Arzt muss Online-Bewertung hinnehmen

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Mein Arzt ist top oder ein Flop. Auf verschiedenen Online-Portalen können Patienten Mediziner bewerten und anonym Noten geben. Auch miese Urteile müssen Ärzte hinnehmen.

Ärzte müssen eine Bewertung im Internet hinnehmen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt in einem am Donnerstag bekanntgewordenen Urteil entschieden. Nach Auffassung des Gerichts sind die Bewertungen vom Recht der freien Meinungsäußerung gedeckt. Daher müsse sich auch ein Mediziner, der wegen der freien Arztwahl ebenso wie andere freie Berufe im Wettbewerb steht, diesen Beurteilungen stellen (Urteil vom 8.3. 2012 - Az. 16 U 125/11).

Das Gericht wies damit die Klage einer Ärztin ab, die die Löschung ihrer Daten sowie die Bewertung von anonymen Autoren auf einer Internetseite verlangt hatte. Aus ihrer Sicht war der Eintrag unvereinbar mit dem besonderen Vertrauensverhältnis, das zwischen Arzt und Patient besteht.

Dies sahen die Richter anders: Das Recht der Meinungsäußerung sei nicht auf allgemeingültige Werturteile beschränkt. Zudem wisse jeder Leser, dass es sich in derartigen Fällen nicht um eine wissenschaftlich fundierte Bewertung handele. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache ließ das Gericht aber die Revision zum Bundesgerichtshof in Karlsruhe zu.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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