen Jahrzehnten sind Zahnimplantate ein fester Bestandteil in der zahnärztlichen Therapie. Jetzt haben Wissenschaftler der Zahnmedizinischen Kliniken (ZMK) Bern in einer umfassenden Langzeitstudie die Zuverlässigkeit von Zahnimplantaten untersucht. Demnach ist der Verlust von Zahnimplantaten gering und es treten kaum Komplikationen auf.  

Zahnimplantate sind mittlerweile Routine

Seit den 80er Jahren gelten Zahnimplantate als wissenschaftlich annerkannter Weg den Mundraum zu sanieren. Die künstlichen Wurzeln werden im Kieferknochen der Patienten verankert. Danach folgt ein Aufbau. Mit dieser Methode können fehlende Zähne ersetzt werden, ohne wie bei einer herkömmlichen Brücke gesunde Zahnsubstanz abzuschleifen. Bis Ende der 90er Jahre haben sich Materialien und Vorgehensweisen geändert. Heute wird eine zylinderförmige Titanwurzel in den Kiefer geschraubt und dann mit Zahnfleisch bedeckt. Mittlerweile ist der Eingriff für viele Ärzte zwar Routine, trotz allem gibt es wenig aussagekräftige Studien zum Thema. 

Für Patienten sind Zahnimplantate immer eine schwierige Entscheidung. Zum einem können Komplikationen auftreten, im schlimmsten Fall hält das Implantat nicht. Zum anderen kann eine Behandlung schnell mal mehrere Tausend Euro kosten.  

Der histologische Schnitt oben zeigt ein im Gewebe eingeheiltes Titanimplantat mit einer Implantatkrone.

Im Rahmen der Studie haben die Schweizer Zahnmediziner mehr als 300 teil-bezahnte Patientinnen und Patienten untersucht, bei denen Ende der 90er Jahre einzelne oder mehrere Zähne durch insgesamt 511 Implantate ersetzt worden waren. Dabei wurden Titanimplantate mit einer damals neuen mikrorauen Oberfläche verwendet, die noch heute eingesetzt werden.
Die Nachkontrolle dieser Patienten ergab, dass über diese Zeit lediglich sechs Implantate nicht gehalten hatten, was einer Verlustrate von 1.2 Prozent entspricht. Weitere 1.8 Prozent der Implantate zeigten während dieses Zeitraums eine biologische Komplikation in Form einer Infektion.

Mundhygiene und Kontrolle sind wichtig

Die Zahnmediziner betont jedoch, dass die Studie mit einer Laufzeit von zehn Jahren unter strikten Bedingungen durchgeführt worden sei, da nur evidenz-basierte Behandlungsmethoden zur Anwendung kamen, wissenschaftlich gut dokumentierte Implantate verwendet wurden und die meisten Patienten eine gute Mundhygiene betrieben sowie regelmässig mit Dentalhygienekontrollen betreut wurden.

Zudem waren die involvierten Implantat-Chirurgen gut ausgebildet und wiesen eine grosse klinische Erfahrung auf. "Dies sind alles begünstigende Faktoren für gute Langzeitergebnisse von Zahnimplantaten", so Daniel Buser, Direktor der Klinik für Oralchirurgie und Stomatologie.

Der Zahn: Von Krone bis Wurzel

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Die Langzeitstudie wurde nun in der Fachzeitschrift "Clinical Implant Dentistry and Related Research" veröffentlicht.

ml

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