Kosten, Leistungen und Co.

Zahnreinigung: Das sollten Sie beachten

Mainz - Wer seine Zähne professionell reinigen lassen will, sollte einen Preisvergleich wagen. Denn Kosten und Leistungen können stark variieren - das stellte die Verbraucherzentrale bei einem Marktcheck fest.

Gesunde Zähne erfordern gute Pflege. Die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung muss der Patient allerdings meist selbst tragen, denn Krankenkassen übernehmen oft nur die Zahnsteinentfernung. Nun rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Ein Preisvergleich zwischen verschiedenen Zahnärzten lohnt. Denn wie tief der Patient in die Tasche greifen muss, hängt davon ab, wie umfangreich die Behandlung ist - und mit welchem Satz der Zahnarzt rechnet! Die Verbraucherzentrale hat in einem Marktcheck ermittelt, dass die Reinigung zwischen 40 und 155 Euro kosten kann.

Grundlage für die Preis-Berechnung ist die Ziffer 1040 der Gebührenordnung für Zahnärzte. Dabei kann der Arzt den 1,0-fachen Satz (1,57 Euro Gebühr = 43,96 Euro/28 Zähne), den 2,3 fachen Satz (3,62 Euro Gebühr = 101,36 Euro/28 Zähne) oder den 3,5-fachen Satz (5,51 Euro Gebühr) verlangen.

Der Zahn: Von Krone bis Wurzel

Der Zahn: Von Krone bis Wurzel Das Gebiss eines Erwachsenen besteht aus 32 Zähnen. Jeder besteht aus der Krone, dem Hals und einer Wurzel, die fest im Knochen eingewachsen ist. Das Zahnfleisch wächst in den Zahn und bildet eine Bakterienbremse. © obs/blend-a-med
Von Mark bis Schmelz Von innen nach außen gibt es folgende Schichten: das von Gefäßen und Nerven durchzogene Mark, das Zahnbein und den Schmelz aus Hydroxylapatit und Fluorid als Schutzschild. © obs
Knochen Der Kieferknochen dient als Verankerung für die Zähne, er bleibt nur unter ständigem Druck stabil. Fehlt der Druck, weil ein Zahn ausgefallen ist, baut sich die Knochensubstanz ab. © obs
Jedes Jahr gehen in Deutschland 14 Millionen Zähne verloren. Zahnkiller Nummer eins ist die Paradontitis. Die Zahnfleischentzündung hat Karies vom ersten Platz verdrängt. © Obs/Oral B
Zahnerkrankungen: Karies ist die häufigste Infektionskrankheit des Menschen, nur ein Prozent der Erwachsenen ist kariesfrei. Die Beläge auf den Zähnen produzieren mit dem Zucker aus der Nahrung Säuren, die in den Zahnschmelz eindringen und ihn auflösen. © obs
Pardontitis Die Parodontitis ist eine schwere Entzündung des Zahnfleisches, bei der sich das Gewebe zurückbildet und den Zahnhals nicht mehr fest umschließt. Sie ist die Hauptursache für Zahnverlust. © obs
Plaque & Zahnstein Zahnbelag (Plaque) ist eine bakterielle Ablagerung auf den Zähnen. Bildet er als Kruste eine Verbindung mit dem Zahn, wird er zu Zahnstein. Dieser bakterielle Biofilm muss sorgfältig entfernt werden. © dpa
Implantat: Zahn sitzt auf einer Schraube im Knochen © obs/proDent e.V.

Die Verbraucherzentrale rät, sich vor der Zahnreinigung unbedingt einen Kostenvoranschlag von seiner Praxis geben zu lassen. Und zwar einen, der sich an der Gebührenordnung für Zahnärzte orientiert.

Tipps von der Verbraucherzentrale

  • Fragen Sie gezielt bei Ihrem Versicherer nach, ob, in welcher Höhe und unter welchen Bedingungen sie die Kosten übernehmen.
  • Fordern Sie von Ihrer Praxis einen schriftlichen Kostenvoranschlag ein, der sich an der Gebührenordnung für Zahnärzte orientiert.
  • Vergleichen Sie mehrere Zahnärzte nach Preis und Leistung. Fragen Sie gezielt nach, welche Leistungen enthalten sind - das Entfernen von Belegen auf Zahn- und Wurzeloberflächen einschließlich der Reinigung der Zahnzwischenräume, das Entfernen des so genannten Biofilms, die Oberflächenpolitur und geeignete Fluoridierungen sollten inbegriffen sein.
  • Die Behandlung soll nur durch einen Zahnarzt oder speziell ausgebildetes Fachpersonal durchgeführt werden. Das kann zum Beispiel eine zahnmedizinische Prophylaxeassistentin sein.
  • Veranschlagt der Zahnarzt mehr als den 2,3-fachen Gebührensatz, muss er das auf die einzelne Leistung bezogen für den Patienten verständlich und nachvollziehbar schriftlich begründen.
  • Kontrollieren Sie bei der professionellen Zahnreinigung, ob alle wichtigen Schritte durchgeführt wurden. Sind Sie mit der Qualität unzufrieden, sprechen Sie ihren Arzt darauf an.

Rubriklistenbild: © dpa/Symbolbild

Kommentare