Nach Skandal-Song

Bremer Radiosender will nicht mehr mit Naidoo kooperieren

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Steht in der Kritik: Xavier Naidoo sorgt mit dem neuen Song der Söhne Mannheims für Aufruhr.

Bremen - Die Kritik an dem neuen Song „Marionetten“ der Söhne Mannheims wächst. Der Radiosender Bremen Vier löste als Reaktion eine Kooperation mit der Band um Xavier Naidoo auf.

„Puppenspieler“, „Steigbügelhalter“, „Volksverräter“: Aufgrund des radikalen Vokabulars bezeichneten einige Kritiker den neuen Song der Söhne Mannheims als rechtspopulistisch. Nun nehmen die kritischen Stimmen weiter zu: Radio Bremen Vier kündigte eine Kooperation mit der Pop-Band auf. 

Helge Haas, Chef des Senders, betonte zwar, dass er die künstlerische Freiheit achte. Er wende sich auch nicht gegen die Veröffentlichung solcher Lieder. Doch findet Haas auch: „Das ist aber so weit von den Werten entfernt, die wir mit Bremen Vier vertreten, dass wir diese Künstler und ihre Konzerte nicht präsentieren wollen.“ Ursprünglich plante der Sender zwei Kooperationen mit der umstrittenen Band: Kommenden Samstag wollte Radio Vier das Konzert der Söhne Mannheims präsentieren, im Dezember einen Auftritt von Xavier Naidoo. Beides ist nun laut der Homepage Bremen Vier abgesagt.

Keine Empfehlung mehr für Söhne Mannheims

Bremen-Vier-Chef Haas erklärte auf Anfrage der Deutschen Presse Agentur, die Berichterstattung über die Konzerte sei unabhängig von der Absage der Kooperation. Aber wenn der Sender Konzerte „präsentiere“, sei das wie eine Empfehlung des Senders. „Und die wollen wir angesichts der Aussagen in „Marionetten“ nicht mehr aussprechen.“

Die Stadt Mannheim, die in der Vergangenheit ebenfalls eng mit der Band zusammengearbeitet hatte, warf der Band vor, „antistaatliche Aussagen“ zu verbreiten. Inzwischen haben die Söhne Mannheims und die Stadtspitze ein Gespräch vereinbart. 

Band soll Liedtext erläutern

Die Mannheimer SPD forderte eine Erklärung der Söhne Mannheims. „Es ist uns absolut unverständlich wie die „Söhne Mannheims“ mit ihrer Bandgeschichte, ihrer Zusammensetzung und ihrem Status als Multikulturband solche Texte verfassen und veröffentlichen können“, erklärte der Kreisvorsitzende Wolfgang Katzmarek am Wochenende. Der Kreisvorstand erwartet demnach, dass die Gruppe in einer Stellungnahme erläutert, wie die Texte zu verstehen sind.

Band-Mitglied Rolf Stahlhofen verteidigte den Song: „Das Lied ist kein Aufruf zur Gewalt, es ist ein Aufruf zum Dialog“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Auch Sänger Henning Wehland widersprach den Kritikern: „Ich verstehe das Lied als Appell zum Nachdenken darüber, dass Politik oft missbraucht wird. Und da wollen wir - mit zugegeben überzeichneten Worten - aufrufen, etwas dagegen zu tun.“ 

Den umstrittenenen Text des „Söhne Mannheims“-Song samt Interpretation finden Sie hier.

bau mit dpa-Material

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