NAch Sturm auf Karten 

Sensation! Gericht verbietet Rammstein-Ticketverkauf auf Viagogo

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Rammstein-Frontmann Till Lindemann
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Deutschland - Innerhalb weniger Stunden meldete das Ticket-Portal Eventim für alle Deutschlandkonzerte von Rammstein "ausverkauft". Treue Fans der deutschen Kultband versuchten dann über Umwege an überteuerte Karten zu gelangen. Nun vermneldete aber der Tourneeveranstalter eine echte Sensation. 

Update, Donnerstag 19 Uhr: 

Rammstein hat eine einstweilige Verfügung gegen Viagogo vor dem Hamburger Landgericht erwirkt. Dies vermeldete am Donnerstag die MCT Agentur GmbH, langjähriger Tourneeveranstalter von Rammstein, in einer Pressemeldung. Danach ist es Viagogo unter anderem verboten, den Verkauf von Tickets für die Stadion-Konzerte 2019 von Rammstein in Deutschland zu ermöglichen. 

Bei Viagogo handelt es sich nicht um einen klassischen Verkäufer. Die Plattform vermittelt hingegen vielmehr zwischen privaten Verkäufern und Ankäufern. Deshalb bietet Viagogo die Karten zum vielfachen Preis an. Viele Fans waren entsetzt. Hier ein Beispiel:

Die Band Rammstein, welche nach 10 Jahren wieder auf die Bühne zurückkehrt, ging gegen diese Geschäfte vor und konnte nun vermelden: 

"Rammstein wehren sich gegen den Verkauf ungültiger oder überteuerter Tickets für ihre Konzerte - und konnten nun einen Erfolg gegenüber der Ticket-Plattform viagogo für sich verbuchen"

"Um einen gewerbsmäßigen Weiterverkauf auf dem Zweitmarkt gezielt einzudämmen, sind alle Rammstein-Tickets personalisiert und berechtigen nur die Person, deren Name auf dem Ticket aufgedruckt ist, zum Einlass ins Stadion. Alle Ticketinhaber müssen sich (etwa mit ihrem Reisepass, dem Personalausweis oder dem Führerschein) ausweisen können", teilte ein Sprecher von Eventim bereits vor dem Gerichtsbeschluss der Redaktion mit. 

Vorbericht:

Im Mai 2019 startet die weltberühmte deutsche Band Rammstein ihrer "Europe Stadium Tour 2019". In nur vier Stunden waren am Donnerstag, 8. November, alle Karten für die deutschen Konzerte ausverkauft. Der Online-Anbieter Eventim brach kurz nach Vorverkaufstart um 10 Uhr mehrfach zusammen. 800.000 Karten gingen weg wie warme Semmeln. Auch das zusätzliche Konzert in München war binnen Minuten ausverkauft. 

Doch viele Fans wollen auf die Rückkehr von Rammstein nicht verzichten und versuchen über andere Anbieter an Karten zu kommen. Besonders beliebt ist hier die Online-Plattform Viagogo. 

Die Tücken von Viagogo

Das Problem daran: Viagogo bietet die Karten zum vielfachen Preis an. Eine Stichprobe unserer Redaktion ergab, dass Tickets die ursprünglich zwischen 74 und 90 Euro gekostet hatten, plötzlich für bis zu 700 Euro angeboten werden. 

Bei Viagogo handelt es sich nicht um einen klassischen Verkäufer. Die Plattform vermittelt hingegen zwischen privaten Verkäufern und Ankäufern. Zudem wird beim Kaufprozess erst sehr spät, nämlich nach Angabe des Zahlungsempfänger, ersichtlich für welche Summe das Ticket erworben werden kann. Oft kommen versteckte Zusatzkosten auf den Vebraucher zu. 

Viagogo lockt zudem mit Maßnahmen, die durchaus fragwürdig sind. So gibt das Portal während des Bestellvorgangs an, wie viele Personen sich aktuell um diese Tickets bemühen würden. Immer wieder ploppt auch der Schriftzug "nur noch wenige Tickets verfügbar" oder "Tickets fast ausverkauft" auf - inwieweit das der Wahrheit entspricht, ist nicht nachvollziehbar. 

Doch auch wenn man ein überteuertes Ticket ergattern konnte, heißt dies nicht gleichzeitig, dass man Eintritt zum Konzert erhält. Oft sind Tickets personalisiert und so kann einem Zweitkäufer der Zugang am Eingang verwehrt bleiben. 

Eventim äußert sich zur Problematik

Auf Anfrage von rosenheim24.de äußerte sich Eventim wie folgt zu dieser Problematik: "wenn Ticketkontingente den Zweitmarkt erreichen, bevor Fans eine Chance haben, sie zu erwerben, ist dies weder im Sinne der Künstler noch der Veranstalter. Deshalb ist es auch nicht in unserem Interesse. Wir treffen eine Fülle von Vorkehrungen, um es kommerziellen Resellern so schwer wie möglich zu machen, Eintrittskarten zu erwerben. Um beispielsweise automatisch generierte Bestellungen durch Bots zu verhindern, nutzen wir unterschiedliche technische Sicherheitsmaßnahmen (z. B. Captcha Protection). Zudem analysieren wir Transaktionen fortlaufend im Hinblick auf potenziellen Missbrauch.

Im Falle von Rammstein war der Ticketkauf pro Person darüber hinaus auf eine maximale Anzahl von sechs Tickets pro Show beschränkt. Zusätzlich führen wir als Ticketinganbieter für jedes Konzert einen Vielbestellercheck durch, so dass Mehrfachbestellungen durch ein und dieselbe Person ausgeschlossen werden können."

"Alle Tickets müssen sich ausweisen können."

"Grundsätzlich bieten wir auf Wunsch des Konzertveranstalters unterschiedliche Personalisierungslösungen an. Dies trifft auch für die Rammstein-Tournee im nächsten Jahr zu: Um einen gewerbsmäßigen Weiterverkauf auf dem Zweitmarkt gezielt einzudämmen, sind alle Rammstein-Tickets personalisiert und berechtigen nur die Person, deren Name auf dem Ticket aufgedruckt ist, zum Einlass ins Stadion. Alle Ticketinhaber müssen sich (etwa mit ihrem Reisepass, dem Personalausweis oder dem Führerschein) ausweisen können.

Insofern raten wir von einem Kauf über Zweitmarktportale dringend ab. Jeder, der dort ein Ticket erwirbt, nimmt in Kauf, am Einlass abgewiesen zu werden."

Es gibt noch Hoffnung

Ab März soll es laut bild.de ein Fansale geben. Eventim will dann Karten, die von Käufern zurückgegeben wurden, nochmals anbieten. Es können immer wieder geringe Ticketkontingente zurückkommen. Dies geschieht wenn zum Beispiel ein Käufer seine Tickets nicht bezahlt hat. Diese Karten würden dann neu verkauft werden.

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