Kunst ist schön – und macht viel Arbeit

+
Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch (rechts), hielt die Festrede; auf dem Foto (von links) mit Bürgermeister Werner Weyerer und stellvertretendem Landrat Josef Huber.

Aschau - Anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Vereins „Kunst und Kultur zu Hohenaschau“ fand nun ein Festabend in der Aschauer Festhalle statt.

"100 Ausstellungen mit über 150 Künstlern führte der Verein in den vergangenen 20 Jahren durch. Diesen zeitgenössischen Künstlern aus den aktuellen großen deutschen Maler-Metropolen Berlin, Leipzig und München boten wir eine erste Plattform, zuerst im Amtshaus zu Aschau und seit 1999 hier in der Festhalle", sagte Distler. Anliegen des Vereins war stets, Talente zu finden und zu fördern und ihnen hier ein Forum für ihre Arbeit zu bieten. "Daher ging es nicht um die, die eh schon im Scheinwerferlicht stehen, sondern um die neuen, unverbrauchten Kunstschaffenden. Die immer wieder totgesagte Malerei lebte wieder auf, nicht nur in den großen Städten, sondern vor allem durch die Vernissagen und Ausstellungen in der Region", so der Vorsitzende.

Der bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch, ist seit vielen Jahren Mitglied im Aschauer Verein. In seiner Festansprache wies er darauf hin, dass Bayern im Ausland nicht nur für Lederhose und Volkstanz bekannt sei, sondern vor allem auch für die allgegenwärtige Kunst. Reiches kulturelles Leben sei in jedem Winkel des Freistaates zu Hause, nicht nur in den großen Zentren. "Erst als Minister habe ich verstanden, wie wichtig die Kultur auf dem Lande ist, wie wichtig kulturelle Einrichtungen vor Ort". Der Aschauer Verein sei ein Musterbeispiel für diese Entwicklung, schließlich müsse nicht alles in München oder Nürnberg sein. Als Vereinsmitglied habe er es bisher noch nie geschafft, bei einer Vernissage anwesend zu sein, aber dem rührigen Verein werde es auch in Zukunft gelingen, junge Künstler nach Aschau zu ziehen, und irgendwann werde er einmal Zeit finden.

"Was den Landkreis Rosenheim kulturell so interessant macht, verdankt er solchen Vereinen, die als Leuchttürme weit über die Region hinaus strahlen", sagte der stellvertretende Landrat Josef Huber. Kulturvereine gebe es in großer Zahl, Vereine die sich mit der bildenden Kunst beschäftigten dagegen nur sehr wenige.

Bürgermeister Werner Weyerer wies darauf hin, dass der Verein seinen selbst gestellten Auftrag Kunst und Kultur in Hohenaschau zu fördern, vollkommen erfüllt habe und weit über die Grenzen Aschaus hinaus bekannt sei. 43 Mitglieder fanden sich 1991 im Amtshaus zu Hohenaschau zusammen, um sich unter der Leitung von Rasso Baron von Cramer-Klett um die Förderung von unbekannten Künstlern zu kümmern und sie durch Ausstellungen in ihrem Weiterkommen zu fördern. Die über 100 Ausstellungen von über 150 Künstlern hätten in den vergangenen 20 Jahren unzählige Kunstinteressierte nach Aschau gelockt und ihnen neben den Bildern und Kunstobjekten auch die Schönheiten des Prientales gezeigt.

Kulturreferent Klaus Schönmetzler vom Landratsamt Rosenheim erzählte, dass er zunächst mit sehr gemischten Gefühlen an den neuen Verein und seinen Kurator Rudolf Distler herangetreten sei. Die ihm bekannten frühen Werke Distlers seien ihm persönlich im Weg gestanden, wenn der Verein sein Vorhaben zeitgenössische Kunst zu präsentieren verwirklichen wolle. Doch Distler und der Verein Kunst und Kultur hätten alle Aufgaben mit so viel Bravour gelöst, dass er mittlerweile bis auf ganz geringe Ausnahmen alle Ausstellungen eröffnet, kommentiert und interpretiert habe. "Der Verein Kunst und Kultur von Hohenaschau und seine leitenden Mitarbeiter haben es genau erkannt, wohin die Strömung im Meer der Kunst führt und Hohenaschau zum Ort der Begegnung gemacht".

reh/Oberbayerisches Volksblatt

Zurück zur Übersicht: Kultur

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser