aha: Am Freitag kommt neues Album

Berlin - Diesen Freitag erscheint das neue Album von aha, „Foot Of The Mountain“. Nach dem Auftritt beim "Topmodel"-Finale schoss die Single dazu hoch in die Charts. ** Video **

Weltpremiere von „Foot of the Mountain“


Frontmann Morten Harket (49) versprach beim dpa-Interview in Berlin das volle Programm. "Wir sind keine drei verschlafenen, alten Männer", sagt er. Der Synthiepop und die Melodien des neuen Albums klingen schwer nach den 80er Jahren. Das will die Band auch so - ohne verstaubt zu klingen. Den Ritt auf der Retrowelle beherrscht sie perfekt.

In den frühen 80er Jahren in London lernten Morten Harket, Magne Furuholmen und Paul Waaktaar-Savoy, wie die Knöpfchen im Studio und Synthesizer funktionieren. "In der Art, wie wir die Dinge am Anfang gemacht haben, lag etwas Magisches", sagt Keyboarder Furuholmen. "Wir durften nicht live spielen, weil wir keine Arbeitsgenehmigung hatten", erinnert sich der 46-Jährige. "Wir haben fast im Studio gelebt." Von dieser Zeit zehrt die Band noch heute.

Dass sich die Bandmitglieder auch mal kabbeln, ist klar. Das Trio besteht aus drei Alphatieren. Interviews geben die Musiker getrennt. Sind sie Kumpels oder Kollegen? "Es ist beides", sagt Songschreiber Waaktaar-Savoy (47), der in New York lebt. "Aber es ist seltsam, es gibt ja keine Richtlinie für Bands. Jeder weiß, wie man eine Ehe zusammenhält, was man darf und was nicht. Aber in einer Band so lange zusammen zu sein, das ist schon fast ein bisschen unnatürlich. Die meisten Bands fallen ja nach zehn Jahren auseinander."

Nach der großen Zeit in den 80ern war es in den 90ern still um a-ha. Das Comeback begann 2000.

a-ha sind ein Phänomen: 70 Millionen Tonträger haben sie nach Angaben der Plattenfirma Universal verkauft. Aber ganz so alterslos wie auf den Bildern zum neuen Album sehen die sympathischen Familienväter in Wirklichkeit nicht aus. Morten Harket hat deutliche Lachfältchen um die Augen. Er merkt erst nicht, dass er beim Interview noch die Sonnenbrille aufhat, weil er mit ihr besser gucken kann. Zukunftspläne schmiedet Harket nicht. "Ich lebe für den Moment. Deswegen schaue ich auch nicht zurück in die 80er, auch wenn ich oft danach gefragt werde." "Hunting High And Low", "The Sun Always Shines On TV" und "Take One Me" - das war früher Musik für den Walkman und zum Träumen auf dem Flokati. Es gab Mädchen, die extra wegen Morten Harket Norwegisch gelernt haben.

Auf dem neuen Album darf der Frauenschwarm wieder seine hohe Stimme zu den Pop-Melodien aufsteigen lassen, wie im potenziellen Ohrwurm "Foot Of The Mountain" und im sehr elektronischen Stück "The Bandstand". Keyboarder Furuholmen mag das Chorknabenhafte an Harket und findet, dass dessen Stimme nicht so gut zu Rock-Tracks passt. "Man kann ihn nicht einfach in einen schwarzen Lederanzug stecken und ihn dazu zwingen, dass er 30 Zigaretten am Tag raucht und Jack Daniels trinkt."

Beim Durchhören wirkt das neue Album manchmal etwas belanglos - aber Popgeschichte haben a-ha ja schon geschrieben. Im Herbst gehen die drei Musiker auf Deutschlandtour.

Rubriklistenbild: © dpa

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