Al Capone steppt zum Schwanensee

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So richtig al dente: Liam Caputo und seine weiblichen Body-Guards tanzen den "Al Capone".

Rosenheim - Ihre Anziehungskraft ist ungebrochen: Die „Broadway Dance Company“ und die „Dublin Dance Factory“, bekommen mit ihrer Show „Night of the Dance“ stets volle Häuser.

In diesem Jahr waren sie bereits zum zweiten Mal im Rosenheimer Kultur- und Kongresszentrum, und das Publikum feierte sie wieder begeistert.

20 Tänzerinnen und Tänzer verzauberten, verblüfften und faszinierten die Zuschauer. Die besondere Magie des Zirkus schuf zu Beginn "Cirque du Soleil" mit Masken, Stelzengänger und Akrobatik zu einer Beleuchtung in Regenbogenfarben. Gleich darauf entstand mystische Stimmung mit fackeltragenden Tänzerinnen in Mönchskutten im Dämmerlicht. Schier nahtlos verwandelten sie sich zur Riverdance-Gruppe von Mädchen in schwarzen Paillettenkostümen mit ihrem hochdynamischen Fronttänzer Liam Caputo und dem unverkennbaren Tak, Tak der metallbestückten Sohlen ihrer Steppschuhe.

Meist werden Geschichten der Vergangenheit des irischen Volkes erzählt: Das Böse kämpft gegen das Gute, und Symbolik spielt eine wesentliche Rolle. Romantik und elegische Gefühle aus dieser Szene wandelte der mexikanische Tänzer William Rodcan rasant und clownesk zum rhythmischen Klatschkursus.

So akrobatisch, wie im folgenden "Spot" hatte man "Schwanensee" vorher wohl kaum erlebt, und schon drehte sich das Rad dieser unglaublich abwechslungsreichen Show weiter. Tänzer in Warnwesten wirbelten beim Breakdance über den Boden, "Stomp" mit heftigen Rhythmen gab dem Einsatz von Straßendeckeln perkussive Wirkung.

Nona Aleksandrova Gesheva wiederum scheint aus Gummiknochen zu bestehen. Ihre Biegsamkeit als schlangengleich zu bezeichnen, ist noch untertrieben: Diese Akrobatin ist sensationell.

Sehr gelungen tanzte temperament- und humorvoll Liam Caputo als "Men in White" seine "Al Capone"-Nummer. Ob Wiener Walzer oder Dirty Dancing, Mambo Mix und Best of Michael Jackson - wo Bettina Jackson den frühverstorbenen Jacko perfekt in Szene setzte - die Choreografie von Udvarev Krisztina und seinen Tänzern ist absolut professionell.

Leider war die Bühne sehr oft in allzu geheimnisvolles Licht gehüllt, schwarze Kostüme und schwarzer Hintergrund bei spärlicher Beleuchtung sind nicht besonders "erhellend". Am Schluss aber, wie bei einem Feuerwerk, gab es ein "Finale Grande" mit "Best of ABBA" und Boney M., fetzig getanzt und toll gestylt verbreitete die "Night-of-the-Dance-Truppe" pure Lebensfreude und wurde entsprechend mit großem Beifall bedankt.

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