Vitamin-Pillen besser als ihr Ruf

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Natürliche Vitamine gelten bei Ernährungswissenschaftlern als erste Wahl für gesunde Ernährung. Künstliche Vitaminpräparate sollen aber besser als ihr Ruf sein.

Frankfurt - Sie sind wohl doch besser als ihr Ruf: Die Aufnahme von Multivitaminpräparaten kann laut Studie das biologische Alter günstig beeinflussen. ** Vitamine und Wirkung **

Das haben jüngst amerikanische Wissenschaftler gezeigt. Das Forscherteam aus den USA hatte hierzu die X-Chromosomen-Enden, so genannte Telomere, im Erbgut der Zellen von 586 Frauen im Alter zwischen 35 und 74 Jahren sowie deren Einnahmeverhalten hinsichtlich Vitaminen untersucht.

Im Ergebnis stellten sie fest, dass bei den regelmäßigen Verwenderinnen von Multivitaminpräparaten die Telomere, die als Marker für das biologische Zellalter gelten, deutlich länger, also besser erhalten geblieben waren als bei den Frauen, die keine Vitamine einnahmen.

Die Wissenschaftler befragten zum einen eine Untergruppe von Frauen, im Rahmen der "Sister Study", bezüglich ihrer Ernährung und der Nahrungsergänzung mit Multivitaminen. Die Erfassung erfolgte mittels eines Fragebogens.

Die "Sister Study" ist eine fortlaufende Langzeit-Studie, an der 50.000 Frauen zwischen 35 und 74 Jahren teilnehmen. Neben der schriftlichen Befragung wurde den Frauen Blut abgenommen und dieses biochemisch untersucht.

Bei dieser Analyse waren für die Autoren der Studie die Enden der Chromosomen, X-förmige Strukturen, in welche die DNA zusammengepackt wird, von Interesse. Diese Enden der Chromosomen werden Telomere genannt. Die Telomere verkürzen sich mit jeder Zellteilung. Diese Verkürzung kann jedoch nur bis zu einem bestimmten Grad stattfinden. Wird dieser überschritten, kann keine Zellteilung mehr erfolgen und die Zelle geht zugrunde. Da die Telomere außerdem sehr empfindlich gegenüber oxidativem Stress sind, sieht die Forschung in ihrer Länge einen guten Marker für das biologische Alter einer Zelle.

In der genannten Querschnittstudie wiesen Frauen, die regelmäßig Multivitaminpräparate zu sich nahmen, längere Telomere auf als die Frauen ohne eine solche zusätzliche Vitaminaufnahme. Die Telomere waren durchschnittlich um 5,1 Prozent länger. Die Forscher führen diesen Effekt auf den Vitamin C- bzw. Vitamin E-Gehalt in den Supplementen zurück, die bereits in anderen in vitro-Experimenten eine schützende Wirkung auf die Telomere zeigten.

Die Studie unter Leitung von Dr. Honglei Chen vom National Institute for Environmental Health Science, National Institutes of Health (NIEHS) in North Carolina/USA ist die erste epidemiologische Studie, die einen Zusammenhang zwischen einer Vitamineinnahme und der Länge der Telomere zeigen konnte.

Die Wissenschaftler verweisen in ihrer Veröffentlichung im internationalen Fachmagazin American Journal of Clinical Nutrition auf zwei weitere Studien, die den Zusammenhang zwischen Vitaminversorgung und Telomeren untersucht haben. In der ersten Studie konnte ein positiver Zusammenhang zwischen einem hohen Vitamin-D-Spiegel und der Länge der Telomere nachgewiesen werden.

Die zweite Studie zeigte längere Telomere bei hohen Spiegeln des B-Vitamins Folat (Folsäure). Möchte man den biologischen Alterungsprozess verlangsamen, so scheint eine angemessen hohe Versorgung mit Vitaminen unabdingbar zu sein.

Vitamine und ihre Wirkung

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