Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Wochenlanges Grau in Grau

Was macht das Schmuddelwetter mit unserer Psyche?

Die Sonne zeigte sich im Dezember und Januar nur selten - das sorgt bei vielen für ein Stimmungstief. Spaziergänge können dagegen helfen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
+
Die Sonne zeigte sich im Dezember und Januar nur selten - das sorgt bei vielen für ein Stimmungstief. Spaziergänge können dagegen helfen. Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Wochenlang zeigt sich der Himmel über in einigen Teilen Deutschland nun schon dunkel, grau, regnerisch. Kaum ein Sonnenstrahl dringt durch. Werden wir durch das trostlose Winterwetter und den Lichtmangel depressiv? Und was hilft?

Essen (dpa) - Trübes Wetter mit Wolken und Regen, die Sonne ein höchst seltener Gast. Das schlägt aufs Gemüt. Der Dezember 2017 und der Januar 2018 waren zusammengenommen die dunkelsten Monate seit Jahrzehnten, sagen Meteorologen. Auch in den nächsten Tagen ist noch kein Lichtblick in Sicht.

Was macht das Dauer-Schmuddelwetter mit unserer Psyche?

Sonne und Tageslicht haben eine wichtige Wirkung auf Stoffwechselprozesse, bei denen Hormone ausgeschüttet werden, erklärt Ralph Schliewenz vom Berufsverband Deutscher Psychologen (BDP). Bei Dunkelheit produziere der Körper Melatonin, das Schlafhormon. Helligkeit dagegen führe zu mehr Serotonin, dem Glückshormon. Entsprechend beeinflussten die Stoffe die Stimmung, sagt der Experte.

Gibt es zur dunklen Jahreszeit vermehrt Ratsuchende in den psychologischen Praxen?

Zahlen dazu liegen nicht vor. Psychologen würden aber im November mehr in Anspruch genommen als in den Sommermonaten, sagt Schliewenz. «Wir merken, wenn die sogenannten saisonalen depressiven Phasen einsetzen. Winterdepressionen kehren zudem bei vielen Menschen von Jahr zu Jahr wieder.» Die Ursache sei nicht allein der Lichtmangel. Aber er könne vorliegende Probleme verstärken bis hin zu schweren Symptomen, die sich diagnostisch einordnen ließen und behandlungsbedürftig seien.

Um welche Symptome handelt es sich?

Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Mattheit, Lustlosigkeit, Niedergeschlagenheit, verstärkter Appetit auf Süßes, Gewichtszunahme. «Viele Menschen nutzen diesen Zustand aber auch, um es sich bewusst gemütlich zu machen, sich etwas zu gönnen, früh zu Bett zu gehen, viel zu schlafen, Plätzchen zu naschen», erklärt der Psychologe. Problematisch werde es, wenn Funktionsbereiche betroffen sind: Wenn der Mensch morgens nicht mehr raus komme, im Job oder in der Schule fast einschlafe oder abschalte. Alarmzeichen seien zudem, wenn jemand den sozialen Rückzug antrete, Freunde und Kontakte vernachlässige, sich abkapsele und einigele. «Man muss jede Form von Depression ernstnehmen. Sie kann grundsätzlich tödlich sein», sagt Ralph Schliewenz.

Was hilft gegen den Winterblues?

Ärzte und Psychologen forschen unter anderen an der LWL-Universitätsklinik Hamm zur ausgleichenden Wirkung von Lichtquellen bei depressiven Menschen. Allgemein lautet der Rat des Fachmanns: «Fragen Sie sich als Betroffener: «Was hellt meine Stimmung auf?» Nach draußen gehen, aktiv werden, Sport treiben, Sauerstoff tanken, den Blick in die Ferne schweifen lassen, Natur genießen, dem Frühling entgegen sehen. Klingt banal, ist aber bei leichten Krankheitsformen sehr wirkungsvoll.»

Kommentare