Mega-Event

CMA Music Festival lockt Fans der Countrymusik nach Nashville

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Die Country-Stars Rascal Flatts.

Nashville - 350 Bands auf elf verschiedenen Bühnen - meist bei freiem Eintritt. Das CMA Music Festival zählt zu den großen Events in Nashville. Auch aus Deutschland sind einige Fans angereist.

Countrymusik gehört zu Nashville wie der Cumberland River. Das gilt vor allem an den vier Tagen des alljährlich im Juni stattfindenden CMA Music Festivals - 350 Künstler und Bands gastieren auf elf verschiedenen Bühnen in der Tennessee-Metropole. Und das Beste daran: Bis auf die Konzerte im Nissan Stadium alles bei freiem Eintritt. Sarah Trahern, CEO der Country Music Association (CMA), des Ausrichters des Musikspektakels: "Die ursprüngliche Idee war, dass sich die Musikstars mit diesem Festival bei ihren Fans für ihre Treue bedanken. Deshalb hieß die 1972 gegründete Veranstaltung erst auch Fan Fair."

Wie wichtig den Künstlern das Dankesagen ist, zeigt sich daran, dass alle Formationen bei ihren CMA Music Festival-Auftritten auf eine Gage verzichten. Der Erlös fließe, so Trahern, in die Kassen der CMA Foundation - und komme verschiedenen Musikförderungsprojekten zu Gute. "Seit 2006 hat die CMA Foundation über 17 Millionen Dollar eingenommen. Mit dem Geld wurde der Musikunterricht in Schulen gefördert", sagt Trahern.

Dieses Gemeinschaftsgefühl der Country-Szene ist etwas, das auch Franz Luft und seiner Frau Birgit gefällt. Seit sechs Jahren fliegt das Countrymusik-begeisterte Paar aus Bretten in Baden-Württemberg für das CMA Music Festival nach Nashville. Mehr als 100 Konzerte sehen sich die beiden dieses mal an. Obwohl sie - bis auf die Tickets im Nissan Stadium - für Konzertkarten kein Geld ausgeben müssen, ist der Musikspaß dennoch ein teurer. Denn Nashville ist nicht nur eine rapide wachsende Boom-Town, die Musik-Metropole ist auch ein teueres Pflaster geworden. "Gestern wollten wir unser Mietauto in der Stadt für einen Tag parken, doch das hätte 80 Dollar gekostet. Das Taxi ist da schon billiger", sagt Franz Luft.

Seit 40 Jahren gefallen dem heute 49-jährigen Luft die in Nashville produzierten Klänge; seit dem Tag, als ihm ein Cousin das Johnny Cash-Album "At San Quentin" vorgespielt hat. Seine Frau dagegen ist erst vor einigen Jahren auf den Country-Geschmack gekommen. Was die beiden an der Musik fasziniert? "Das Ehrliche, das Handgemachte. Man kann in jeder Lebenssituation Freude und Trost in einem Country-Song finden", schwärmt Franz Luft.

Noch euphorischer wird er, wenn er von dem Auftritt von Country-Superstar Garth Brooks erzählt. Der Sänger aus Oklahoma, der in seiner Karriere mehr als 200 Millionen Alben verkauft hat, war am ersten Abend im Nissan Stadium Überraschungsgast. Nur mit Akustikgitarre und Stimme sei er von den etwa 70 000 Fans aufgetreten. "Da hat es sich mal wieder gezeigt, was der drauf hat. Es war unglaublich", sagt Luft.

T.J. und John Osborne, die beiden bulligen Brüder der gerade durchstartenden Country-Formation Brothers Osborne, sind genau wegen Fans wie den Lufts beim CMA Music Fest (8. bis 11. Juni) dabei. "Ohne Fans sind wir nichts. Sie sorgen dafür, dass man demütig bleibt", sagt der bärtige John. Und sein singender Bruder T.J. pflichtet ihm bei: "Deshalb schreiben wir hier auch stundenlang Autogramme und machen Selfies. Wir versuchen den Fans etwas zurückzugeben."

So sehen das auch die drei Musiker der Hit-Formation Rascal Flatts. Am 9. Juni gastierten sie im ausverkauften Nissan Stadium - die restliche Zeit waren sie für ihre Fans da. "Es ist wie bei einem Familienfest. Und die Fans sind Teil dieser großen Country-Familie. Das macht das CMA Music Festival mehr als deutlich", sagt Sänger Gary LeVox, lächelt und kommt geduldig einem weiteren Selfie-Wunsch eines weiblichen Fans nach.

dpa

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