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Aus historischen Quellen viele Schätze gehoben

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Aus historischen Quellen hat Willi Birkmaier in seinem Leben vieles zutage gefördert.

Rosenheim - Willi Birkmaier, am 26. November 1921 als Eisenbahnersohn im Rosenheimer Hofbräu-Anwesen geboren, übernahm nach Arbeitsdienst, Kriegsgefangenschaft, Studium und mehrjähriger Lehrertätigkeit in Aising 1961 die Rektorenstelle an der Rotter Volksschule.

In dieser Funktion arbeitete er hier über 20 Jahre bis zu seiner Pensionierung. Neben der Schulleitung widmete sich Birkmaier der Heimatgeschichte, insbesondere der Rotter Klostergeschichte. Es entstanden zahlreiche Beiträge in Zeitungen und Fachzeitschriften sowie sein zweibändiges Hauptwerk zur Kunst und Geschichte der ehemaligen Rotter Benediktinerabtei.Birkmaier war 1975 maßgeblich an der Rotter Ignaz-Günther-Ausstellung zu dessen 200. Todestag beteiligt. Ohne sein Engagement, seine Forschungen und Verbindungen zu Kunst und Wissenschaft wäre diese Veranstaltung nicht möglich gewesen. Auch an der Programmerstellung zur 900-Jahr-Feier Rotts und der Renovierung der Feldkirchener Filialkirche hatte er entscheidenden Anteil. Schließlich übergab er 2004 die Ergebnisse seiner Forschungen der Gemeinde Rott. Sie stehen jetzt im Willi-Birkmaier-Archiv im Gemeindehaus.

Seit 1983 war Birkmaier Stadtheimatpfleger seiner Geburtsstadt. Im Stadtarchiv durchforschte er die Ratsprotokolle des Marktes Rosenheim, deren Kanzleischrift er so flüssig lesen konnte wie unsereiner die Tageszeitung. Aus diesen Quellen stammten nicht nur seine damaligen Serien "Aus alten Ratsprotokollen" und "Häuser und ihre Geschichte" im Oberbayerischen Volksblatt, sondern auch das Material für die Rosenheimer Stadtspiele. Carl Oskar Renner und Horst Rankl brachten dies in Romanform und auf die Bühne. Bei Bauprojekten in der Hafnerstraße und am Mittertor sorgte Stadtheimatpfleger Birkmaier dafür, dass aus dem Aushub aus ehemaligen mittelalterlichen Versitzgruben Gläser und Keramiken geborgen wurden, die vom Münchner Professor Helmut Hagn ausgewertet wurden und im Städtischen Museum Rosenheim ausgestellt sind. Birkmaier hat auch darüber ein Buch veröffentlicht. Für seine Verdienste hat Birkmaier viele Auszeichnungen erhalten. So ist er unter anderem Träger der Verdienstmedaille des Deutschen Verdienstordens, der bayerischen Denkmalschutzmedaille, der goldenen Bürgermedaille seiner Geburtsstadt Rosenheim und des Bundesverdienstkreuzes am Bande, das ihm der bayerische Staatsminister Hans Zehetmair 2001 überreicht hat. Außerdem hat die Bayerische Benediktiner-Akademie Birkmaier zum Ehrenmitglied ernannt. Nicht zuletzt haben seine Verdienste um Rott dazu geführt, dass ihm seine Heimatgemeinde 2004 im historischen Klosterbereich den "Willi-Birkmaier-Weg" gewidmet hat.

Willi Birkmaier lebte bis Oktober 2006 im alten Lehrerwohnhaus der Rotter Schule. Nach einem schweren Sturz und ernsthafter Erkrankung siedelte er mit seiner Frau nach einem Aufenthalt in Rimsting in ein Priener Seniorenheim um. Er starb am Donnerstag, 30. Juli, und wird morgen, Mittwoch, nach dem Trauergottesdienst in St. Nikolaus, der um 11 Uhr beginnt, um 13.15 Uhr im Städtischen Friedhof Rosenheim beigesetzt.

re/hh/Oberbayerisches Volksblatt

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