Bayreuther und Salzburger Festspiele beginnen

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Das Festspielhaus in Bayreuth.

Bayreuth/Salzburg - Mit der Eröffnung der Bayreuther und der Salzburger Festspiele an diesem Samstag erreicht der Festivalsommer seinen Höhepunkt.

Aufatmen auf dem “Grünen Hügel“: In Bayreuth regiert wieder die Musik Richard Wagners, nachdem ein lange drohender Streik bei der Eröffnungspremiere “Tristan und Isolde“ gerade noch abgewendet werden konnte. Für die 140 Bühnentechniker wurde am Freitag ein Tarifabschluss auch von Arbeitgeberseite gebilligt.

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Zur Auftaktpremiere der 98. Richard-Wagner-Festspiele werden wieder Ehrengäste aus dem In- und Ausland erwartet, an der Spitze Bundeskanzlerin Angela Merkel (CSU), EU-Kommissarin Androulla Vassiliou und der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias.

Nach dem Rückzug des langjährigen Festspielleiters Wolfgang Wagner Ende August 2008 tragen erstmals seine beiden Töchter Katharina Wagner (31) und Eva Wagner-Pasquier (64) die Verantwortung. Eine Neuinszenierung steht in diesem Jahr nicht auf dem Programm. Die “Tristan und Isolde“-Inszenierung von Christoph Marthaler ist vier Jahre alt. Ebenfalls ins vierte Jahr geht die “Ring“-Inszenierung von Tankred Dorst mit Christian Thielemann als Dirigent.

Am Sonntag ist Premiere der “Meistersinger von Nürnberg“, mit denen Katharina Wagner vor zwei Jahren ihr Regie-Debüt am “Grünen Hügel“ gab. Schließlich steht noch Stefan Herheims Deutung des “Parsifal“ auf dem Programm. Die Salzburger Festspiele stehen diesmal unter dem Motto “das Spiel der Mächtigen“. Bei der Eröffnung am Samstagvormittag wird der deutsche Bestsellerautor Daniel Kehlmann (“Die Vermessung der Welt“) die Festrede halten.

Als künstlerischer Auftakt steht dann am Abend die Neuinszenierung von Georg Friedrich Händels selten gespieltem Oratorium “Theodora“ auf dem Programm. Regie führt Christof Loy, die musikalische Leitung hat der Brite Ivor Bolton. Bereits ausverkauft ist die “Jedermann“-Premiere am Sonntag mit Peter Simonischek in der Titelrolle, Sofie von Kessel als Buhlschaft und Ben Becker als Tod.

Mit dem angekündigten Abschied der Führungsriege machten die Salzburger Festspiele in den vergangenen Monaten Schlagzeilen. Zunehmend wird kritisiert, dass die als Europas Vorzeigefestival Nummer eins geltenden renommierten Festspiele künstlerisch zunehmend verstauben. Der 2010 scheidende Salzburger Intendant Jürgen Flimm führt bei der Rossini-Oper “Moise et Pharaon“ Regie, sein Nachfolger als künstlerischer Salzburg-Chef wird Alexander Pereira. Claus Guth zeigt eine Neuinterpretation der Mozart-Oper “Così fan tutte“.

Höhepunkte des Theaterprogramms sind Friedrich Hebbels “Judith“ in der Regie von Sebastian Nübling und die deutschsprachige Erstaufführung von Peter Handkes “Bis dass der Tag euch scheidet oder eine Frage des Lichts“, eine Fortführung des Samuel-Beckett-Stücks “Das letzte Band“.

Weltstar Anna Netrebko dürfte mit einem russischen Liederabend glänzen, und der Klaviervirtuose Lang Lang gibt ein Solo-Konzert. Am Pult der Konzerte mit den Wiener Philharmonikern stehen unter anderem Nikolaus Harnoncourt, Riccardo Muti und Franz Welser-Möst. Die Wirtschaftskrise wirkt sich auch auf die Salzburger Festspiele aus - der Vorverkauf schrumpfte um etwa fünf Prozent, auffällig ist der Rückgang bei Firmenkunden.

In Bayreuth sind alle 30 Vorstellungen bis zum 28. August bereits seit Monaten ausverkauft. Ein Trost für jene, die keine Karten haben: Am 9. August wird “Tristan und Isolde“ live auf den Bayreuther Volksfestplatz und im Internet übertragen. Zum 59. Mal lädt das Festival junger Künstler rund 300 Nachwuchsmusiker aus aller Welt nach Bayreuth. Das Thema des Treffens vom 6. bis 30 August 2009 lautet “Richard Wagner und Frankreich“.

dpa

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