"Verbündet, Verfeindet und Verschwägert"

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Modell der Stadt und Burg Burghausen - Detailgetreues Modell der Stadt und Burg Burghausen von dem Straubinger Drechslermeister Jakob Sandtner aus dem Jahr 1574.

Burghausen - 1000 Jahre spannende Beziehungsgeschichte vereinen den Freistaat Bayern und das Land Oberösterreich. Ende April startet die gemeinsame Landesausstellung:

Der Freistaat Bayern und das Land Oberösterreich veranstalten vom 27. April bis 4. November 2012 die erste gemeinsame bayerisch-österreichische Landesausstellung. „Bayern und Österreich“ präsentiert die Höhepunkte aus 1000 Jahren einer spannungsreichen Beziehungsgeschichte vom frühen Mittelalter bis zum Ende des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation.

Gotisches Glasfenster aus der ehemaligen Frauenkirche, Stift Reichersberg. Die Scheiben stammen aus bayerischen Werkstätten.

In Burghausen beschäftigt sich das Haus der Bayerischen Geschichte mit der Epoche „Als Österreich noch bei Bayern war“. Bis 1156 gehörten Ober- und Niederösterreich zum Herzogtum Bayern, das vom Lech bis nach Wien reichte. Bestimmende Raumachsen und wirtschaftliche Schlagadern waren die Flüsse. Donau, Salzach und Inn stellten die Verbindung zu den europäischen Nachbarn her. Die handelnden Personen - von Herzog Tassilo bis zum heiligen Wolfgang, von Rudolf von Habsburg bis zu Margarethe Maultasch - sind in der Ausstellung ebenso präsent wie die herausragenden Zeugnisse der Zeit - von der Ostarrichi-Urkunde, dem „Taufschein“ Österreichs, bis zur Budapester Liederhandschrift, vom fast ein Kilogramm schweren awarenzeitlichen Goldkrug bis zur einzigen illustrierten Nibelungenhandschrift. Erstmals ist auch das im 8. Jahrhundert angelegte Verbrüderungsbuch von St. Peter, in dem die Namen der agilolfingischen Herzöge in Bayern vermerkt sind, für eine Ausstellung auf Reisen gegangen. Von den Handschriftenschätzen, die im Zuge der Säkularisation nach München gelangten, sind unter anderem das Orationale und das Perikopenbuch von St. Erentrud aus dem Salzburger Kloster Nonnberg zu sehen.

Die bayerischen Gründungen, die das heutige „Klösterreich“ ausmachen, stellten kostbare Leihgaben aus ihren Handschriften- und liturgischen Schätzen zur Verfügung.

Die längste Burganlage der Welt wird Schauplatz einer außergewöhnlichen Mittelalter-Ausstellung mit einer Vielzahl herausragender Exponate, eindrucksvoller Inszenierungen und rund 30 Aktivstationen, die zum Tätigwerden einladen, wie zum Beispiel dem Nachbau eines mittelalterlichen Tretradkrans, in dem die Besucherinnen und Besucher ins sprichwörtliche Rotieren kommen können. .

Tretradkran im Gärtlein auf der Altan - Tretradkran im Gärtlein auf der Altan in der Hauptburg der Burghauser Burg. Unter Verwendung mehrerer Kubikmeter Lärchenholz fertigten die Schreiner Karl Brindl und Konrad Berger aus Obing nach mittelalterlichen Plänen den knapp acht Meter hohen Kran.

Unweit von Burghausen im heute österreichischen Innviertel liegen die beiden weiteren Ausstellungsorte, die früheren Königspfalzen Mattighofen und Ranshofen, das heute zu Braunau gehört. Im ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Ranshofen mit seiner sehenswerten Barockkirche steht mit der Barockzeit ein Höhepunkt des Kunst- und Kulturschaffens in Österreich und Bayern im Mittelpunkt. Die prachtvollen Kirchen-, Kloster-, und Schlossbauten dieser Epoche zeichnen die Donauländer aus, die Barockkultur mit ihren Festen, Prozessionen, Wallfahrten gilt als bis heute prägend für die Mentalität der Bayern und Österreicher. Das herausragendste Exponat der Ausstellung ist die berühmte Kaisermonstranz Kaiser Karls VI.

Krug aus dem Goldschatz von Nagyszentmiklós - Der aus 21karätigem Gold gearbeitete Krug stammt aus dem nach seinem Fundort so genannten Goldschatz von Nagyszentmiklós (heute Sânnicolau Mare in Rumänien).

Im Schloss Mattighofen, einst Sitz der Grafen von Ortenburg, stehen die Konflikte im Vordergrund, die Bayern und Österreich im 18. Jahrhundert entzweiten. Trotz ihrer nahen verwandtschaftlichen Beziehungen gerieten die Herrscherdynastien Habsburg und Wittelsbach im Spanischen Erbfolgekrieg und in den napoleonischen Kriegen in Gegensatz zueinander. Den zweiten Themenschwerpunkt bildet die Kultur an den Herrscherhöfen in der Zeit der Aufklärung, kontrastiert mit den sehr viel bescheideneren und häufig genug entbehrungsreichen Lebensverhältnissen der Bauern und Bürger. Mit der Möglichkeit, damals beliebte Spiele wie das „Paume“, ein Vorläufer des Tennis, das Bölzelschießen, das Jeu de Passes, Schaukeln und Federballspielen auszuprobieren, kommt auch das Vergnügen für die Besucherinnen und Besucher nicht zu kurz.

Die Landesausstellung an den drei Spielstätten Burghausen, Ranshofen (Braunau) und Mattighofen wird von einem umfangreichen Rahmenprogramm mit Konzerten, Theater und Lesungen begleitet.

Pressemitteilung Haus der Bayerischen Geschichte

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