Geschichten eines Menschenlebens

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Boris Tomschiczek von der Festivalleitung begrüßte zusammen mit dem Landkreis-Kulturreferenten Klaus-Jörg Schönmetzler die rund 130 Zuschauer im Lindenkino.

Bad Aibling - Gerd Kroskes eineinhalbstündige Reportage „Kehraus, wieder“ über Menschen am Rande der Gesellschaft war der Eröffnungsfilm des diesjährigen Dokumentarfilm-Festivals „Nonfiktionale“ in Bad Aibling.

Zuvor begrüßte Boris Tomschiczek von der Festivalleitung zusammen mit dem Landkreis-Kulturreferenten Klaus-Jörg Schönmetzler die rund 130 Zuschauer im Lindenkino. Im Anschluss an die Vorführung konnten die Zuschauer mit dem Regisseur diskutieren.

"Kehraus, wieder" ist Tomschiczek zufolge einer der insgesamt 20 Festival-Filme, die allesamt Anwärter auf den Nonfiktionale-Preis der Stadt Bad Aibling (2000 Euro) und auf den ARRI-Kamerapreis sind. "Welche Beiträge schlussendlich das Rennen machen, entscheidet unsere hochgradige Jury, welcher unter anderem der Oscar-Preisträger Pepe Danquart angehört", erklärte Tomschiczek den Kinobesuchern. Weiter dankte er der Stadt Aibling, allen Sponsoren und dem Landkreis für ihre kräftige Unterstützung. In diesem Zusammenhang wünschte auch Kulturreferent Klaus-Jörg Schönmetzler dem Projekt gutes Gelingen und zeigte sich davon überzeugt, dass es noch eine lange und erfolgreiche Zukunft vor sich habe. Ferner sei es eine große Freude, dass das Vorwort zum Festival-Katalog von Kultur-Staatsminister Dr. Wolfgang Heubisch verfasst worden sei.

Was waren eigentlich die Beweggründe dafür, "Kehraus, wieder" als Premiere-Film auszuwählen? Das fünf-köpfige Komitee war sich laut Knut Karger darüber einig, dass Regisseur Gerd Kroske in seinem letzten Teil einer erschreckend-ehrlichen und gesellschaftskritischen Trilogie besonders gut mit dem diesjährigen Motto des Festivals, der "Zeit", umgeht. Während der folgenden Kino-Vorführung herrschte so dann gebannte Stille. Die einzelnen Schicksale der über einen Zeitraum von 20 Jahren immer wieder mit der Kamera begleiteten Protagonisten bewegten offensichtlich jedermann. Sie mussten in ihrer sozial schwachen Stellung immer wieder mit Sucht, Missbrauch und Arbeitslosigkeit fertig werden.

Ihre verschiedenen Eindrücke konnten die Zuschauer nach dem Film im gemeinsamen Gespräch mit Regisseur Gerd Kroske verarbeiten, der sein Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg absolviert hatte. Der Filmemacher sprach über die Veränderungen in der Gesellschaftsordnung nach dem Mauerfall, gab Hintergrundinformationen zur Aufnahmetechnik und erzählte von persönlichen Erfahrungen mit "seinen Hauptdarstellern". So habe das Doku-Team auch immer wieder versucht, den gebeutelten Menschen zu helfen, denn das Projekt bringe schließlich auch Verantwortung mit sich: "Die Leute haben uns vertraut und sich geöffnet, da wir sorgsam mit ihren Lebensgeschichten umgegangen sind."

Oberbayerisches Volksblatt

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