Kein Meilenstein von Jamaram

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Mühldorf - Auf seiner Homepage weist Jamaram darauf hin, dass es auf ihren Konzerten zu Schalldruckpegeln höher als 93 dB kommen kann. Ohrstöpsel brauchte man in Mühldorf aber nicht.

Ohrstöpsel hätte man beim Gastspiel im Mühldorfer Haberkasten am Merchandise-Stand bekommen. Das war aber nicht nötig. Die Gruppe aus München, die als eine der besten Live-Bands Deutschlands gilt, hielt sich lautstärkenmäßig nämlich ziemlich zurück, benötigte auch sonst ungewohnt mehr Zeit als vor einem Jahr an selber Stelle, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Zu Reggae-lastig die Beats, die im Vergleich zum damaligen Gastspiel eintönig und fad waren. Erst mit zunehmender Dauer wurde es besser, für die eingefleischten Fans gab es dann auch kein Halten mehr, als Dauerbrenner wie "Explosion", "Jamaram-Stylee" oder "Green Leaf", letzteres sogar mit Einlage der Fans, erklang.

Doch was heißt mit zunehmender Dauer? Nach eineinviertel Stunden bereits verließ Jamaram die Bühne, ließ sich dann schon die Zugaben rauskitzeln, um dann wenigstens noch eine halbe Stunde dran zu hängen. Unter den Darbietungen auch Kostproben des neuen unspektakulären Albums "La Famille".

Nett zum Anhören, aber kein Meilenstein einer Gruppe, die live nach wie vor eine tolle Show abliefert und auch zum Finale das Bad in der Menge sucht, aber musikalisch aufpassen muss, dass sie mit Pop-Nummern nicht in den Mainstream abdriftet. Davon noch weit entfernt scheint die Vorgruppe "Waste", die mit einem erfrischenden Groove die Zuhörer auf Jamaram einstimmte. Mitunter Grunge-Elemente, da etwas Franz Ferdinand, dort Jamie Cullum, zwischendrin Zirkus-Klänge im Vier- und Dreivierteltakt - "Waste" konnte musikalisch gesehen dem Hauptact "Jamaram" locker Paroli bieten. Filmsequenzen auf so manchem Smartphone waren deswegen keine Seltenheit.

Jamaram im Haberkasten

je/Mühldorfer Anzeiger

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