Debatte in Bonn: Wie viel Geld verdient ein Generalintendant?

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Klaus Weise, Generalintendant der Bonner Bühnen, verdient ungefähr 320 000 Euro pro Jahr

Bonn - Städte und Kommunen in Deutschland ächzen unter der Finanzknappheit. Allerorten wird gespart - auch im Kulturbereich. Sind da Jahresgehälter von 320 000 Euro noch vertretbar?

Aufregung in Bonn: Der Generalintendant der Bonner Bühnen, Klaus Weise, bezieht von der Stadt ein Jahresgehalt von 320 000 Euro. Das geht aus einem Wirtschaftsprüfungsbericht hervor, der Theatermitarbeitern zugespielt wurde. Sind solche Spitzengehälter in Zeiten des knappen Geldes bei den Kommunen noch zeitgemäß? In Bonn sollen in diesem Jahr die Zuschüsse für die freien Kulturträger um 20 Prozent gekürzt werden. Hamburgs neuer Erster Bürgermeister, Olaf Scholz (SPD), sagte dagegen in seiner Regierungserklärung: “Wir werden künftig jährlich nicht weniger, sondern mehr für die Kultur ausgeben.“

Weise erhält mehr als doppelt so viel wie Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch (SPD). Der Intendant verdient auch deutlich mehr als die Bundeskanzlerin. Nachdem der “Express“ Weises Gehalt am Freitag veröffentlicht hatte, sagte der Intendant der Nachrichtenagentur dpa: “Mir ist natürlich bewusst, dass ich wie die meisten Intendanten zu den Gutverdienern gehöre. Das ist so, klar.“ Vertraglich sei aber ausgemacht, dass er dafür pro Jahr drei eigene Inszenierungen auf die Bühne bringe.

Theatermitarbeiter hatten den Prüfungsbericht an einem Schaukasten im Theater aufgehängt, berichtete der “Express“. Dort habe er einige Tage gehangen. Den früheren Kölner Intendanten und jetzigen Generaldirektor der Berliner Opernstiftung, Peter F. Raddatz, zitiert die Zeitung mit den Worten: “Das ist ein außergewöhnlich hohes Gehalt - und im Theater absolut unüblich.“

Dagegen sagen andere Kenner der Szene, Weises Gage sei sicher nicht schlecht, bewege sich aber durchaus in einem vertretbaren Rahmen. Immerhin müsse ein Intendant einen Millionen-Etat verwalten. Und er müsse ein attraktives Angebot erstellen, damit die Zuschauerzahlen weiterhin stimmten. Es werde dem Theater keinen Nutzen bringen, das Jahresgehalt zu kürzen oder weniger erfolgreiche Intendanten einzukaufen.

Am Freitag wurde in Bonn der Etatentwurf 2011 der Kulturverwaltung für die freien Kulturträger bekannt. Sie sollen danach rund 2,56 Millionen Euro erhalten, eine gute halbe Million Euro weniger als im Vorjahr. Der Deutsche Bühnenverein und sein Direktor Rolf Bolwin warnen vor bedrohlichen Einschnitten bei den privaten und freien Bonner Theatern.

Städte wie Frankfurt, Hamburg, München und Berlin setzten zunehmend auf die Kultur, um ihre Stadt zu profilieren, sagt Bolwin. Bonn laufe dagegen Gefahr, kulturell den Anschluss zu verlieren.

dpa

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