Mit Charme und Grazie ins neue Jahr

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Applaus, Applaus für (vorne von links) Tenor Giorgio Valenta, Sopranistin Heidi Manser und Dirigent Manfred Müssauer.

Wasserburg (WZ) - Noch jung an Jahren, zählt die Donau-Philharmonie Wien bereits zu den renommierten Orchestern im Donauraum.

Auch in Wasserburg war das Publikum begeistert, denn mit dem Neujahrsprogramm „Bella Donna“ hat das Symphonieorchester die Herzen der Zuhörer im Sturm erobert.

Gelungene Neujahrskonzerte stimmen zuversichtlich für das, was 2010 kommt. Die vom Kulturreferat des Landkreises Rosenheim initiierte Neujahrsgala war ein Lichtblick mehr: Einerseits unterstützt die Traditionsveranstaltung die Rosenheimer "Aktion für das Leben" und damit Eltern und Kinder in sozialer und wirtschaftlicher Not, andererseits bot das Konzert im ausverkauften historischen Rathaussaal ein musikalisches Erlebnis auf exzellentem Niveau.

Im vor zehn Jahren gegründeten Orchester legt man großen Wert darauf, die Stücke im Originalklang und in instrumenteller Originalbesetzung wiederzugeben. Zum Neujahrskonzert waren die Arrangements hauptsächlich dem musikalischem Werk der Belle Epoque und den Schönheiten Europas gewidmet. Frauen in Oper und Operette, in Marsch, Walzer, Arie und Duett standen somit im Mittelpunkt.

Wo immer weibliche Schönheit und Grazie das musikalische Thema stellen, bietet die Ouvertüre zu "Carmen" von Georges Bizet in der Konzertfassung einen famosen Auftakt. Orchesterleiter Manfred Müssauer präsentierte mit viel Charme und einer Prise Wiener Schmäh das verbindende Verständnis der einzelnen Kompositionen. Sympathisch und ohne Starallüren sorgte der Dirigent für brillante Unterhaltung. Leidenschaft und Präzision zeichneten die lebendig arrangierten Kompositionen aus.

Perfekt war auch die Überleitung zur ersten Vokaldarbietung, die "Blumenarie des Don José" aus "Carmen", gesungen von Giorgio Valenta. Der Tenor zeigte durchaus Präsenz, konnte stimmlich jedoch nicht immer gänzlich überzeugen. Mehr freundlich beklatscht wurde deshalb der Klassiker des Abends "Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frauen", ein Schlager von Robert Stolz aus den 1920er-Jahren. Valenta hatte bisweilen Mühe, sich neben dem Orchester stimmlich zu behaupten. Im Duett mit Heidi Manser hingegen fand er wieder zu seiner Form zurück. Mit "Wir gehen ins Theater" aus der Operette "Paganini" von Franz Lehár aus dem Jahr 1925 gewann der Tenor die Gunst des Publikums zurück.

Heidi Manser bezauberte mit kraftvollem Sopran in der Arie der Juliette des Komponisten Charles François Gounod aus dessen Oper "Roméo et Juliette" von 1867. Die Sopranistin gab sich stets passend zu den einzelnen Stücken - mal liebenswürdig und mal kokett.

Melodiöse und einschmeichelnde Operettenstücke amüsierten das Publikum. "Ich bin die Christel von der Post, ...nur nicht gleich, nicht auf der Stell', denn bei der Post geht's nicht so schnell" - ob Komponist Carl Zeller damals schon gewusst hat, dass sich dieses Klischee bis heute halten wird?

Mit dem Marsch "Die Ideale" von Julius Fucik, gewidmet den Schönheiten zwischen Prag und dem Elbsandsteingebirge, ging eine grandiose Konzert-Matinee zu Ende. Ensemble, Solisten und Dirigent Müssauer boten ein stimmiges Programm, das nicht nur Begeisterungsstürme entfachte, sondern auch zumindest musikalisch mit viel Optimismus ins neue Jahr blicken lässt.

Wolfgang Janeczka/Oberbayerisches volksblatt

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