Sonnenlust statt Sonnenfrust

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Landkreis - Endlich ist der Sommer da. Nach den langen Regenperioden genießt man verständlicherweise die Sonne. Doch Vorsicht vor Sonnenbrand! So bräunen Sie richtig:

Sonnengebräunte Haut wird nach wie vor mit Gesundheit und Vitalität gleichgesetzt. Aufgrund der langen „Sonnenabstinenz“ und dem daraus resultierenden „Sonnenhunger“ möchte der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, Dr. Franz Heigenhauser, auf Gefahren einer zu intensiven Sonnenbestrahlung hinweisen und zugleich einige Tipps für den richtigen Umgang geben. Um kein Missverständnis aufkommen zu lassen, Sonne in der richtigen Dosierung ist gesund, ja lebensnotwendig. Sie stimuliert das Immunsystem, fördert den Hormonhaushalt und tut der Psyche gut, nur ein Übermaß schadet.

Sonnenlicht ist elektromagnetische Strahlung, nur der kleinste Teil davon ist sichtbares Licht. Für die Wirkungen auf der Haut ist in erster Linie das unsichtbare UV-Licht verantwortlich. Während das UVA- Licht auf Grund der geringen Eindringtiefe kaum Zellschädigungen verursacht und für die Bräunung verantwortlich ist, dringt das kurzwelligere UVB-Licht tiefer in die Haut ein und führt dort zu Zellzerstörungen und Sonnenbrand. Eine gewisse Zeit kann jeder Mensch ungeschützt in der prallen Sonne verbringen, ohne dass es zu ersten Reaktionen wie Hautrötung kommt. Diese Zeitspanne, auch Eigenschutz genannt, ist abhängig vom Hauttyp. Dabei werden vier Hauttypen unterschieden:

  • Hauttyp 1: Haut auffallend hell, viel Sommersprossen, Haare blond oder rötlich, Augen grün oder blau, keine Bräunung, Hautrötung nach 5 – 10 Minuten

  • Hauttyp 2: Helle Haut, wenig Sommersprossen, Haare blond bis braun, Augen blau, grün oder grau, wenig Bräunung, Hautrötung nach 10 – 20 Minuten

  • Hauttyp 3: Haut hellbraun, keine Sommersprossen, Haare dunkelblond oder braun, Augen grau oder braun, gute Bräunung, Hautrötung nach 20 – 30 Minuten

  • Hauttyp 4: Braune Haut, keine Sommersprossen, Haare dunkelbraun oder schwarz, Augen dunkel, schnelle und tiefe Bräunung, selten Sonnenbrand, Hautrötung nach 40 Minuten.

Zu starke UV-Bestrahlung führt über eine Zellschädigung zum Untergang einzelner Hautzellen mit den entsprechenden Entzündungsreaktionen wie Rötung, Schmerz und allgemeinem Krankheitsgefühl. Je nach Schweregrad geht die Rötung entweder in eine anschließende Bräunung über oder führt zu einer Verbrennung mit Blasenbildung. So unangenehm die unmittelbaren Folgen eines Sonnenbrandes auch sein mögen, die eigentliche Gefahr liegt in der Langzeitwirkung. Die Haut hat ein Elefantengedächtnis, sie verzeiht nichts. Die durchgemachten UV-Schädigungen addieren sich mit der Folge, dass auf einer UV-vorgeschädigten Haut viel leichter ein Hautkrebs entstehen kann. Der gefährlichste Hautkrebs ist das maligne Melanom, der sogenannte schwarze Hautkrebs. Besonders in früher Kindheit oder Jugend durchgemachte Sonnenbrände erhöhen im Alter das Melanomrisiko. Vor diesem Hintergrund kommt nach Meinung Dr. Heigenhauser der Vorbeugung eine herausragende Bedeutung zu.

Die im Handel erhältlichen Sonnenschutzpräparate sind in ihrer Wirkung durch sogenannte Schutzfaktoren charakterisiert. Damit wird der Faktor angegeben, um den sich die Eigenschutzzeit verlängert. Ein Beispiel: Ist man ein Hauttyp 2 mit einer mittleren Eigenschutzzeit von 15 Minuten, so wird durch das Auftragen eines Sonnenschutzmittels mit dem Schutzfaktor 10 die Zeit bis zum Auftreten einer Rötung auf 150 Minuten verlängert.

Pressemitteilung Landratsamt Traunstein

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