Ausstellung "Eiskalte Händchen"

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Rosenheim -In der Vetternwirtschaft ist vom 6. März bis 16. April die Ausstellung "Eiskalte Händchen" der Münchner Künstler Lisa Riedner, Philipp Zehmisch und Matthias Weinzier zu sehen.

Die aus neun bedruckten Alutafeln bestehende Ausstellung zeigt ein Comic, welches inhaltlich an einem konkreten Fall von "Lohnbetrug" in Bayern anknüpft.

In dem sich das Projekt sensibel auf die Biografien der Werksvertragsarbeiter einlässt, ist es ihm nicht nur möglich, die subjektive Seite dieser internationalen Arbeitsstrukturen in Erfahrung zu bringen.

Vielmehr können die Forscher/-innen das weitverzweigte, transnationale Netzwerk aus General- und Subunternehmen und anderen beteiligten Akteuren feldforschend rekonstruieren, welche die Werksvertragsarbeiter nach Bayern brachten. Hierbei zeigt sich eine Ambivalenz aus Ermöglichung und Unterstützung als auch von Behinderung und Ausbeutung, die dieser migratorischen Praxis zu Grunde liegt.

Die Ausstellung wurde zuvor im Rahmen von des interdisziplinär forschende Ausstellungsprojekt Crossing Munich in der Münchner Rathausgalerie gezeigt.

In Rosenheim ist sie noch bis 16. April, täglich außer Montag und Mittwoch jeweils ab 19 Uhr in der Vetternwirtschaft, Oberaustraße 2 in Rosenheim zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Hintergrundinformationen über die Künstler/-innen:

Lisa Riedner, geboren 1984, macht derzeit ihren Master of Anthropological Research an der University of Manchester. Im Rahmen von Crossing Munich und ihres Ethnologie-Studiums an der LMU München hat sie sich mit der Situation türkischer Werkvertragsarbeitnehmern in München und Istanbul auseinandergesetzt und den Kampf zweier Arbeiter für ihre Rechte verfolgt.

Philipp Zehmisch, geboren 1980, hat Ethnologie, Psychologie und Wirtschaftsgeographie an der LMU studiert. Seit 2008 schreibt er eine Doktorarbeit über "Postkoloniale Migration auf den Andamanen, Indien". Seine thematischen Schwerpunkte sind Migrationsforschung, Postcolonial Studies und Politische Anthropologie. Regional ist er auf Südasien, die Türkei und München spezialisiert. Für das Projekt beteiligte er sich am Modul Arbeit und Widerstand und forschte in München und Istanbul zum Thema "Migrationspolitik und Internationale Arbeitsteilung am Beispiel der Werkvertragspraxis".

Matthias Weinzierl, geboren 1972, arbeitet seit 2001 als freier Grafiker und Viertelgeschäftsführer des Bayerischen Flüchtlingsrates. Zudem versucht er sich, gemeinsam mit Freund/-innen, seit knapp zehn Jahren als Verleger mit dem Kleinstverlag "Bodensatz", in dem er auch seine erste Comicarbeit "Mafiosi" veröffentlichte.

In seinen Arbeiten sollen die unterschiedlichen Arbeitsbereiche, also Politarbeit und Grafik, produktiv verknüpft werden. Kampagnen ein gestalterisches Gesicht zu verpassen, z.B. der "Deutschland-Lagerland Kampagne", der "save me-Kampagne" hat bis heute nicht an Reiz für ihn verloren, besonders weil er sich nicht als Dienstleister sondern als Teil der jeweiligen Kampagne versteht. In den letzten Jahren entstanden neben der Kampagnenarbeit so eine Serie von politischen Plakaten, (z. B. "Deportation Class" "Mittenwald", "Nato Sicherheitskonferenz", "Bleiberecht", etc.), ein Hörbild, diverse Publikationen und ein böser Kurzfilm über eine fiktive Burschenschaft. Zuletzt entstand die Ausstellung "Under Construction - Bildungsbaustelle Migration", die am 24. und 25. Juni 2009 in der Münchner Fußgängerzone zu sehen war.

Seit 2006 Jahren gibt er als verantwortlicher Redakteur das Hinterland-Magazin für den Bayerischen Flüchtlingsrat heraus.

Pressemitteilung der Infogruppe Rosenheim

Zurück zur Übersicht: Kultur

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser