Claudia Koreck mit neuem Album

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Claudia Koreck

München - Nach dem Rückzug ins Private tritt Claudia Koreck wieder ins Rampenlicht. Alles ist echt und ehrlich auf ihrem dritten Album „menschsein“, das leichtfüßig und tiefgründig zugleich daherkommt.

Manchmal muss man ausbrechen („Fliang“), fremde Leute und Länder kennen lernen („Barfuaß um die Welt“) und den Blues nach dem Höhenflug spüren, bevor man weiß, was das wirklich bedeutet: menschsein. Leben heißt Erfahrungen sammeln, gute wie schlechte. Das ganze Spektrum in Musik – das ist die Kunst, um die es hier geht.

Claudia Koreck wird im Mai 25 und hat bereits eine weite Reise hinter sich. Eine Reise, die sie von ihrer Geburtsstadt Traunstein über ihre Wahlheimat München in viele Winkel der Erde und bis nach Hawaii führte, wo sie inzwischen mehrmals war, zuletzt Ende 2010 mit Gunnar Graewert und ihrem gemeinsamen Sohn Timmi, der am 08.09.2010 auf die Welt kam.

So ist das dritte Album der bayerischen Vorzeige-Songwriterin (2009 vertrat sie ihr Bundesland beim „Bundesvision Song Contest“) geprägt von einschneidenden Erfahrungen – allen voran von der Geburt ihres ersten Kindes. „Ich schreibe Lieder darüber, wie es mir gerade geht“, sagt sie in schönstem Bairisch, wie man es von ihr kennt, „und die Schwangerschaft war für mich der Auslöser, wieder zu schreiben“.

Koreck ist eine offene, emotionale Frau, und ihre Alben kann man als vertonte Gefühlstagebücher verstehen. Während die Selfmade-Musikerin auf ihrem Debütalbum „Fliang“ (2007) das Drängen hinaus in die Fremde thematisierte und auf dem Nachfolger „Barfuaß um die Welt“ (2009) mitunter melancholische und rohe Töne anschlug, meldet sie sich nun reifer und „mit einer anderen Sicht auf das Leben“ zurück. Ihre dritte Platte, die das Tunwort „menschsein“ als Titel trägt, ist in einem Jahr voller intensiver Erlebnisse entstanden: Da waren die große Liebe, die Schwangerschaft, die Geburt und die Hochzeit. Da waren aber auch der Verlust geliebter Menschen und Neuanfänge sowie die Schwierigkeit, sich den Mechanismen der Branche zu entsagen.

„Nach dem zweiten Album und einer Phase der Stagnation haben mich einige Leute gedrängt, sofort weiterzumachen“, blickt die Musikerin zurück, die 2007 mit dem frühen Hit „Fliang“ entdeckt und seitdem gefeiert wurde. „Ich wollte aber erst mal eine Pause machen, Abstand gewinnen, privat sein.“ Also hat sie sich Zeit genommen für die neuen Songs – ein Luxus heutzutage. „Ich wollte eine neue Perspektive. Und ein Album mit Liedern, hinter denen ich stehe.“

Alles ist echt und ehrlich auf dieser Platte, die leichtfüßig und tiefgründig zugleich daherkommt. Es steckt kein Masterplan hinter den neuen Stücken, nur Erfahrungen. Im Titelsong „menschsein“, der ersten Single, die sich zur treibenden Disco-Beat-Nummer hochschraubt, fordert Koreck singend dazu auf, nicht zu tun, was andere von einem erwarten. In dem stilistisch ebenfalls überraschenden Blues-Walzer „Hunger“ spielt sie lasziv und sexy mit dem Thema Fleischeslust. Und den Opener „Autofahren“, ein filigran wehendes Freiheitslied, kann man auch als bleibendes Dokument ihrer Schwangerschaft verstehen. Denn er wurde aufgenommen, als sie schwanger war, eine besondere Phase im Leben einer Frau, in der sich auch die Stimme verändert, wie Koreck weiß. „Der Bauch drückt auf die Lunge, du kommst nicht mehr so hoch rauf und dir fehlt etwas die Luft“, erklärt die Sängerin.

Dazu gibt es Lieder voller Liebe („Wenn i di net hätt“, „So nah“), Tracks voller Trauer („Abschied“, „Oma“) und eine Hymne an Timmi ist auch dabei („Erster Augenblick“). „Allerdings“, stellt die Songwriterin klar, „ging es mir nicht darum, mein persönliches Glück herauszuposaunen.“

Koreck-Kenner entdecken außerdem ihren ersten englischsprachigen Song auf dem Album, das ansonsten freilich durchweg bairisch betextet ist: „Beautiful“, eine sonnige Wohlfühlnummer und zugleich das älteste Stück auf der Platte, hat sie zusammen mit dem US-amerikanischen Surfer und Musiker Donavon Frankenreiter eingesungen. 2009 war das, bei einer ihrer Reisen nach Hawaii, wo der Sänger lebt.

„Das Album ist experimentierfreudiger als das zweite“, findet Claudia Koreck. Die Arrangements, für die Gunnar Graewert ebenso verantwortlich zeichnet wie für die Produktion in seinem Münchner Studio, sind vielschichtig, zuweilen verspielt, verlassen aber nie das weite Feld des eingängigen Poprock. Zum Einsatz kamen neben den klassischen Instrumenten Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard und Percussion auch Bläser, Streicher, Akkordeon und Ukulele. Zahlreiche Gastmusiker wirkten mit, darunter der Drummer Ralf Gustke (Xavier Naidoo, Söhne Mannheims) und die Münchner Popsängerin Ania Jools im Background.

Im Sommer stellt die rundherum glückliche Claudia Koreck die neuen Songs auf ausgewählten Festivals vor, bevor es im Herbst auf große Tour geht. Mit neuem Elan, neuen Erfahrungen und einer neuen Band. „Ich brauche frischen Wind“, sagt die Traunsteinerin. Manchmal muss man eben neu anfangen, bevor man weiß, was das wirklich bedeutet: menschsein.

Mehr Infos unter www.claudia-koreck.de.

Pressemeldung Online Promotion Ariola

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